Natürlich wirkendes Portrait-Foto einer rothaarigen jungen Frau vor See-Kulisse

Reden ist Gold – Kommunikation mit dem Model beim Fotoshooting

In der Portraitfotografie oder auch bei Fashion-Shootings liegt der Fokus klar auf dem Menschen vor der Kamera. Ihr Model muss dafür kein Profi sein. Entscheidend für schöne, natürliche Fotos ist nicht nur das technische Know-How des Fotografen, sondern auch seine soziale Kompetenz im Umgang mit dem Model. Wir verraten Ihnen, wie Sie mit der richtigen Kommunikation eine vertrauensvolle Atmosphäre erzeugen und so das optimale Setting für tolle Resultate schaffen.

Kommunikation vor dem Fotoshooting

Ein kurzes Telefonat im Vorfeld oder ein persönliches Treffen sind gute Möglichkeiten, um offene Fragen zu klären und wichtige Details abzustimmen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie zum ersten Mal mit diesem Model zusammenarbeiten. So haben Sie Gelegenheit, erste Ideen vorzustellen und sich über gemeinsame Vorstellungen auszutauschen.

Das hilft auch dem Model, sich auf das Shooting einzustellen und gibt Sicherheit. Vor allem Menschen, die nicht regelmässig oder vielleicht sogar zum ersten Mal vor einer Kamera stehen, sind oft zunächst unsicher oder gehemmt. Nach einem Gespräch können sie besser einschätzen, was beim Shooting auf sie zukommt.

Manchen Models hilft es, eine Vertrauensperson beim Shooting dabei zu haben. Anderen ist es eher unangenehm, wenn sie beim Fotografieren beobachtet werden oder sie lassen sich zu sehr ablenken. Weisen Sie im Vorfeld auf diese Möglichkeit hin.

Stress vermeiden vor der Kamera

Vor einer Kamera zu posieren, bedeutet vor allem für unerfahrene Models zunächst einmal auch Stress. Dieser kann durch äussere Faktoren verstärkt werden. Sorgen Sie deshalb von Anfang an für eine entspannte Atmosphäre.

Planen Sie ausreichend Zeit ein: Gute, natürliche Bilder entstehen eher selten in ein paar Minuten. Bricht wegen einer zu eng gestrickten Zeitplanung Hektik aus, wird sich das auch auf den fertigen Fotos bemerkbar machen. Wählen Sie einen Termin, der auf beiden Seiten nicht durch wichtige Folgetermine begrenzt ist. Das reduziert den Druck und sorgt für ein entspanntes Arbeiten.

Nehmen Sie sich Zeit zum Ankommen. Beide Seiten müssen sich zunächst öffnen und aufeinander einstellen. Nur so wird es Ihnen gelingen, Ihr Model „ohne Maske“ aufs Bild zu bekommen und den Menschen vor der Kamera so zu zeigen, wie er wirklich ist.

Das Eis brechen

Zeigen Sie Selbstsicherheit, aber kommunizieren Sie stets respektvoll und auf Augenhöhe mit dem Model. Vergessen Sie nie, dass Sie kein Objekt, sondern einen Menschen vor der Linse haben. Natürlich ist ein sicherer Umgang mit Ihrer Technik wichtig. Viel mehr kommt es aber auf Ihre soziale Kompetenz an. Jeder Mensch verhält sich anders, wenn er vor einer Kamera agieren soll. Eine vertrauensvolle, gelöste Atmosphäre ist eine wichtige Basis für ein gelungenes Shooting. Alle Beteiligten sollten zu jeder Zeit offen sagen können, was sie wollen, wenn sie etwas nicht möchten oder sich in einer Situation unwohl fühlen.

Als Fotograf sind sie immer auch Entertainer. Locken Sie Ihr Model aus der Reserve! Verwickeln Sie Ihr Gegenüber in ein lockeres Gespräch über Alltägliches. Das eigene Haustier, Hobbys oder der geplante Urlaub sind Themen, über die jeder gern spricht.

Wozu Posen?

Posen erzeugen Spannung, Dynamik und Stimmung und lassen ein Foto lebendig wirken. Das klappt am besten, wenn die Posen möglichst natürlich wirken. Vor allem Gesichter können ganze Geschichten erzählen, Emotionen transportieren. Gerade Models, die noch nicht viel Erfahrung vor der Kamera haben, brauchen hierfür klare Anweisungen vom Fotografen. Models mit mehr Kameraerfahrung müssen Sie vielleicht eher bremsen. Viele Fotografen arbeiten auch mit Musik, um eine natürliche, lockere Atmosphäre zu kreieren.

Beschreiben Sie genau, was Sie sich vom Model wünschen, oder noch besser: Machen Sie es vor! Das Model kann sich selbst nicht sehen. Zeigen Sie, wie die Pose aussehen soll. Das ist nicht nur effektiver, als lange Erklärungen, sondern lockert auch die Stimmung. Auch Beispielbilder sind geeignet, um zu verdeutlichen, was Sie sich konkret für das nächste Motiv vorstellen.

Geben Sie positives Feedback! Ein simples „das machst du gut“ kann Wunder bewirken und baut Unsicherheiten ab. Wenn Sie selbst mal nicht so begeistert von einem Ergebnis sind, lassen Sie das Ihr Model nicht merken. Auch wenn eine Pose verbesserungswürdig ist: Bleiben Sie positiv und motiviert, aber konkret und klar in Ihren Anweisungen. Sagen Sie vor jeder Sequenz, worauf es Ihnen jetzt besonders ankommt (Ausdruck, Stimmung, Posing).

Im Kontakt bleiben

Konzentrieren Sie sich nicht zu sehr auf das Display oder Ihre Technik. Bleiben Sie im Kontakt mit Ihrem Model. Kontinuierliche Kommunikation erhält eine lockere Atmosphäre aufrecht und diese lässt tolle Fotos oft aus der Situation heraus entstehen. Es wäre doch schade, wenn Sie einen solchen Moment verpassen, weil Sie gerade in einen intensiven Dialog mit Ihrer Technik vertieft sind.

Fotograf shootet ins Gitarrenspiel vertiefte junge Frau auf einem Sofa

Transparenz zeigen

Lassen Sie das Model auch während des Shootings immer mal einen Blick auf die bisher entstandenen Bilder werfen. Das schafft nicht nur Transparenz, das Model sieht auch direkt die schönen Ergebnisse und wird so automatisch entspannter. Kurze Pausen sind ausserdem wichtig, um im Anschluss wieder mit voller Konzentration bei der Sache zu sein. Erklären Sie anhand besonders gelungener Bilder konkret, wie vielleicht eine noch bessere Wirkung erzielt werden kann. Geben Sie aber auch Ihrem Model die Gelegenheit für ein kurzes Feedback zu den bisherigen Bildern und nehmen Sie seine Meinung ernst. Nicht das Model muss das Bild gut aussehen lassen – vielmehr ist es Aufgabe des Fotografen, das Model bestmöglich zu inszenieren.

Nach dem Shooting ist vor dem Shooting

Sind alle Bilder im Kasten, sichern Sie diese auf Ihrem Rechner, räumen vielleicht noch etwas auf, Ihr Model zieht sich um. Nutzen Sie diese Zeit für ein bisschen Smalltalk und lassen sich auch ein kurzes Feedback geben: War alles in Ordnung? Gibt es Anregungen oder Verbesserungswünsche?

Sichten Sie gemeinsam mit dem Model die fertigen Aufnahmen am Rechner. Suchen Sie 5 bis 10 Fotos aus, die Ihnen beiden gut gefallen. Vereinbaren Sie einen Zeitpunkt, zu dem Ihr Model die fertigen Fotos bekommen soll und halten Sie sich unbedingt daran. Verbindlichkeit ist ein weiterer wichtiger Baustein für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Zukunft.

 

Noch mehr Tipps finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=jE654cOoFLg

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