Muster erstellen mit Photoshop

Photoshop: Kreative Muster erstellen

Ob bei der Retusche von Portraitfotos oder der Nachbearbeitung von Landschafts- und Architekturaufnahmen – Wenn es darum geht, aus den eigenen Aufnahmen das Beste herauszuholen, ist nicht selten Photoshop die erste Anlaufstelle.

Allerdings können Sie mit Photoshop auch auf anderem Wege kreativ werden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem selbst erstellten Muster, dass Sie unendlich erweitern können? Gerade für die Erstellung von Gruss- und Einladungskarten unterschiedlichster Anlässe, wie Weihnachten, Ostern oder ein Jubiläum, bringt ein selbsterstelltes Muster noch mehr Individualität. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihr eigenes Muster erstellen.

Schritt 1: Vorbereitung – Hintergründe und Symbole auswählen

Das Muster, das wir Ihnen hier vorstellen, besteht aus verschiedenen Rauten. Um diese Rauten zu erstellen, werden mindestens zwei unterschiedliche Strukturen benötigt, welche sich in ihrer Art sehr ähnlich sein können. Die Farbe der Strukturen spielt nur eine untergeordnete Rolle, da Sie diese ganz einfach in Photoshop verändern können. Zudem wird der grösste Unterschied durch den Einsatz von Helligkeit und Kontrast erzeugt.

Aufnahmen von Strukturen für die Rauten des Musters

Solche Strukturen können Sie ganz einfach selbst fotografieren oder Sie suchen sich geeignete Bilder auf kostenfreien Portalen wie Pixabay.com und Pexels.com heraus.

Für das innere der Raute können Vektorgrafiken oder zum Thema passende Fotos verwendet werden. Auch hier können Sie dazu eigene oder von Portalen bezogene Bilder verwenden.

Vektorgrafik und Bilder für das Innere des Musters

Bei der Wahl der Motive spielt die vorgegebene Farbe ebenfalls keine grosse Rolle, da diese im Laufe der Muster-Erstellung geändert werden kann. Natürlich können Sie in Ihrem Muster auch persönliche Fotos verwenden. Gerade für eine Einladung zum Geburtstag machen sich verschiedene Fotos des Geburtstagskindes besonders gut.

Schritt 2: Erstellen eines Grundaufbaus aus Rauten

Öffnen Sie Photoshop mit einer neuen weissen Fläche mit einer Grösse von 3300 mal 3300 Pixel. Nutzen Sie als nächstes das Rechteck-Werkzeug aus dem Werkzeugbedienfeld, um damit eine quadratische Raute zu erzeugen. Geben Sie in der oberen Bearbeitungsleiste bei «B:» und «H:» für die Breite und die Höhe jeweils 900 Pixel ein.

Screenshot Photoshop – obere Bearbeitungsleiste des Rechteck-Werkzeuges

Richten Sie anschliessend mit Hilfe des Verschieben-Werkzeuges das Quadrat mittig aus. Befindet sich das Quadrat genau mittig, erscheint sowohl vertikal als auch horizontal eine pinke Hilfsline. Alternativ können Sie rechts in den Eigenschaften des Quadrates bei der Position in allen vier Feldern 0 Pixel angeben.

Screenshot Photoshop – schwarzes Rechteck mit Hilfslinien

Um aus dem Quadrat eine Raute zu machen, muss diese um 45 Grad gedreht werden. Stellen Sie sicher, dass im Ebenenbedienfeld das Quadrat ausgewählt ist und drücken Sie auf der Tastatur «Strg» und «T» für Windows oder «Ctrl» und «T» bei Mac, um es frei zu transformieren. Dadurch erscheint unter der Menüleiste erneut eine Zeile mit Einstellungen zur Raute. In dieser Zeile befindet sich ein Winkelsymbol. Geben Sie in dieses Feld 45 Grad ein, um das Quadrat zu drehen. Bestätigen Sie die Transformation mit einem Klick auf den Haken.

Screenshot Photoshop – Quadrat um 45 Grad drehen

Nachdem Ihr Quadrat richtig platziert wurde, können Sie per Drag and Drop die erste Struktur in Ihre Arbeitsfläche ziehen. Legen Sie die Struktur mit einem Klick auf den Haken über der Raute ab. Klicken Sie nun mit einem rechten Mausklick im Ebenenbedienfeld auf die Ebene der Struktur und wählen «Schnittmaske erstellen …» aus.

Photoshop – Schnittmaske erstellen

Durch die Schnittmaske hat die Struktur die Form der Raute übernommen. Im Ebenenbedienfeld sehen Sie jetzt einen nach unten zeigenden Pfeil vor der Ebene der Struktur. Dieser Pfeil bedeutet, dass sich die Strukturebene auf die darunterliegende Rechteck-Ebene bezieht.

Möchten Sie die Struktur bezüglich ihrer Farbe und Helligkeit noch verändern, dann können Sie dies jetzt tun. Wählen Sie in der rechten Seitenleiste den Reiter «Korrekturen» und beginnen Sie mit der Korrektur «Farbton/ Sättigung». Legen Sie mit einem Klick auf das «Rechteck mit nach unten zeigendem Pfeil» Symbol fest, dass sich die Korrektur nur auf die darunterliegende Ebene bezieht.

Screenshot Photoshop – Ebenenbedienfeld und Sättigungs-Korrektur

Bewegen Sie den Sättigungsregler nach links auf Minus 100 Prozent, um die Farbe aus der Struktur zu nehmen. Im selben Zug können Sie den Kontrast erhöhen oder senken.  In unserer Vorlage hellen wird die Struktur der ersten Raute auf.

Nach der ersten Raute folgt die zweite – Erstellen Sie erneut ein Quadrat mit dem Rechteck-Werkzeug. Diese Raute sollte kleiner sein, als die erste. In unserem Beispiel hat die zweite Raute eine Grösse von 700 Mal 700 Pixel. Legen Sie über die zweite Raute Ihre zweite Struktur und gehen Sie analog wie bei der ersten Raute vor. Dunkeln Sie diesmal die Struktur der zweiten Raute ab, um einen Kontrast zwischen den beiden Rauten zu schaffen.

Zwischenergebnis – zwei übereinanderliegende Rauten

Bei der nächsten Raute kommt endlich ein bisschen Farbe ins Spiel. Erstellen Sie diese mit einer Grösse von 600 Mal 600 Pixel. Für diese Raute benötigen Sie keine neue Struktur. Färben Sie diesmal das Rechteck einfach in einer beliebigen Farbe ein, beispielsweise in einem satten Rotton (R: 112, G: 23, B: 36). Setzen Sie anschliessend die Deckkraft auf 60 Prozent, um die darunterliegende Struktur sichtbar zu machen.

Nach diesem Schritt folgt die vierte Raute. Diese verfügt über eine Grösse von 540 Mal 540 Pixel, sodass von der Farbigen Raute nur ein schmaler Streifen zu sehen ist. Für dieses Rechteck wurde ein dunkles Grau (R: 48, G: 48, B: 48) mit einer Deckkraft von 90 Prozent verwendet. Wandeln Sie die beiden letzten Rauten mit einem Rechtsklick auf die jeweilige Ebene in ein Smartobjekt um.

Mit diesen vier Rauten steht nun der Grundaufbau des Musters.

Schritt 3: Mit Motiven eine persönliche Note in das Muster einfügen

Um ein Motiv in die Raute einzufügen, können Sie genauso vorgehen wie mit den Strukturen in den Rauten. Erstellen Sie ein neues Rechteck mit der Grösse 480 Mal 480 Pixel, legen Sie das Bild darüber und wählen Sie mit einem rechten Mausklick auf die Ebene «Schnittmaske erstellen» aus. Bevor Sie die Schnittmaske erstellen, sollten Sie die Grösse des Bildes anpassen.

Screenshot Photoshop – Motiv in Rauten einfügen

Verkleinern Sie das Bild, bis es nur noch die zu füllende Raute abdeckt. Wenn Sie nun die Schnittmaske erstellen, wird das Motiv gut zu erkennen sein. Sollte die Farbe des Bildes nicht zum gewünschten Design passen, kann auch hier mit der Korrektur «Farbton/ Sättigung» die Farbe des Bildes verändert oder ganz entnommen werden.

Mit dem eingefügten Motiv ist die erste Raute für das Muster fertig. Um zwischen den vielen Bearbeitungsschritten einen Überblick zu behalten, ist es ratsam diese in einen Ordner zu packen.

Screenshot Photoshop – Ebenen in einen Ordner verschieben

Alt: Screenshot Photoshop – Ebenen in einen Ordner verschieben

Wählen Sie mit gehaltener Feststelltaste alle Ebenen ausser der Hintergrund-Ebene aus und klicken Sie auf das Ordnersymbol im unteren Bereich des Ebenenbedienfeldes. Eine sinnvolle Benennung der einzelnen Ebenen trägt ebenfalls dazu bei, den Überblick zu behalten.

Schritt 4: Mit weiteren Rauten Vielfalt erzeugen

Durch das Gruppieren der Ebenen kann die erstellte Raute einfach dupliziert werden. Wählen Sie nun die Gruppe der zweiten Raute aus und drücken «Strg» und «T» bei Windows oder «Ctrl» und «T» bei Mac, um die gesamte Raute inklusive aller Bestandteile zu verschieben.

Sie können die Rauten mit oder ohne Abstand nebeneinander platzieren. Entscheiden Sie sich dabei für den Abstand, müssen Sie darauf achten, dass dieser bei der Vervielfältigung immer gleichbleibt.

Da es nicht das Ziel ist, ein Muster aus einer sich immer wiederholenden Raute zu erstellen, können Sie die zweite Raute nun verändern. Begonnen wird mit der Veränderung der Helligkeiten der Strukturen. In der ersten Raute ist die äussere Struktur heller als die innere. Machen Sie es nun genau umgekehrt, um eine Abwechslung in Ihr Muster zu bringen.

Wählen Sie dafür die Korrektur «Farbton/Sättigung» der ersten Struktur aus und schieben Sie den Helligkeits-Regler in die entgegengesetzte Richtung. Wiederholen Sie diesen Vorgang mit der zweiten Struktur. Bereits hier helfen Ihnen die Benennungen der einzelnen Ebenen, um die richtigen Korrekturebenen auszuwählen.

Screenshot Photoshop – Helligkeit der Strukturen in der zweiten Raute ändern

Nachdem die Strukturen in ihrer Helligkeit verändert wurden, wählen Sie das dritte Rechteck aus, um die Farbe mittels des Füllwerkzeuges zu ändern. Für ein weihnachtliches oder winterliches Motiv empfiehlt sich ergänzend zur ersten Raute ein dunkles grün (R: 0, G: 47, B: 30). Auch hier muss die Deckkraft des Rechteckes auf 60 Prozent gestellt werden, um eine Transparenz zu erzeugen.

Das vierte Rechteck kann bleiben wie es ist, es sei denn Sie möchten die Farbe oder die Helligkeit des Rechteckes ebenfalls verändern. Dies funktioniert analog zu Rechteck 3.

Der letzte Schritt für die neue Raute besteht im Ändern des inneren Motivs. Schieben Sie dazu das gewählte Bild in den Papierkorb. Das innere der Raute wird nun in der Farbe des darunter liegenden Rechteckes (grau) erscheinen. Fügen Sie ein neues Bild oder eine Struktur in Photoshop ein und wandeln dieses erneut in eine Schnittmaske um.

Möchten Sie in das Innere eine Grafik einarbeiten, wie beispielweise der Umriss einer Schneeflocke, können Sie die zweite Struktur, die Sie in Ihrer Raute verwendet haben, als Hintergrund nutzen. Fügen Sie die Struktur erneut ein und positionieren Sie diese über dem «Rechteck 5». Wandeln Sie die Struktur auch hier in eine Schnittmaske um und wenden eine «Farbton/ Sättigung» Korrektur an. Nutzen Sie die gleichen Einstellungen wie bei der zweiten Struktur. In unserem Beispiel ist dies Sättigung gleich Minus 100 und Helligkeit Plus 44. Setzen Sie abschliessend die Grafik der Schneeflocke mittig in die Raute.

Screenshot Photoshop: Zwei unterschiedliche Rauten

Schritt 5: Muster durch Duplizieren und Gruppieren vergrössern

Bereits zwei Rauten reichen aus, um ein Muster zu erstellen. Duplizieren Sie jede der beiden Rauten und setzen Sie sie diagonal gespiegelt zu einem Quadrat zusammen. Fassen Sie nun alle vier Gruppen der einzelnen Rauten zu einer Gruppe zusammen. Dadurch können Sie das aus vier Rauten bestehende kleine Muster immer wieder duplizieren und nebeneinandersetzen, um ein grossflächiges Muster zu erstellen.

Um grössere Flächen abzudecken, können Sie nach dem Nebeneinandersetzen der ersten vier kleinen Muster erneut eine Gruppe bilden, um einen grösseren Rapport aus 16 Rauten zu schaffen. Sobald Sie eine ausreichend grosse Fläche mit Ihren Rauten gefüllt haben, ist Ihr Muster auch schon fertig.

Muster immer wieder Wiederholen

Jetzt müssen Sie Ihr Muster nur noch in JPEG speichern, um es bei der Erstellung von Grusskarten und Fotobüchern verwenden zu können. Heben Sie die Photoshop-Datei auf, um Ihr Muster auch nachträglich verändern und vergrössern zu können.

Zwei unterschiedliche Muster – mit vier unterschiedlichen Rauten und mit zwei unterschiedlichen Rauten

Möchten Sie Ihr Muster noch eindrucksvoller und abwechslungsreicher gestalten, können Sie vier statt nur zwei unterschiedlicher Rauten erstellen. Dabei sind Ihnen bei der Motiv- und Farbwahl keine Grenzen gesetzt. Sie sollten dennoch darauf achten, dass Sie die vier Rauten nicht zu unterschiedlich gestalten und dass die verwendeten Farben miteinander harmonieren. Zu viele Farben oder nicht zu einander passenden Farben, können schnell unruhig wirken.

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Ausprobieren!

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