Burgen Fotografieren – Nutzen Sie das warme Abendlicht.

Burgen und Ruinen richtig fotografieren

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Burgen, Schlösser und sogar Ruinen alter Bauwerke versetzen uns in eine längst vergangene Zeit und faszinieren uns mit ihrem mystischen Charme. Fotografen zieht es daher fast magisch zu diesen Orten, um die besondere Atmosphäre in ihren Bildern einzufangen. Wir geben Ihnen Tipps, wie solche Architekturfotos am besten gelingen, bieten Impulse für mögliche Motive und informieren Sie über die rechtlichen Grundlagen.

Panoramafreiheit – Bildrechte

Das Urheberrecht in der Schweiz bestimmt, welche Kunstobjekte, Bauwerke, Schriftstücke etc. fotografiert und anschliessend veröffentlicht werden dürfen. Da viele Burgen, Schlösser und Ruinen dem Urheberrecht unterliegen, sollten Sie vorher prüfen, ob und wo Sie auf dem Gelände fotografieren dürfen. Eine Ausnahme dieser Regelung bietet die Panoramafreiheit. Diese ermöglicht es Fotografen, ein urheberrechtlich geschütztes Bauwerk unter der Einhaltung bestimmter Richtlinien trotzdem abzulichten.

Ihr Foto unterliegt der Panoramafreiheit, wenn es von einem öffentlichen Platz aus geschossen wurde. Ein Bereich gilt dann als öffentlich, wenn er frei zugänglich ist. Sobald Sie ein Tor oder eine Schranke passieren müssen oder Eintritt bezahlen, betreten Sie den privaten Raum und das Panoramarecht entfällt. In diesem Fall müssen Sie auf das Hausrecht des Gebäudes achten, welches vom Besitzer aufgestellt wird. Dieser kann der Veröffentlichung Ihrer Fotos jederzeit widersprechen.

Die Panoramafreiheit gilt auch für Objekte, die nicht frei zugänglich sind, die jedoch mit blossem Auge von öffentlichem Grund aus erkennbar sind. In diesem Fall dürfen Sie meist von diesem Bereich aus trotzdem Fotos der Burg oder der Ruine knipsen.

Vorbereitungen und technische Anforderungen

Sobald alle rechtlichen Fragen geklärt sind, können weitere Vorbereitungen für den Fotoausflug geplant werden. Viele Burgen besitzen einen Veranstaltungskalender. Hier können Sie sich über Events und Festlichkeiten informieren. Diese können Sie natürlich für Ihre Bilder nutzen und gerade kostümierte Darsteller miteinbeziehen. Um das Recht am eigenen Bild nicht zu verletzen, sollten Sie Personen, die deutlich im Bild zu erkennen sind, sicherheitshalber immer um Erlaubnis bitten. Möchten Sie jedoch ungestört fotografieren, empfiehlt es sich, in den frühen Morgenstunden aufzubrechen oder die späten Abendstunden zu nutzen, um dem Touristenandrang zu entgehen.

Um Burgen und Ruinen in ihrer ganzen Breite darstellen zu können, sollten Sie ein Weitwinkelobjektiv nutzen. Damit können Sie die volle Bildbreite nutzen und Panoramaaufnahmen anfertigen. Damit die Burg auf Ihrem Foto rundum scharf dargestellt wird, sollten Sie mit einer möglichst kleinen Blende arbeiten. Hierfür wählen Sie eine hohe Blendenzahl und passen die Belichtung entsprechend den Wetter-/Lichtverhältnissen an.

Möchten Sie im Innenbereich oder bei Nacht fotografieren, muss eine entsprechend lange Belichtungszeit eingestellt werden. Hier ist ein Stativ notwendig. Informieren Sie sich jedoch im Vorfeld, ob Sie ein Stativ im Innenbereich der Burg aufstellen dürfen.

Die Panoramafreiheit erlaubt es Ihnen, auch urheberrechtlich geschützte Bauwerke abzulichten.

Motiv- und Fotoideen

Architekturfotografie

Bei der Fotografie von Burgen und Ruinen sollten Sie beachten, die Motive so historisch wie möglich zu belassen, um die besondere Atmosphäre des Ortes einzufangen und den Betrachter in der Zeit zurückzuversetzen. Versuchen Sie deshalb, alle störenden Bildelemente und modernen Aspekte aus Ihren Bildern fernzuhalten und konzentrieren Sie sich auf die Bauwerke und die sie umgebende Landschaft.

Fotografieren Sie die Burg nicht frontal, sondern im Anschnitt, um mehr Tiefe im Bild zu erzeugen und es interessanter zu gestalten. Versuchen Sie, zusätzliche Bildebenen oder natürliche Rahmen zu schaffen, indem Sie Ihre Umgebung nutzen. Blätter, Äste, Ranken, aber auch Türen und Fenster können einen interessanten Rahmen im Bild erzeugen und den Blick auf die wichtigen Bildelement lenken. Generell sollten Sie die Grundregeln der Architekturfotografie beachten, um die Burg eindrucksvoll festzuhalten.

Licht und Schatten

Spielen Sie mit dem natürlichen Licht und achten Sie auf Schattenspiele auf den Mauern und an den Fenstern. Hier entstehen interessante, natürliche Kontraste, die das Bauwerk eindrucksvoll wirken lassen können. Besonders bei Sonnenauf- und -untergang wird eine Burg in ein völlig anderes Licht getaucht, welches wunderschöne Effekte erzielt. Viele Burgen werden auch nachts künstlich beleuchtet. Dies wirkt besonders eindrucksvoll, wenn Sie die beleuchtete Burg umgeben von der dunklen Landschaft fotografieren. Die Aufmerksamkeit des Betrachters wandert automatisch zu der imposant wirkenden Burg. Aber auch detailreiche Aufnahmen von beleuchteten Wehrgängen oder Innenräumen können den Betrachter in ihren Bann ziehen. Halten Sie also Ausschau nach besonderen Lichteffekten egal ob bei Tag oder Nacht.

Licht und Schatten machen ein Bild interessanter.

Auge fürs Detail und Perspektiven

Natürlich ist nicht nur die Burg oder die Ruine an sich ein gelungenes Motiv, sonders es finden sich auf dem Gelände oft viele verspielte Details, die auch gute Sujets abgeben. Viele Burgen sind von wunderschönen Gärten und Wäldern umgeben, wo sich bildschöne Bepflanzungen finden, Schnörkel an einem Zaun oder ein romantisch gestaltetes Gartentor. Zudem befinden sich entlang der Mauer oft Inschriften, Bilder oder kleine Ornamente, die als Eyecatcher im Bild eingesetzt werden können.

Inschriften machen Burgmauern noch spannender.

Ruinen hingegen bieten oft nicht mehr viel Fläche zum Fotografieren. Gerade hier ist es wichtig, auf die Details zu achten. Suchen Sie spannende Texturen und Muster an den zerstörten Mauern oder beobachten Sie, wie die Natur sich langsam ihren Weg zurückbahnt.

Spiegelungen entstehen nicht nur im Wasser oder in Pfützen, sondern auch in Fenstern und anderen gläsernen Gegenständen wie Lampen. Diese können Sie verwenden, um eine neue Perspektive auf das Bauwerk zu erhalten. Fotografieren Sie nicht nur frontal, sondern schauen Sie hinauf oder erklimmen Sie die Türme und Wehrgänge, um eine andere Perspektive einzunehmen. Je individueller Ihr Foto wird, desto interessanter wird es der Betrachter empfinden.

Fazit

Burgen und Ruinen fordern einen Fotografen und stellen ihn vor spannende Herausforderungen. Hier kann man nicht nur sein Geschick für die gesamte Szene beweisen, sondern auch die Liebe zum Detail aufleben lassen. Verzaubern Sie den Betrachter und lassen Sie altes Gemäuer in einem neuen Licht erstrahlen.

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