Freunde auf einem Gruppenfoto

So schiessen Sie ausdrucksstarke Gruppenfotos

Zu feierlichen Anlässen wie Hochzeiten, Geburtstage, Jubiläen und ähnlichen gehört ein Gruppenfoto zur Erinnerung an den besonderen Tag. Je nach Anzahl der Personen stellt dieses allerdings auch erfahrenere Fotografen vor eine echte Herausforderung. Sind alle im Bild zu sehen? Schauen alle in die Kamera oder hat jemand geblinzelt? Mit unseren Tipps rund um Equipment, Kameraeinstellungen und Gruppenaufstellung gelingt Ihnen das nächste Gruppenbild garantiert.

Kamera und Objektiv

Im Hinblick auf die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten ist eine Systemkamera oder Spiegelreflexkamera natürlich am besten geeignet. Durch die verstellbaren Parameter, wie Blendenzahl, Belichtungszeit und ISO-Wert, können Sie die herrschenden Lichtverhältnisse besser ausgleichen. Dies ist bei der Verwendung einer Kompaktkamera oder eines Smartphones nur eingeschränkt möglich. Bei guten Lichtverhältnissen können diese jedoch auch gute Ergebnisse erzielen.

Bei einer Kamera mit Wechselobjektiv verwenden Sie am besten ein Normalobjektiv mit einer festen Brennweite von 50mm oder ein leichtes Tele, wenn es sich um eine grosse Gruppe handelt. Die Verwendung eines Weitwinkelobjektives ist dagegen nicht zu empfehlen, da dieses für Verzerrungen und unnatürliche Proportionen im Gruppenbild sorgt.

Stativ verwenden

Für ein fehlerfreies Gruppenfoto ist ein Stativ nahezu unverzichtbar. Es ermöglicht wackelfreie Bilder und Sie können die Kamera bequem auf den gewünschten Bildausschnitt ausrichten, ohne diesen ständig neu suchen zu müssen. Insbesondere bei grösseren Gruppen können Sie mit dem Stativ eine höhere Kameraposition wählen, damit alle Personen aufs Bild passen.

Für spontane Gruppenbilder unterwegs eignen sich kleine Reisestative, die meist leichter und besser zu transportieren sind. Hat man unterwegs eine Erhöhung zur Verfügung, zum Beispiel eine Bank oder eine Mauer, kann man auch diese nutzen, um die Kamera für das Gruppebild zu stabilisieren.

Eine passende Kulisse für Gruppenfotos wählen

Neben der Gruppe selbst ist vor allem der Hintergrund für ein gelungenes Gruppenfoto entscheidend. Dieser sollte grundsätzlich ruhig und nach Möglichkeit in gedeckten Farben sein, um die Gruppe als Hauptmotiv des Bildes hervorzuheben. Ein bewegtes Stadtbild als Kulisse oder grelle Lichter im Hintergrund sind dagegen weniger geeignet, da sie sehr ablenkend wirken und die Gruppe im Bild untergehen lassen.

Familienfoto im Garten

Bei grellem Sonnenschein herrschen im Schatten gute Lichtverhältnisse für ausgeleuchtete Gruppenfotos.

Des Weiteren ist eine Kulisse im Freien wegen der meist besseren Lichtverhältnisse geeigneter, als geschlossene Räume. Dabei sollten Sie grelles Sonnenlicht wie etwa zur Mittagszeit vermeiden. Dieses wirft harte Schatten, welche dann auch auf den Gesichtern der Personen im Bild zu sehen sind. Bei sanftem Sonnenlicht sollten Sie darauf achten, dass dieses seitlich auf die Personen fällt, da dies später im Bild am natürlichsten wirkt. Bei direktem Licht von hinten bzw. vorn kämen ungewollte Schatten der Gruppe bzw. der Kamera und des Fotografen mit ins Bild. Ideal ist ein leicht bedeckter Himmel oder ein schattiges Plätzchen für gut ausgeleuchtete Gruppenfotos.

Möchten Sie ein Gruppenbild in einem Innenraum machen, sollten Sie einen Blitz verwenden, um die Gruppe besser auszuleuchten. Fenster und Lampen können dabei eine hervorragende Unterstützung sein. Nutzen Sie je nach Möglichkeit auch weisse Wände und helle Oberflächen zum Reflektieren des Lichts.

Gruppe richtig aufstellen

Achten Sie bei der Anordnung der Personen darauf, dass diese möglichst eng stehen. Dies sorgt einerseits dafür, dass alle ins Bild passen und schafft andererseits im Foto eine bessere Gruppenwirkung. Bei grossen Gruppen ist ein leichter Anstieg nach hinten oder eine Treppe hilfreich, um auch die hinteren Reihen gut sichtbar zu platzieren. Experimentieren Sie bei der Aufstellung mit unterschiedlichen Höhen und Posen der Personen für eine dynamische Bildwirkung oder schaffen Sie bewusst eine klare Symmetrie für ein ausdrucksstarkes Gruppenfoto. Um die Gesichter ästhetisch in Szene zu setzen, hilft es, wenn alle das Kinn leicht anheben und nach oben strecken.

Probieren Sie verschiedene Perspektiven aus, um ein spannendes Fotomotiv zu schaffen. Je nach Kulisse und Platz können Sie die Gruppe etwa von oben oder aus der Froschperspektive fotografieren. Um eine gut verteilte Bildschärfe zu erhalten, sollten Sie immer die Mitte der Gruppe fokussieren. Für aussergewöhnliche Gruppenbilder können Sie aber natürlich mit Fokus und Bildausschnitt experimentieren und etwa auf ein bestimmtes Detail fokussieren oder nur die Schuhe der Personen einfangen.

Ausschnitt einer Gruppe Männer mit Fokus auf die bunten Socken

Der Ausschnitt des Gruppenbildes, in dem nur die Schuhe zu sehen sind, sorgt für ein lustiges und aussergewöhnliches Motiv.

 

Kameraeinstellungen

Wie so oft variieren die benötigten Kameraeinstellungen sehr stark aufgrund der Lichtverhältnisse der gewählten Kulisse. Um die perfekten Werte der einzelnen Parameter zu ermitteln, sollten Sie verschiedene Kombinationen ausprobieren. Grundlegend sollten Sie die Blende etwas weiter schliessen (grössere Blendenzahl), um eine höhere Schärfentiefe zu erreichen. Die ist in Kombination mit einer leicht verlängerten Belichtungszeit besonders bei grossen Gruppen wichtig, um auch die hinteren Reihen scharf abbilden zu können. Die Belichtungszeit sollte allerdings auch nicht zu lang sein, da kleine Bewegungen der Personen sonst für Verzerrungen im Gruppenbild sorgen. Gegebenenfalls müssen Sie auch den ISO-Wert entsprechend der Blendenzahl erhöhen, um eine gleichmässige Schärfe im Bild zu erhalten. Ist der ISO zu hoch, macht sich das in unerwünschtem Bildrauschen bemerkbar.

 

Gruppe, die hintereinander aufgestellt ist

In dieser Aufstellung ist die Schärfentiefe nicht ausreichend. Die hinteren und vorderen Personen sind unscharf.

Beim Fotografieren eines Gruppenbildes in Innenräumen empfiehlt es sich ausserdem, die Farbtemperatur mit Hilfe eines Farbfilters anzupassen. Wenn sich das aus Fenstern einfallende Tageslicht mit Kunstlicht mischt, kann es zu unschönen Farbstichen im Bild kommen, die durch das Verändern der Farbtemperatur ausgeglichen werden.

Serienbild, Intervalltimer & Co

Neben den verschiedenen Einstellungsparametern, die für ein gut ausgeleuchtetes Motiv sorgen, spielt auch der Auslöser beim Gruppenbild eine wichtige Rolle. Um den perfekten Moment zu erwischen, empfiehlt sich beispielsweise die Serienbildfunktion. Hier schiesst die Kamera mehrere Fotos hintereinander, solange Sie den Auslöser gedrückt halten. Einige Kameras verfügen auch über einen Intervalltimer, der in festgelegten Zeitabständen immer wieder ein Foto macht.

Wenn Sie als Fotograf selbst mit aufs Bild sollen, können Sie bei nahezu allen Kameras einen Timer oder auch Selbstauslöser einstellen. Um mit auf dem Bild zu sein, ohne hektisch auf Position rennen zu müssen, empfiehlt sich ein Funkauslöser. So können Sie bequem den Auslöser betätigen, wenn Sie und der Rest der Gruppe bereit sind.

Das richtige Timing

Ein ausdrucksstarkes Gruppenbild ist eine Frage des richtigen Timings. Besonders bei grossen Gruppen ist es nicht leicht, gleichzeitig die Aufmerksamkeit und das beste Lächeln aller Personen zu erhalten. Damit alle gleichzeitig in die Kamera lächeln, verwenden viel Fotografen die üblichen Anweisungen wie „Cheese“ oder „bitte lächeln“. Hier hilft die bereits genannte Serienbildfunktion, um den einen perfekten Moment im Kasten zu haben. Doch irgendjemand blinzelt fast immer. Hierfür gibt es einen kleinen Trick: Bitten Sie alle Personen des Gruppenbildes die Augen zu schliessen und erst auf Ihre Anweisung wieder zu öffnen, denn nach dem Augenöffnen gibt es ein kurzes Zeitfenster, in dem keiner ungewollt blinzeln muss. Zählen Sie am besten bis Drei runter und geben dann die Anweisung „Augen auf“.

Gruppenfotos bleiben stets anspruchsvolle Motive. Mit diesen Tipps sind Sie allerdings bestens gerüstet für das nächste Shooting mit der Familie oder den Freunden.

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