Kamera, Laptop und Scheinwerfer auf einem weissen Tisch

Tethered Shooting

Tethered Shooting bzw. kabelgebundenes Fotografieren ermöglicht die sekundenschnelle Bildübertragung von der Kamera auf den Computer bzw. auf das Tablet. Von dort lässt sich die Kamera über eine Software einstellen und auslösen. Früher wurde Tethered Shooting hauptsächlich von professionellen Studio-Fotografen benutzt. Da die Technologie immer günstiger und einfacher in der Handhabung wurde, ist sie heute auch in der Hobbyfotografie beliebt.

Vorteile von Tethered Shooting

Tethered Shooting kommt vor allem bei der People-Fotografie von Menschen oder bei Produktshootings zum Einsatz. Hier vereinfacht sie den Workflow und spart eine Menge Zeit. So gelangen die Fotos direkt nach der Aufnahme auf den Rechner und können dort von mehreren Personen bequem im Grossformat betrachtet werden. Gleich nach dem ersten Shoot lassen sich wichtige Parameter wie die Beleuchtung, die Farbwerte oder die Schärfe direkt am Monitor überprüfen.

Auch das Fotomodell kann beurteilen, wie es auf dem Bild wirkt und kann eventuell Anpassungen vornehmen. Durch eine Software lassen sich wichtige Kameraeinstellungen am Rechner regulieren. Dazu zählen beispielsweise die Blende, der Weissabgleich, die ISO-Empfindlichkeit und die Verschlusszeit. Der Fotograf ist schlussendlich nur noch für den Fokus und den Bildausschnitt verantwortlich.

Darüber hinaus muss die Foto-Session nicht extra unterbrochen werden, um die Bilder auf den PC zu laden, denn über Tethering lassen sich Bilddateien gleich auf dem Computer abspeichern. Durch diese automatische Datensicherung ist man nicht mehr auf ein Speichermedium angewiesen.

Equipment für Tethered Shooting

Die meisten modernen digitalen Spiegelreflex- sowie einige Kompaktkameras sind heutzutage tethering-fähig. Die günstigste Variante der Datenübertragung ist ein ausreichend langes USB-Kabel. Konventionelle USB-Kabel sind bis zu einer Länge von fünf Metern erhältlich und ermöglichen in der Regel genügend Bewegungsspielraum für ein Shooting.

Bei einigen auf Tethering spezialisierten Anbietern wie Tether Tools erhält man spezielle Kabel in Signalfarben, damit man nicht versehentlich darüber stolpert. Ein sogenannter JerkStopper, ein für Tethered Shooting entwickelter Kabelhalter, verhindert ausserdem, dass das USB-Kabel durch äussere Zugkraft versehentlich aus der Buchse der Kamera gerissen wird.

Die meisten modernen Digital- und Spiegelreflexkameras sind heute mit WLAN ausgerüstet. Canon-Kameras lassen sich beispielsweise über die kostenfreie App Canon Camera Connect mit dem Smartphone oder dem Tablet verbinden. Mittlerweile gibt es für die meisten WLAN-fähigen Kameras eigene Apps, die es erlauben, Fotos zu übertragen und die Kamera beispielsweise über das Tablet zu steuern.

Möchte man ältere Modelle mit WLAN nachrüsten, eignet sich ein sogenannter CamRanger mit zugehöriger App. Der CamRanger erzeugt ein eigenes WLAN Netz, das Kamera und Computer verbindet. Den CamRanger gibt es allerdings nur für Canon und Nikon Kameras und er ist bei einem Preis ab 400 CHF eher für professionelle Fotografen geeignet.

Für Tethered Shootings verwendet man am besten einen mobilen Tisch als Abstellfläche für den Laptop.

Foto-Kamera mit Laptop verbunden

Für die Übertragung und Speicherung der Fotos sowie für die Kamerasteuerung ist eine Tethering Software essentiell. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe einfach zu bedienender Tethering Softwares. Zu den beliebtesten Varianten zählen beispielsweise Capture One, Canon EOS Utility und Adobe Lightroom. Vor der Entscheidung für eine Software gilt es zu prüfen, ob diese mit der eigenen Kamera kompatibel ist. So funktioniert beispielsweise Adobe Lightroom nur in Verbindung mit Canon und Nikon Kameras. In der Regel gehören Tethering-Softwares zum Lieferumfang einer modernen Kamera dazu.

Workflow beim Tethered Shooting

Für das Fotografieren mit Tethering sind nur wenige Schritte notwendig. Mit dem USB-Kabel oder über WLAN werden Kamera und Computer miteinander verbunden. Wichtig ist es, vorab einen Speicherort festzulegen, um die Bilder später wiederzufinden. Fotografiert man mit einer Speicherkarte, ist zu beachten, dass Canon Kameras die Bilddateien automatisch auf der Speicherkarte erstellen, nicht jedoch Nikon-Kameras. Einmal auf den Auslöser gedrückt, werden die Aufnahmen in wenigen Sekunden auf PC oder Tablet übertragen. Die Kameraeinstellungen lassen sich intuitiv in der Menüleiste neben dem Bild regulieren.

Fazit

Obwohl Tethered Shooting kompliziert aussieht, ist es einfach in der Handhabung. Benötigt werden lediglich eine Kamera, ein USB-Kabel oder WLAN-Verbindung und ein Laptop inklusive Tethering Software. Durch die Ansicht auf der vergleichsweise grossen Bildschirmfläche können Aufnahmen sofort bis ins Detail ausgewertet werden.

Fotografieren auf Reisen

Reisefotografie – und dann?

Tipps zur Bildorganisation auf Reisen

In den Ferien haben wir die Kamera immer dabei und den Finger meist am Auslöser. An einem aufregenden Sight-Seeing-Tag entstehen so schnell mehrere hundert Bilder. Mit jedem fortschreitenden Ferientag wird die Anzahl aus Schnappschüssen, Verwacklern und richtigen Goldstücken auf der Kamera immer grösser und damit undurchsichtiger. Leider landen diese Bild-Konglomerate nach der Reise meist ungeordnet auf der Festplatte und geraten in Vergessenheit.

Wir geben Tipps, wie Sie mit wenig Aufwand Ordnung in Ihre Ferienfotos bringen.

Bildorganisation #1 – Bewusst Fotografieren

In den Ferien wollen wir sichergehen, das gewünschte Motiv auch wirklich gut getroffen zu haben. So haben die meisten Menschen die Angewohnheit, dasselbe Motiv wieder und immer wieder abzulichten. Dadurch entstehen zahllose Kopien eines Fotos ohne Mehrwert für den Betrachter. Nehmen Sie sich lieber Zeit für das Schiessen eines Fotos: wer durchdacht und in Ruhe fotografiert, erhält weitaus bessere Ergebnisse. Sollten Sie zur Sicherheit eine zweite Aufnahme machen wollen, achten Sie darauf, die Bildkomposition oder die Ausrichtung zu ändern. Durch bewusstes Fotografieren nehmen wir auch unsere Umwelt bewusster wahr und vermindern Foto-Dopplungen und somit Chaos auf der Kamera.

Bildorganisation #2 – Verschiedene Quellen zusammenfügen

Fotos aus mehreren Quellen zusammenziehen

Sichern Sie am Ende eines jeden Ferientages die Bilder auf ihren Laptop oder in der Cloud. Somit sind Ihre Bildschätze auch bei Verlust oder Beschädigung der Kamera gesichert. Achten Sie darauf, die Bilder aller verwendeten Kameras zu sichern: also vom Smartphone, der DSLR und gegebenenfalls der Actioncam. Zumeist werden die Bilddateien in einem Ordner automatisch nach Benennung geordnet, wodurch die Aufnahmen der verschiedenen Kameras nacheinander gelistet werden. Sinnvoller ist eine Ordnung nach Aufnahmezeitpunkt, dann werden alle Aufnahmen unabhängig vom Aufnahmegerät chronologisch geordnet.

Zum Erstellen der Sicherungskopie auf Reisen können Sie Clouddienste nutzen, oder – bei schlechter und nicht vorhandener Internetverbindung – auf stossresistente externe Festplatten zurückgreifen. Diese sind besonders widerstandsfähig und zumeist klein und kompakt.

Bildorganisation #3 – Ausmisten

Die geschossenen Bilder sollten jeden Abend gesichtet werden. Dabei sollten Sie recht rigoros alle Bilder löschen, die doppelt, verwackelt oder einfach ohne Aussagewert sind. Dies können Sie ganz intuitiv entscheiden, im Ansichtsmodus vieler des Laptops löschen Sie ein Bild mit der Taste „Entf“ und springen mit den Pfeiltasten vor- und zurück. Erfahrungsgemäß haben Sie später keine Freude an Bildern, die Sie schon am Aufnahmetag nicht vom Hocker hauen. Durch tägliches Ausmisten reduzieren Sie die Anzahl gespeicherter Bilder zumeist auf einen Bruchteil der Original-Fotos. So haben Sie zwar weniger Fotos, aber bestimmt mehr Freude daran. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass Sie den Tag durch das Aussortieren Ihrer Bilder nochmals Revue passieren lassen.

Bildorganisation #4 – Top Ordner

Zahlreiche Reisefotos sortieren und Top Ordner erstellen

Von jeder Reise gibt es besonders schöne Fotos, die uns einfach berühren. Manchmal lässt sich gar nicht genau sagen, warum ausgerechnet dieses oder jenes Bild das Lieblingsbild der Ferien wurde. Erstellen Sie einen Top Ordner und legen Sie hier nur die 15-20 besten Bilder der Ferien rein, je nach Länge des Urlaubs kann dies auch variieren. Bei langen Reisen mit mehreren Stationen, können Sie auch zu jedem Ort einen Top Ordner erstellen. Durch die strikte Selektion der Lieblingsfotos haben Sie die allerschönsten Urlaubserinnerungen kompakt gespeichert, und können für „Dia-Abende“ mit Freunden oder die Erstellung des Urlaubsfotobuchs einfach darauf zurückgreifen. Durch die Reduktion auf wenige tolle Bilder schaut man sich die Ferienfotos erfahrungsgemäß viel häufiger an, als wenn man sich durch grosse Datenmengen wühlen muss. Und wenn Sie wieder einmal länger in Ferienerinnerungen schwelgen möchten, haben Sie auch die umfangreicheren Ordner schnell zur Hand.

Bildorganisation #5 – Bild Management Tools

Auch mit einer sinnvollen Ordnerstruktur und viel Disziplin in der Bildverwaltung sammeln sich über die Jahre enorme Bilddaten-Mengen an. Es gibt einige kostenlose Fotoverwaltungstools, die Ordnung in das Chaos bringen können.

Das Angebot an Organisationssoftware ist riesig. Empfehlenswert ist beispielsweise die kostenlose Software «Photo Commander 12». Auch sehr grosse Bildbestände können mit der kostenlosen Vollversion einfach verwaltet werden. Beim Import können Bilder mit Tags und Schlagworten versehen werden und somit später einfach wiedergefunden werden. Ein grosser Vorteil ist die Stapelverarbeitung: mit dieser Funktion können mehrere Bilder gleichzeitig in andere Formate konvertiert und die Dateigrösse verändert werden. Die Funktion «Duplicate finder» sortiert doppelte Bilder automatisch aus, was manuelles Löschen überflüssig macht.

Fazit: Bildorganisation auf Reisen

Es lohnt sich, schon in den Ferien ein bisschen Zeit in die Organisation der Fotos zu investieren. Denn hat sich einmal ein Foto-Chaos angesammelt, braucht es einiges an Überwindung sich damit auseinander zu setzen. Versuchen Sie, resolut Ordnung in Ihre Ferienfotos zu bekommen und Sie werden viel Spass mit Ihren Erinnerungsstücken haben.

Titel: Fotodokumentationen bei Umbau- oder Renovierungsarbeiten Meta: Fotodokumentation: Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Erfolge beim Umbauen oder Renovieren mit Hilfe von Vorher-Nachher-Fotos festhalten können. Teaser: Fotodokumentation: Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Erfolge beim Umbauen oder Renovieren mit Hilfe von Vorher-Nachher-Fotos festhalten können. Alt: frontale Vorher-Nachher-Aufnahme eines umgebauten Hauses https://www.shutterstock.com/de/image-photo/construction-new-part-old-house-before-535324108?src=EGedAwGJId-_1Q5ZSmO7Pw-1-6 Vorher-Nachher-Aufnahmen: Umbauen, Renovieren und Dokumentieren Sowohl beim Umbau als auch beim Renovieren erfreut man sich an jeder Neuerung und kann es kaum erwarten, bis das Endergebnis zu bestaunen ist. Zugleich ist es besonders beeindruckend, den Vorher-Zustand festzuhalten, um im Nachhinein die schrittweise Veränderung und den erreichten Erfolg noch einmal genau zu vergleichen. Damit Ihnen eine solche Vorher-Nachher-Aufnahme oder auch eine ganze Fotodokumentation gelingt, geben wir Ihnen ein paar wichtige Hinweise zu diesem Thema. Das richtige Objekt Egal ob Sie ein ganzes Haus, eine komplette Wohnung, nur einen Raum oder auch einen Garten umgestalten, Sie sollten sich bereits vor Beginn Ihrer Fotostrecke einen groben Plan über die Vorgehensweise zurechtlegen. Zum einen sollten Sie sich überlegen, wie umfangreich Ihre Fotodokumentation werden soll. Möchten Sie ausschliesslich den Vorher-Nachher-Zustand oder auch gewisse Zwischenschritte festhalten? Ein Beispiel für einen solchen Zwischenschritt stellt der Zustand nach der Entkernung eines Raumes dar. Des Weiteren sollten sie sich auch Gedanken darüber machen, was Sie fotografieren möchten. Im Falle eines Hauses kommen sowohl Innenaufnahmen der Räume als auch eine Aussenaufnahme der Fassade in Frage. Bei mehreren Räumen müssen Sie sich entscheiden, ob Sie alle Räume einbeziehen oder sich nur auf bestimmte Räume fokussieren. Auch bei einzelnen Räumen sollte man sich die Frage stellen, ob es bestimmte Stellen oder Details gibt, die Sie besonders hervorheben möchten. Diese Vorüberlegungen werden Ihnen helfen, eine vollständige und auch abwechslungsreiche Fotodokumentation zu erstellen. Die richtige Perspektive Ein wesentlicher Faktor bei der Aufnahme einer Hausfassade oder eines Raumes ist es, eine geeignete Position zu finden, um das Objekt so komplett wie möglich und in der besten Perspektive abzulichten. Bei Innenräumen bietet es sich an, sich in der Tür des Raumes zu positionieren und von dort die Linse gerade auf das Hauptaugenmerk des Raumes, beispielsweise ein Bett in einem Schlafzimmer, zu richten und somit die grösstmögliche Weite des Raumes zu erfassen. Auch die vorgegebenen vertikalen Linien eines Raumes, wie die Kante eines Türrahmens oder der Decke, sollten zur Orientierung genutzt werden, um somit eine gewisse Ordnung in den Bildern zu erzeugen. Um den vollständigen Umfang aller Veränderungen einzufangen, kann es von Vorteil sein, sogar zwei oder mehr Positionen zu wählen, da es undenkbar ist, alle vier Seiten eines Hauses in nur einem Schnappschuss festzuhalten. Um letztendlich mit der ausgewählten Perspektive gute Vorher-Nachher-Fotos aufzunehmen, muss gewährleistet sein, dass Sie auch nach dem Umbau oder der Renovierung dieselbe Position einnehmen können, um dann die Kamera im selbigen Winkel auszurichten. Hinweis: Es empfiehlt sich, wenn vorhanden, ein Weitwinkelobjektiv zu nutzen. Alt: Vorher-Nachher-Aufnahme eines umgebauten Hauses Negativbeispiel Caption: Hier können Sie ein Beispiel sehen, bei dem die Vor-Nachher-Aufnahme kaum einen dienlichen Vergleich erbringt. Aufgrund des unterschiedlichen Winkels hat es den Anschein, dass das Gebäude auf dem Vorher-Foto wesentlich kleiner ist als das auf dem Nachher-Foto. Zudem wurden unterschiedliche Ausrichtungen gewählt (Hoch-/Querformat). Das richtige Licht Für jede Fotografie ist Licht von grosser Bedeutung, denn ein und dasselbe Objekt kann unter verschiedenen Lichtverhältnissen, vor allem farblich, sehr verfälscht dargestellt werden. Deshalb ist es bei einer Vorher-Nachher-Aufnahme von grosser Priorität, die Bilder bestmöglich bei gleichen Lichtverhältnissen aufzunehmen. Da das nicht immer möglich ist, bietet sich ein Weissabgleich an, sofern dies mit der genutzten Kamera möglich ist. Ein Weissabgleich dient der Anpassung an die Farbtemperatur des Lichts und soll sicherstellen, dass kein unerwünschter Farbstich entsteht. Meist gibt es die Funktion des automatischen Weissabgleiches, zu finden unter der Abkürzung AWB „Automatic White Balance“, welche sich an den Bereichen mit den gleichen Anteilen an Rot, Grün und Blau orientiert und diesen Flächen ein neutrales Grau zuweist. Auch hier gibt es noch weitere Tipps, wie Sie mit Hilfe des Lichts das Beste aus Ihren Schnappschüssen herausholen können: Für eine farbkräftige Aussenaufnahme rückt Ihr Motiv in ein viel besseres Licht, wenn Sie die Aufnahme bei blauem Himmel und Sonnenschein machen. Dafür eignen sich am besten die Morgenstunden sowie der späte Nachmittag, da zu diesen Zeiten die Sonne flach am Himmel steht, wodurch die Sonne ein warmes Licht erzeugt. Bei Innenräumen ist es ebenfalls von Vorteil, wenn die Sonne den Raum wenigstens zum Teil erhellt. Zusätzlich ist es bei möblierten Räumen förderlich, jegliche Lampen im Raum einzuschalten, um dunkle Ecken oder Stellen auf dem Bild zu vermeiden. Baustrahler eigenen sich hervorragend, um für eine gute Ausleuchtung zu sorgen. Fazit Grundsätzlich gibt es für Vorher-Nachher-Aufnahmen oder auch für ganze Fotodokumentationen, welche den Zweck haben unterschiedliche Zustände eines Objektes zu vergleichen, nur eine grosse Regel: Die Bedingungen müssen gleich sein, sowohl bei der Perspektive als auch bei den Lichtverhältnissen, um das beste Ergebnis zu erzielen. Tipp: Besonders bei grösseren Projekten wie einer Haus-Renovierung ist es eine schöne Idee, die Fotos später in einem Fotobuch festzuhalten.

Fotodokumentation: Umbauen, Renovieren und Dokumentieren

Sowohl beim Umbau als auch beim Renovieren erfreut man sich an jeder Neuerung und kann es kaum erwarten, bis das Endergebnis zu bestaunen ist. Zugleich ist es besonders beeindruckend, den Vorher-Zustand festzuhalten, um im Nachhinein die schrittweise Veränderung und den erreichten Erfolg noch einmal genau zu vergleichen. Damit Ihnen eine solche Vorher-Nachher-Aufnahme oder auch eine ganze Fotodokumentation gelingt, geben wir Ihnen ein paar wichtige Hinweise zu diesem Thema.

Das richtige Objekt

Egal ob Sie ein ganzes Haus, eine komplette Wohnung, nur einen Raum oder auch einen Garten umgestalten, Sie sollten sich bereits vor Beginn Ihrer Fotostrecke einen groben Plan über die Vorgehensweise zurechtlegen. Zum einen sollten Sie sich überlegen, wie umfangreich Ihre Fotodokumentation werden soll. Möchten Sie ausschliesslich den Vorher-Nachher-Zustand oder auch gewisse Zwischenschritte festhalten? Ein Beispiel für einen solchen Zwischenschritt stellt der Zustand nach der Entkernung eines Raumes dar.

Des Weiteren sollten sie sich auch Gedanken darüber machen, was Sie fotografieren möchten. Im Falle eines Hauses kommen sowohl Innenaufnahmen der Räume als auch eine Aussenaufnahme der Fassade in Frage. Bei mehreren Räumen müssen Sie sich entscheiden, ob Sie alle Räume einbeziehen oder sich nur auf bestimmte Räume fokussieren. Auch bei einzelnen Räumen sollte man sich die Frage stellen, ob es bestimmte Stellen oder Details gibt, die Sie besonders hervorheben möchten.

Diese Vorüberlegungen werden Ihnen helfen, eine vollständige und auch abwechslungsreiche Fotodokumentation zu erstellen.

Die richtige Perspektive

Ein wesentlicher Faktor bei der Aufnahme einer Hausfassade oder eines Raumes ist es, eine geeignete Position zu finden, um das Objekt so komplett wie möglich und in der besten Perspektive abzulichten.

Bei Innenräumen bietet es sich an, sich in der Tür des Raumes zu positionieren und von dort die Linse gerade auf das Hauptaugenmerk des Raumes, beispielsweise ein Bett in einem Schlafzimmer, zu richten und somit die grösstmögliche Weite des Raumes zu erfassen. Auch die vorgegebenen vertikalen Linien eines Raumes, wie die Kante eines Türrahmens oder der Decke, sollten zur Orientierung genutzt werden, um somit eine gewisse Ordnung in den Bildern zu erzeugen.

Um den vollständigen Umfang aller Veränderungen einzufangen, kann es von Vorteil sein, sogar zwei oder mehr Positionen zu wählen, da es undenkbar ist, alle vier Seiten eines Hauses in nur einem Schnappschuss festzuhalten. Um letztendlich mit der ausgewählten Perspektive gute Vorher-Nachher-Fotos aufzunehmen, muss gewährleistet sein, dass Sie auch nach dem Umbau oder der Renovierung dieselbe Position einnehmen können, um dann die Kamera im selbigen Winkel auszurichten.

Hinweis: Es empfiehlt sich, wenn vorhanden, ein Weitwinkelobjektiv zu nutzen.

Vorher-Nachher-Aufnahme eines umgebauten Hauses Negativbeispiel

Hier können Sie ein Beispiel sehen, bei dem die Vor-Nachher-Aufnahme kaum einen dienlichen Vergleich erbringt. Aufgrund des unterschiedlichen Winkels hat es den Anschein, dass das Gebäude auf dem Vorher-Foto wesentlich kleiner ist als das auf dem Nachher-Foto. Zudem wurden unterschiedliche Ausrichtungen gewählt (Hoch-/Querformat).

Das richtige Licht

Für jede Fotografie ist Licht von grosser Bedeutung, denn ein und dasselbe Objekt kann unter verschiedenen Lichtverhältnissen, vor allem farblich, sehr verfälscht dargestellt werden. Deshalb ist es bei einer Vorher-Nachher-Aufnahme von grosser Priorität, die Bilder bestmöglich bei gleichen Lichtverhältnissen aufzunehmen.

Da das nicht immer möglich ist, bietet sich ein Weissabgleich an, sofern dies mit der genutzten Kamera möglich ist. Ein Weissabgleich dient der Anpassung an die Farbtemperatur des Lichts und soll sicherstellen, dass kein unerwünschter Farbstich entsteht. Meist gibt es die Funktion des automatischen Weissabgleiches, zu finden unter der Abkürzung AWB „Automatic White Balance“, welche sich an den Bereichen mit den gleichen Anteilen an Rot, Grün und Blau orientiert und diesen Flächen ein neutrales Grau zuweist.

Auch hier gibt es noch weitere Tipps, wie Sie mit Hilfe des Lichts das Beste aus Ihren Schnappschüssen herausholen können: Für eine farbkräftige Aussenaufnahme rückt Ihr Motiv in ein viel besseres Licht, wenn Sie die Aufnahme bei blauem Himmel und Sonnenschein machen. Dafür eignen sich am besten die Morgenstunden sowie der späte Nachmittag, da zu diesen Zeiten die Sonne flach am Himmel steht, wodurch die Sonne ein warmes Licht erzeugt. Bei Innenräumen ist es ebenfalls von Vorteil, wenn die Sonne den Raum wenigstens zum Teil erhellt. Zusätzlich ist es bei möblierten Räumen förderlich, jegliche Lampen im Raum einzuschalten, um dunkle Ecken oder Stellen auf dem Bild zu vermeiden. Baustrahler eigenen sich hervorragend, um für eine gute Ausleuchtung zu sorgen.

Fazit

Grundsätzlich gibt es für Vorher-Nachher-Aufnahmen oder auch für ganze Fotodokumentationen, welche den Zweck haben unterschiedliche Zustände eines Objektes zu vergleichen, nur eine grosse Regel: Die Bedingungen müssen gleich sein, sowohl bei der Perspektive als auch bei den Lichtverhältnissen, um das beste Ergebnis zu erzielen.

Tipp: Besonders bei grösseren Projekten wie einer Haus-Renovierung ist es eine schöne Idee, die Fotos später in einem Fotobuch festzuhalten.

Schweizer Flagge im Grünen

Bildrechte in der Schweiz

Auf Blogs und in den sozialen Medien werden jeden Tag zahlreiche Bilder gepostet, verlinkt und geteilt. Dies kann gewisse Risiken mit sich bringen – sowohl für den Urheber als auch für die darauf abgebildeten Personen. Wir erklären, worauf es bei der Verbreitung von Bildern im Internet zu achten gilt.

Das Recht am eigenen Bild

In der Schweiz wird das Recht am eigenen Bild als Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts verstanden. Das bedeutet, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber bestimmen kann, ob und in welchem Kontext Bilder von ihm veröffentlicht werden. Es wird im ersten Teil des Zivilgesetzbuches sowie im Bundesgesetz über den Datenschutz geregelt. Ein Urteil des Schweizer Bundesgerichts aus dem Jahr 2010 legte fest, dass das Recht am eigenen Bild durchaus vertraglich geregelt werden kann. Andere Rechte, wie das Recht auf körperliche Unversehrtheit sind hingegen nicht verhandelbar. Strikte vertragliche Regelungen werden beispielsweise bei der Arbeit mit Models getroffen. Ein sogenannter Model Release regelt u.a. den Zweck der Aufnahmen, die Entschädigung und das Urheberrecht.

Dilemma Fotografieren im öffentlichen Raum

Problematisch wird es erst, wenn keine Vereinbarung zwischen einer abgebildeten Person und dem Fotografen getroffen wird. Dies ist zum Beispiel häufig in der Street Style Fotografie der Fall. Hier geht es darum, Passanten mit einem besonders individuellen Look in ungekünstelten Alltagssituationen fotografisch festzuhalten. Besonders natürlich wirken die Aufnahmen dann, wenn das Motiv gar nicht bemerkt, dass es fotografiert wird. Nimmt das Motiv wahr, dass es fotografiert wird, geht dies allerdings häufig zu Lasten der Authentizität des Fotos. Die Pflicht, eine Zustimmung einzuholen, wenn die Person als zentrales Objekt der Aufnahme eindeutig identifizierbar ist, liegt jedoch beim Fotografen. So sollten Fotos nicht ohne Zustimmung der betreffenden Person veröffentlicht werden, obwohl es sich um eine rechtliche Grauzone handelt und letztendlich eine Einzelfallentscheidung ist.

Street Style Fotograf bei der Arbeit

Keiner Vereinbarung bedarf es hingegen, wenn die Person nicht gezielt im Fokus der Aufnahme steht. So wird kein Persönlichkeitsrecht verletzt, wenn mehrere Menschen gemeinsam zum Beispiel bei öffentlichen Veranstaltungen oder an überlaufenen touristischen Orten fotografiert werden. Sticht eine Person jedoch optisch aus der Menschenmenge hervor, muss der Fotograf die Einwilligung einholen, um sich rechtlich abzusichern.

Konzertbesucherinnen in der Menschenmenge – von hinten abgebildet

Ungewollt im Netz veröffentlicht – Was nun?

Wer sein Recht am eigenen Bild verletzt sieht, solle zunächst das Gespräch mit demjenigen suchen, der das Foto veröffentlicht hat und ihn bitten, dieses zu entfernen. Bringt dies nichts, hilft eine Beratung beim Rechtsanwalt um zu klären, inwiefern ein schutzwürdiges Interesse geltend gemacht werden kann. Hier gilt es dann zu entscheiden, inwiefern das Foto in der Lage ist, die darauf gezeigte Person in ein schlechtes Licht zu rücken. Abgewogen wird dabei auch, ob die Szene einen öffentlichen, privaten oder sogar intimen Lebensbereich zeigt. So ist es ein Unterschied, ob eine Person auf der Strasse oder in der Privatwohnung fotografiert wird.

In einigen Situationen hingegen wird eine Einwilligung stillschweigend anhand von Gestik, Mimik oder Anlass angenommen. Dies ist etwa dann der Fall, wenn jemand eindeutig vor der Kamera posiert oder sich für ein Gruppenfoto aufreiht. Gerade im Umgang mit sozialen Netzwerken ist es zudem empfehlenswert, die allgemeinen Geschäftsbedingungen aufmerksam zu lesen. Facebook etwa behält sich vor, die hochgeladenen Fotos seiner Nutzer nach eigenen Interessen zu verwerten.

Schlussendlich empfiehlt sich eine Klage nur bei wirklich schwerwiegenden Verletzungen. Ein Gerichtsprozess ist oft kostspielig und langwierig. Dennoch sollte sich nun niemand animiert fühlen, diffamierende Fotos anderer Personen leichtfertig ins Netz zu stellen. Im Umgang mit den sozialen Medien sollten Anstand und Respekt oberstes Gebot haben.

Das Urheberrecht in der Schweiz

Das Urheberrecht umfasst das Recht des Werkschöpfers an seinem individuellen geistigen Werk. In der Schweiz müssen Fotos auf bestimmte Weise gekennzeichnet sein, um das Urheberrecht zu signalisieren. Hierzu gehört der Copyright-Hinweis durch das ©-Zeichen sowie der Name des Berechtigten mit dem Jahr der Erstveröffentlichung. Während beispielsweise in Deutschland für fast jedes Bild ein urheberrechtlicher Schutz besteht, ist es in der Schweiz gar nicht so einfach, diesen einzufordern. So gilt hier die Voraussetzung, dass es sich bei einem Werk um eine geistige Schöpfung handeln muss. Das Foto muss etwas unverwechselbar Individuelles aufweisen, so etwa eine spezifische Inszenierung oder eine besondere Fototechnik. Eindeutige Kriterien zu finden, ist in der Rechtsprechung jedoch oftmals problematisch.

Nichtsdestotrotz darf geltendes Urheberrecht auch in der Schweiz nicht verletzt werden. So darf niemand nach Belieben Fotos bei Google herunterladen, um sie für den eigenen Blog oder das Social Media Profil zu benutzen. Die Suchmaschine sichert sich hier rechtlich ab, indem sie darauf hinweist, dass es sich um möglicherweise geschütztes Material handelt.

Sogenannte Creative Commons Lizenzen erleichtern dazu den Umgang mit Bildmaterial im Internet. Durch diese können die Urheber selber entscheiden, unter welchen Bedingungen ihre Bilder im Netz weiterverwendet werden dürfen. Eine bestimmte Symbolik kennzeichnet dabei sowohl für den Nutzer als auch für die Suchmaschine, inwiefern ein Foto beispielsweise für kommerzielle Zwecke weiterverwendet werden darf. Darüber hinaus gibt es Bildagenturen, wie zum Beispiel istockphoto, die für Ihren Bildbestand Lizenzen zum Kauf anbieten. Auch diese unterliegen aber wieder bestimmten Nutzungsbedingungen.

Wir machen darauf aufmerksam, dass dieser Artikel nur dem unverbindlichen Informationszweck dient und keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne darstellt. Der Inhalt dieses Angebots kann und soll eine Rechtsberatung, die auf Ihre spezifische Situation eingeht, nicht ersetzen. Insofern verstehen sich alle angebotenen Informationen ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

Fotoorganisation auf dem PC

Exif-Daten manipulieren – Auslesen, Ändern und Löschen von Metadaten digitaler Bilder

Nahezu alle modernen Kameras und Smartphones unterstützen den Exif-Standard zur Speicherung von Metadaten in digitalen Fotos. Dabei werden Informationen wie das Erstellungsdatum, Belichtungszeiten und ISO-Werte, aber auch der Kameratyp und die Geo-Location direkt in der Bild-Datei gespeichert. Die so gesammelten Angaben können bei der Archivierung von Fotos eine grosse Hilfe sein, viele Programme zur Bilderverwaltung und -bearbeitung nutzen die Daten zur Sortierung der Aufnahmen.

Einstellungen für Datum und Uhrzeit können direkt an der Kamera getroffen werden

Einstellungen wie Datum und Uhrzeit können direkt an der Kamera getroffen werden.

Umso ärgerlicher ist es, wenn das Datum auf der verwendeten Kamera nicht korrekt eingestellt war und die Reihenfolge der Bilder nicht mehr stimmt. Insbesondere, wer Fotos mit mehreren Geräten wie Kamera und Smartphone aufnimmt, wird das Problem kennen, dass nicht alle Geräte die gleichen Daten zeigen. Wenn Fotos beispielsweise mit einer Software wie dem ifolor Designer in ein Fotobuch eingefügt werden sollen ist eine verlässlich richtige Sortierung ungemein hilfreich. In einigen Fällen kann es auch sinnvoll sein, die Meta-Informationen der Fotos zu löschen oder zu bearbeiten – etwa dann, wenn Bilder im Internet veröffentlicht werden sollen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie schnell und einfach Exif-Daten Ihrer digitalen Bilder manipulieren können.

Welche Metadaten können gespeichert werden?

Typische Informationen, die direkt in den Bild-Dateien gespeichert werden können, sind Datum und Uhrzeit, Brennweite und Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert. Moderne Kameras und Smartphones, die mit entsprechenden Sensoren ausgestattet sind, können auch geografische Koordinaten speichern. Insgesamt gibt es mittlerweile mehr als 100 standardisierte Meta-Daten.
Neben dem Exif-Standard existieren auch noch sogenannte IPTC-Daten. Der vom International Press Telecommunications Council (IPTC) entwickelte Standard wird vorrangig im Fotojournalismus genutzt und erlaubt die Speicherung zusätzlicher Informationen wie Copyright-Vermerk, Urheber und Beschreibung sowie weiterer Verweise auf die Inhalte des Fotos wie Keywords, Details zum Aufnahmeort oder Überschriften.

Wie können die Informationen ausgelesen werden?

Die meisten Bildbetrachtungs- und Bearbeitungsprogramme sind in der Lage, die Metadaten auszulesen. Ausserdem gibt es eine Reihe spezieller Programme wie Exif-Viewer oder Exifer (beide gratis), mit denen die Informationen angezeigt werden können. Auch mit einem Online-Exif-Viewer können die Daten ausgegeben werden. Der Vorteil besteht darin, dass keine zusätzliche Software auf dem eigenen Rechner installiert werden muss.

Darüber hinaus bieten auch die meisten Betriebssysteme selbst die Möglichkeit, Exif-Daten von Bildern anzeigen zu lassen. Bei fast allen populären Betriebssystemen können die Metadaten direkt über den Eigenschaften-Dialog der jeweiligen Dateien abgerufen werden.

Bearbeiten und Löschen von Exif-Daten

Kam es zu Fehlern bei der Speicherung der Metadaten, zum Beispiel durch eine fehlerhafte Einstellung des Datums auf der Kamera, so können die entsprechenden Informationen auch im Nachhinein noch geändert werden. Auch das Löschen von Exif-Daten kann sinnvoll sein, denn so können mitunter private Informationen vor anderen verborgen werden.

Je nach Anspruch und Art der Daten, die bearbeitet werden müssen, können verschiedene Programme zum Einsatz kommen. Die folgende, nicht vollständige Liste gibt Ihnen einen Überblick über Software, die zur Manipulation von Exif-Daten verwendet werden kann:

Exifer (gratis, Windows)

Mit der Freeware Exifer können alle versteckten Metainformationen von Fotos und Bildern ausgelesen und bearbeitet werden. Neben Exif-Daten liefert das Tool auch einen Überblick über die hinterlegten IPTC-Informationen.

EXIF Date Changer (gratis, Windows)

Wenn lediglich die Aufnahmezeit und das Datum geändert werden müssen, hilft das gratis Programm EXIF Date Changer. Das Freeware-Tool ist in der Lage, sowohl das Aufnahme- als auch das Änderungsdatum auszulesen und zu verändern.
Darüber hinaus können einzelne weitere Metadaten mit diesem Werkzeug geändert werden. Allerdings werden nicht alle möglichen Meta-Informationen unterstützt.

Reveal (gratis, Mac)

Auch für Mac OS Nutzer gibt es Software zur Manipulation von Exif-Daten. Die gratis Software Reveal bietet die Möglichkeit, Metainformationen auszulesen und zu ändern. Auch hier gilt, wie bei allen anderen Programmen: Wurden die bestehenden Informationen einmal überschrieben, kann diese Änderung nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Exif Tag Remover (gratis, Windows)

Um sämtliche Metainformationen eines Fotos zu löschen, kann die Freeware Exif Tag Remover verwendet werden. Das Programm entfernt verlässlich alle gespeicherten Exif-Daten einer Bilddatei. Dabei kann das Original beibehalten werden und eine Kopie generiert werden, die keine Exif-Informationen enthält.

Windows Explorer (Windows)

Einige Exif-Daten können direkt im Eigenschaften-Dialog des jeweiligen Bildes unter Windows im Explorer ausgelesen und geändert werden. Dazu genügt ein Rechtsklick auf die Bilddatei. Unter dem Punkt Eigenschaften – Details können die bestehenden Informationen angesehen und bei Bedarf angepasst werden. Leider unterstützt auch der Windows Explorer nicht alle Exif-Informationen.

Exif-Daten im Eigenschaften-Dialog des Windows Explorer

Im Windows Explorer können die Exif-Daten von Bildern direkt im Eigenschaften-Dialog ausgelesen werden.

Neben den genannten Gratis-Programmen sind auch die etablierten Fotobearbeitungs-Programme oftmals in der Lage, Exif-Daten auszulesen und (zumindest teilweise) zu verändern. Kostenpflichtige Standardprogramme wie Adobe Lightroom (Mac und Windows), Apple Fotos (Mac) und Aperture (Mac) können Ihnen bei der Bearbeitung der Metainformationen behilflich sein. Auch die Gratis-Software GIMP unterstützt mittlerweile die Änderung von Exif-Informationen. Die Bildmetadaten erreichst Du nach Öffnen eines Bildes oder Fotos ganz einfach über die Registerkarte Bild. Im Anschluss daran können Sie Metadaten wie GPS, Beschreibung oder Kategorien auswählen und nachträglich bearbeiten.

Ein Haufen alter Sepia-Fotos liegt bereit zum Digitalisieren

Alte Fotos Digitalisieren – Tipps und Tricks

Bereits vor den Zeiten der Digitalfotografie wurden viele Bilder aufgenommen – Ferienfotos, Familienbilder und Schnappschüsse liegen oft in Papierform in Schubladen oder kleben vergilbt in alten Fotoalben. Es lohnt sich, diese Schätze heraus zu holen und zu durchstöbern. Sie können beispielsweise aus alten Fotoabzügen oder Dias eine Familienchronik erstellen.

Die Lagerung von Negativen, Bildern und Dias ist anspruchsvoll: hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen können Schäden hinterlassen. Auch bei sachgerechter Lagerung altern Fotos mit der Zeit, sie verändern ihre Farbe, werden brüchig, verkratzen, reissen ein oder bekommen Flecken vom Leim, der beim Einkleben ins Fotoalbum verwendet wurde. Oft sind gewisse Fotos bereits beschädigt oder gar zerstört, was besonders ärgerlich ist. Um Ihre alten Bilder vor dem Verfall zu retten und sie für die Zukunft aufzubewahren, können Sie sie einscannen und damit digitalisieren sowie später nachdrucken. Es gibt einige Dinge, die Sie bei der Digitalisierung von Fotos beachten sollten. Wir stellen Ihnen hier Tipps und Tricks zu Digitalisierung und Nachbearbeitung alter Fotos vor.

Foto-Digitalisierung – welche Möglichkeiten gibt es?

Um alte Fotos unkompliziert internetfähig zu machen, gibt es beispielsweise die Smartphone App Heirloom, mit der Fotos in einem gewissen Umfang bereits automatisch korrigiert werden. Professioneller kann man alte Bilder bei Fotografen oder über Internetanbieter digitalisieren lassen. Besonders für Leute, die wenig Zeit haben, ist diese Variante ratsam, jedoch wird es schnell teuer. Sie können Ihre Fotos auch selbst scannen, sollten dann aber einen guten Scanner haben bzw. sich vor dem Kauf eines neuen Scanners intensiv mit den Geräten auseinandersetzen. Wenn Sie viele Bilder digitalisieren möchten, kann das Vorhaben einige Wochen oder gar Monate in Anspruch nehmen und gut funktionierende Technik ist das A und O für eine frustfreie Umsetzung.

Fotoalbum mit alten Schwarzweiss-Fotografien einer Familie

Es gibt spezielle Fotoscanner, unter dieser Bezeichnung werden jedoch unterschiedliche Gerätetypen zusammengefasst. Manche Scanner können zusätzlich zu Bildern auch Negative und Dias scannen. Entscheidend für die Eignung eines Scanners zum Digitalisieren von Fotos ist vor allem die Auflösung, aber auch der Sensor und die Farbtiefe. Die sinnvollste Auflösung hängt von der Vorlage und der Weiterverwendung des Scans ab. Zur Bearbeitung der Fotos am PC sollte mindestens mit 300 dpi, besser mit 600 dpi (Dots per Inch) gescannt werden. Dias oder Negative haben eine viel kleinere Fläche als Papierbilder. Sie sollten mit einer höheren Auflösung – mindestens 1200 dpi bis maximal 4200 dpi – gescannt werden.

Einige Scanner verfügen über einen speziellen Einzug für die Bilder, wodurch Einlegen und Justieren entfallen, und schneiden diese automatisch zu. Dies erleichtert die Arbeit wesentlich, funktioniert jedoch nur bei Einzelbildern, nicht bei ganzen Seiten von alten Fotoalben. Scanner, die nur über einen Bildereinzug funktionieren, lohnen sich dadurch eher, wenn Sie sehr grosse Mengen an Fotos digitalisieren möchten.

Für Fotos optimierte Flachbrettscanner können im Gegensatz dazu auch grössere Bilder und andere Dokumente scannen. Diese sind dann sinnvoll, wenn Sie sich mit dem Kauf eines Scanners nicht ausschliesslich auf das Scannen von Bildern beschränken möchten. Multifunktionsscanner vereinen die Möglichkeit, Fotos, Dias und Negative in einem Gerät zu scannen. Viele Geräte haben eine Vorschaufunktion, mit der der Scan schon direkt auf dem Gerät geprüft und korrigiert werden kann.

Wie scanne und bearbeite ich Fotos richtig?

Ist der richtige Scanner gekauft, beginnt die eigentliche Arbeit. Scannen Sie Ihre Fotos immer mit der höchstmöglichen Auflösung und Farbtiefe. Auch Schwarzweiss-Bilder sollten immer in Farbe gescannt werden. Wischen Sie die Fotos vorher vorsichtig mit einem Pinsel, weichen Lappen oder einem Mikrofaser-Brillenputztuch ab, um Staub und Fingerabdrücke zu entfernen. Am besten tragen Sie fusselfreie Baumwollhandschuhe, um keine neuen Fingerabdrücke zu verursachen. Manche Geräte können Kratzer und Staub bereits erkennen und optisch ausbessern, ob man diese Funktion in Anspruch nimmt, ist Geschmackssache. Sie können stören oder zum nostalgischen Wert des Bildes beitragen – das muss jeder für sich selbst beantworten.

Wenn Sie die Fotos noch weiterbearbeiten wollen, speichern Sie die Bilder in einem Format, dass Ihr Bildbearbeitungsprogramm benutzt. Unkomprimierte Formate brauchen allerdings viel Speicherplatz. Das Tiff-Format beispielsweise nutzt Kompressionsverfahren ohne einen Qualitätsverlust zu erzeugen. Im JPEG-Format werden die Bilder stärker komprimiert und einige Informationen gehen verloren, allerdings brauchen die Bilder deutlich weniger Speicherplatz.

Sind die Fotos eingescannt, beginnt die Nachbearbeitung und Korrektur der Bilder. Durch Lagerungsspuren oder einfach durch ihr Alter sind manche Aufnahmen unvollständig und unansehnlich geworden. Mit Photoshop und anderen Bildbearbeitungsprogrammen können kleine Flecken, Risse und sogar ganze fehlende Fototeile ausgebessert werden. Auch rote Augen und andere Farbfehler lassen sich beseitigen oder vermindern. Für einige kleinere Korrekturen muss man kein Profi sein, Anleitungen finden sich im Internet. Bei gröberen Fehlern wird es schon schwieriger. Hier kann man sich auch professionelle Hilfe holen, es gibt Anbieter die sich auf diese Dienstleistungen spezialisiert haben. Vielleicht schätzen Sie ja aber auch die Authentizität ihrer Bilder und möchten sie gar nicht nachbearbeiten, sondern mit ihren kleinen Schönheitsfehlern weiterverwenden.

Familienfoto mit Eltern, Grosseltern, zwei Kindern und Hund auf einem Weg mit Herbstlaub

Nachdem Sie sich viel Mühe gemacht haben, Ihre Fotos vor dem Verfall zu retten, wäre es doch eine gute Idee, sie in einem Fotobuch, zum Beispiel als Familienchronik, in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Vielleicht lassen sie sich ja auch gut mit neueren Aufnahmen kombinieren? So können Sie beispielsweise alte Kinderfotos und neue Fotos Ihrer Lieben in einem Fotobuch zusammenstellen oder Ihre Stadt mal aus verschiedenen Perspektiven – alt und neu – präsentieren. Ausgehend von Ihren digitalisierten Fotoschätzen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Ordner helfen beim Sortieren von Dateien

Verwaltung und Sicherung von Fotos

Dank moderner Digitalkameras und nahezu unbegrenzter Verfügbarkeit an Speicherplatz landen auf unseren Rechnern grosse Mengen an Fotos. Oftmals werden die Schnappschüsse archiviert und fristen ihr Dasein unberührt auf der Festplatte. So kommt es vor, dass man schnell den Überblick über die eigenen Bilder verliert. Mit einfachen Tricks lässt sich dies vermeiden und Ihre Fotos können vor dem Verschwinden im Chaos gerettet werden. Wir zeigen Ihnen mit welchen Massnahmen Sie Ihre Fotos sinnvoll strukturieren und verwalten können. Mit den vorgeschlagenen Schritten bringen Sie schnell und einfach Ordnung in den Bilder-Wirrwarr.

Weniger ist mehr – Aussortieren unnötiger Bilddateien

Der Urlaub ist vorbei und auf der Digicam warten unzählige tolle Bilder darauf, auf den Computer übertragen zu werden. Dank der modernen Fototechnik mit quasi unbegrenztem Speicherplatz neigen viele Menschen dazu, Motive nicht nur einmal abzulichten, sondern aus allen möglichen Positionen und Blickwinkeln zu verewigen. Schnell kommt eine Vielzahl ähnlicher Fotos zustande. Sollen diese wirklich alle aufgehoben werden?

Unser Tipp: Schauen Sie sich all Ihre Schnappschüsse genau an und entscheiden Sie, welche Sie davon wirklich behalten möchten. Verwackelte, unscharfe oder über- bzw. unterbelichtete Fotos können Sie direkt löschen. Auch Bilder, die Ihnen nicht gefallen, finden bestenfalls direkt den Weg in den Papierkorb. Wägen Sie ab, ob die Fotos für eine spätere Verwendung geeignet sind. Nutzen Sie zum Aussortieren kostenlose Foto-Browser wie Irfan View oder Faststone Image Viewer. Diese helfen Ihnen, Zeit zu sparen, indem sie Miniaturansichten der Bilder anzeigen, wichtige Informationen übersichtlich zusammenfassen und die Möglichkeit bieten, Fotos in die richtige Position zu drehen. Wenn Sie keine extra Programme installieren möchten, können Sie auch einfach die vielfältigen Funktionen des systeminternen Dateibrowsers nutzen.

Ordnung ist das halbe Leben – Sinnvolle Ordnerstruktur für Ihre Fotos

Nachdem Sie Ihre Bilder sortiert haben, müssen diese übersichtlich auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Achten Sie beim Ablegen der Fotos auf eine ausgefeilte Verzeichnisstruktur. So behalten Sie und alle anderen, die auf die Dateien zugreifen, immer den Überblick. Trennen Sie berufliche und private Bilder strikt voneinander. Am besten legen Sie für jedes Jahr ein neues Verzeichnis an. Jeder festgehaltene Event sollte in einem eigenen Unterordner einsortiert werden. Dabei eignet sich eine Kombination aus umgekehrter Datumsangabe und einer kurzen Beschreibung besonders gut als Ordnerbezeichnung. Für den Sommerurlaub im Juli 2015 in Frankreich nutzen Sie beispielsweise den Verzeichnisnamen „201507_Sommerurlaub-Frankreich“. Das vorangestellte Datumsformat in der Form „Jahr/Monat/Tag“ hilft dabei, die einzelnen Ordner chronologisch sinnvoll zu sortieren.

Sollten Sie Ihre Bilder für die Weiterverarbeitung benötigen, werden Sie an der Verwendung der Rohdaten nicht vorbei kommen. Zur besseren Übersicht sollten Dateien im Rohdaten-Format immer in einem gesonderten Verzeichnis innerhalb der jeweiligen Ordnerstruktur eingepflegt werden.

Übersichtliche Ordnerstruktur für die Archivierung von Bildern

Namen und Tags für Bilder verwenden

Ob es sich lohnt, einzelne Fotodateien umzubenennen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass dieser Schritt bei einer Vielzahl von Bildern sehr viel Arbeit machen kann. Sinnvoller ist an dieser Stelle die Verwendung von sogenannten Tags. Mit Hilfe solcher Stichworte können Sie Ihre eingeordneten Bilder einfach bestimmten Themen zuordnen. Taggen Sie zum Beispiel die Bilder aus dem Urlaub in Frankreich mit den Stichworten „Sommerurlaub“ und „Frankreich“. Fotos, auf denen Sehenswürdigkeiten zu sehen sind, können zusätzlich deren Namen und die Stadt als Tag erhalten. Tags haben den Vorteil, dass Sie bei der Bildersuche viel Zeit sparen können, indem Sie Ihre Daten einfach nach den entsprechenden Stichwörtern durchsuchen lassen.

Verwaltung von Bildern – Vor- und Nachteile von Archivierungs-Software

Viele der beschriebenen Massnahmen können durch den Einsatz einer geeigneten Software zur Fotoverwaltung vereinfacht werden. Verschiedene kostenlose und kostenpflichtige Programme stehen dazu zur Verfügung. Bekannte Vertreter sind Googles Picasa, Photoshop Lightroom von Adobe sowie ACDSee.

Vorteil solcher Software ist, dass Sie stets den Überblick über Ihre Bilder behalten. Das Taggen wird erheblich erleichtert und mit den integrierten Filtern haben Sie unzählige Möglichkeiten, Ihre Fotos zu durchsuchen. Erweiterte Ansichten lassen es zu, sich die Fotos nach Aufnahmedatum oder in einer Kalenderansicht anzeigen zu lassen. Hochwertige Programme wie Photoshop Lightroom bieten sogar Funktionen zur Bildbearbeitung an. Damit wird zusätzliche Software überflüssig.

Ein Backup, zum Beispiel auf eine externe Festplatte, schützt vor Datenverlust

Dateien sicher speichern – Backup-Lösungen für Ihre Fotos

Mit unseren Bildern verbinden wir viele schöne Erinnerungen. Umso tragischer wäre es, diese zu verlieren. Insbesondere bei Handyfotos spielt das eine wichtige Rolle, denn das Smartphone ist ständiger Begleiter und könnte verloren gehen. Um einem Datenverlust vorzubeugen ist es wichtig, rechtzeitig an eine Sicherung zu denken. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Ein einfacher Weg der Datensicherung ist es, Fotos regelmässig auf DVD zu brennen und an einem sicheren Ort abzulegen. Bei der Masse an Bildern und den fortlaufend neuen Daten kann dies allerdings schnell aufwendig werden und zu einer unübersichtlichen Sammlung an Datenträgern führen. Darüber hinaus werden immer mehr Rechner ohne optische Laufwerke ausgeliefert, was eine spätere Verwendung erheblich erschweren kann.

Besser eignet sich daher eine externe Festplatte, welche parallel zur Datenbasis auf dem Rechner aktuell gehalten wird. Eine weitere Möglichkeit für ein sicheres Backup bietet die Cloud. Viele Anbieter bieten kostenlosen oder kostengünstigen Online-Speicherplatz an. Nutzen Sie beispielsweise Picasa von Google, so können Sie deren Internetspeicher Google Photos in unbegrenzter Höhe kostenlos nutzen. Diese Art der Datensicherung stellt momentan wohl eine der sichersten Wege dar und hat ausserdem den Vorteil, dass Sie von überall auf Ihre Bilder zugreifen können.

Egal, wie Sie Ihr Backup durchführen: Achten Sie darauf, dass es regelmässig auf dem neusten Stand gehalten wird. Sie sollten Ihre wichtigen Daten – wie Ihre Fotos – immer redundant, also doppelt, abspeichern. Nur so können Sie einem Komplettverlust zuverlässig vorbeugen.