Fotokurs mit Schweizer Alpen im Hintergrund © by Michael Bissig

Fotokurse in der Schweiz für Einsteiger

Kameras ermöglichen uns, unsere schönsten Erlebnisse und Eindrücke festzuhalten. Die Basis für gelungene Fotos bilden die richtigen Kameraeinstellungen und Lichtverhältnisse. Je nachdem, wen oder was Sie fotografieren, ändern sich die Anforderungen an Equipment und Einstellungen. Besonders für Einsteiger kann eine digitale Spiegelreflexkamera mit komplexer Technik ihre Hürden mit sich bringen. Aus diesem Grund bieten viele Fotografen, Fotostudios und Fotoschulen Einsteiger-Workshops an, in denen die Basics im Umgang mit der DSLR erklärt werden.

In einem Fotokurs erfahren Sie alles Wichtige über die verschiedenen Einstellungen Ihrer Kamera und wie Sie diese für bessere Fotos nutzen können. Ganz nach dem Motto: «learning by doing» sollte ein Einsteiger-Workshop neben Theorie auch einen Praxisteil beinhalten. Aber vor allem sollte der Kurs Freude und Spass an der Fotografie vermitteln. Lernen Sie, wie Sie die richtige Stimmung, tolle Kontraste und Landschaften auf Ihren Fotos einfangen. Mit entsprechender Übung werden Ihre Bilder nicht nur einzigartig, sondern drücken auch Ihre eigene Bildsprache aus. Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Auswahl geeigneter Fotokurse für Anfänger in der Schweiz vor.

Mikebite – Fotokurse mit Michael Bissig

«Der Fotokurs soll nicht nur Kurs, sondern auch immer ein kleines Abenteuer oder zumindest ein bleibendes Erlebnis sein.» Michael Bissig

Der gebürtige Schweizer Fotograf Michael Bissig liebt die Natur und fotografiert hauptsächlich im Outdoor-Bereich. Seine langjährige Erfahrung ermöglicht es Ihm, sein Knowhow an die Teilnehmer seiner Fotokurse weiterzugeben. Vor allem Outdoor-Enthusiasten sollen von dem Angebot der Fotokurse angesprochen werden. Durchgeführt werden die Workshops an atemberaubenden Locations, bevorzugt in den Schweizer Alpen.

«Im Moment richten sich fast alle Kurse an Einsteiger und sind entsprechend aufgebaut. Auch die Spezial-Kurse, wie z.B. der Fotokurs Nachtfotografie, richten sich an Einsteiger. Es ist für mich bei allen Kursen das Wichtigste, dass das Gelernte auch verstanden wird.», erklärt Michael Bissig.

Die Kurse finden mit maximal vier bis sechs Personen statt. Dabei liegt das Augenmerk besonders auf der praxisnahen Umsetzung des Gelernten. Bei einer Vorstellungsrunde mit Kaffee und Kuchen lernen sich die Teilnehmer und der Fotograf erst einmal gegenseitig kennen. Zudem werden die Ziele und Erwartungen an den Kurs besprochen. Anschliessend wird mit der Theorie gestartet. Ein Thema wird immer Schritt für Schritt erarbeitet und dann in der Praxis umgesetzt.

«Immer wieder schauen wir uns die erstellten Fotos an und diskutieren in der Runde, was noch verbessert werden kann. Dabei schauen wir auch auf Bildkomposition und deren Regeln. Die meisten Kurse beenden wir mit einem Sonnenauf- oder untergang oder speziellen Foto-Locations für ein bleibendes Erlebnis.», beschreibt Michael Bissig den Ablauf eines typischen Workshops.

Link zur Website: mikebite.com

Fotokurse mit der Fotoschule Baur

«Lernen Sie sehen, lernen Sie fotografieren.» Dominik Baur

Im Jahr 2011 gründete Dominik Baur die Fotoschule Baur. Das Ziel der Fotoschule ist es, den Teilnehmern der Kurse auf einfache Art und Weise die Fotografie zu vermitteln und das Gelernte in der Praxis umzusetzen. Die Schwerpunkte der Fotokurse sind umfangreich – von Portraits über Landschaften bis hin zur Sportfotografie. Die Teilnahme an einem Grundkurs kann in Bern, Chur oder Zürich erfolgen. Er selbst ist vor und nach dem Fotokurs der Ansprechpartner und steht gerne bei Fragen rund um die Kamera zur Verfügung.

«Dank der langjährigen Erfahrung bieten wir in verschiedensten Gebieten der Fotografie vielseitige und lehrreiche Fotokurse und individuellen Support an. Die Kurse dauern ein bis zwei Tage, sodass man sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen kann. Viel Praxis, gute Bildbeispiele und eine konstruktive Bildkritik führen zum Erfolg. Bewährte Übungen werden vom Profifotografen verständlich erklärt. Bei uns kann man das Fotobasiswissen erlernen oder die Kenntnisse punktuell mit einem thematischen Fotografie-Kurs vertiefen.», erklärt Dominik Baur zu den Kursen seiner Fotoschule.

Aber auch der Fotolehrgang über drei Monate, welcher immer an einem Abend in der Woche stattfindet, ist sehr beliebt. Die Fotokurse werden in kleinen Gruppen durchgeführt, um so auf jeden Einzelnen besser eingehen zu können. Dabei unterstützen die Fotografen die Teilnehmer tatkräftig mit konstruktivem Feedback und Fachwissen. Ziel ist es, den Fotografie-Blick von jedem Teilnehmer zu schärfen.

«Sie können sich in einem Fotografie-Kurs inspirieren lassen, lernen alles rund um die optimale Bildgestaltung, entwickeln eine eigene Bildsprache und ein Gefühl für gute Fotografie.», fasst Dominik Baur die Vorteile der Kurse zusammen.

Link zur Website: fotoschule-baur.ch

Foto eines Sees mit Bergen im Hintergrund

© by Fotoschule Baur

Fotokurse mit dem Fotostudio 60seconds

«Wir unterrichten Fotografie mit Leidenschaft.» Katja Saegesser

Katja Saegesser ist Inhaberin des Fotostudios 60seconds und bietet qualitativ hochwertige Fotoworkshops in Kleingruppen an. Durchgeführt werden die Fotokurse in Zug. Durch jahrelanger Erfahrung ist es dem Fotostudio möglich, für jeden Einzelnen die richtige Lehrmethode zu finden und anzuwenden. Die Fotografen gehen dabei auf die fotografischen Bedürfnisse sowie auf den Wissensstand jedes Teilnehmers ein. Vor allem profitiert jeder Einzelne vom praktischen und technischen Wissen der professionellen Fotografen. Ein Schwerpunkt der Kurse ist auf die Entwicklung einer eigenen Bildsprache gelegt und bietet die Unterstützung, die eigenen kreativen Ideen umzusetzen.

Fotokurs mit Schweizer Alpen im Hintergrund © by Michael Bissig

© by Fotostudio 60seconds

Besonders die zwei- bis dreitägigen Fotokurse ermöglichen Teilnehmern den theoretischen Teil zu verinnerlichen und in der Praxis umzusetzen. Ziel dieser Einsteigerkurse ist es, dass jeder nach dem Kurs selbstständig in der Lage ist, das erlernte Wissen anzuwenden. Zudem bilden diese Kurse einen soliden Grundstein für vertiefende und themenorientierte Fotokurse. Auf Anfrage von Firmen und Privatpersonen können individuelle Privatkurse zusammengestellt werden.

Link zur Website: 60seconds.ch

Fazit

Mit den richtigen Foto-Workshops kann jeder die Grundlagen der Fotografie erlernen und umsetzen. Natürlich sind die vorgestellten Fotokurse nur eine Auswahl und geben einen Einblick über den Ablauf und die möglichen Inhalte. Viele Anfängerkurse spezialisieren sich auf einen Fotografie-Bereich wie beispielsweise Portraits oder Landschaften. Auch für Fortgeschrittene kann ein Anfängerkurs in einem neuen Fotografie-Bereich sehr empfehlenswert sein. Denn jede Sparte der Fotografie bietet neue Herausforderungen, die schnell aus einem eigentlich Fortgeschrittenen wieder einen Einsteiger in einem neuen Gebiet machen.

Eine Skyline im Gegenlicht

Fotografieren mit Gegenlicht – So funktioniert‘s

Das Fotografieren mit Gegenlicht kann aus einem Foto eine ganz besondere Aufnahme machen. Sonnenlicht lässt Ihr Motiv leuchten und sorgt für einzigartige Stimmungen. Allerdings kann das frontal einfallende Licht auch einige Schwierigkeiten mit sich bringen. Wir zeigen Ihnen, wie Ihnen trotzdem ein perfektes Foto gelingt.

Den richtigen Zeitpunkt wählen

Fotos, die im Gegenlicht aufgenommen werden sollen, lassen sich am besten am Morgen oder am Abend schiessen. Der Sonnenauf- oder Sonnenuntergang bringt den Vorteil mit sich, dass die tiefstehende Sonne das Motiv umfassend von hinten beleuchtet. Darüber hinaus verleiht das warme Licht Ihren Bildern  einen ganz besonderen Schliff. Auch in den Wintermonaten fällt das Fotografieren im Gegenlicht bei den sonst eher schlechteren Lichtverhältnissen leichter.

Frau vor der untergehenden Sonne

Ein Foto-Shooting in der Mittagssonne sollten Sie dagegen vermeiden. Da die Sonne zu dieser Zeit sehr grell ist und von oben auf das Motiv leuchtet, sind die Bilder schnell überbelichtet. Das Motiv ist dadurch häufig nur schwer erkennbar. Bei einer Portraitaufnahme entstehen durch die starke Belichtung ausserdem Schatten unter der Nase oder in den Augenhöhlen der fotografierten Person.

Optimale Belichtung mithilfe der passenden Ausrüstung

Wenn das Sonnenlicht seitlich ins Objektiv fällt, entstehen beim Fotografieren im Gegenlicht häufig Blendenflecke, auch Lens Flares genannt. Auf dem Bild erkennen Sie sie als milchige Flecken oder kleiner werdende Lichtkreise. Einerseits können sie ein gewünschter Effekt sein, andererseits können sie auch schnell störend wirken und vom eigentlichen Motiv ablenken.

Um Lens Flares zu vermeiden, sollten Sie eine Gegenlichtblende oder auch Streulichtblende verwenden. Diese setzen Sie einfach auf das Objektiv und das Sonnenlicht kann nicht mehr seitlich darauf strahlen. Alternativ können Sie das Objektiv auch mit der Hand oder einem Pappkarton abschirmen.

Ein weiterer wichtiger Faktor für ein eindrucksvolles Bild mit Gegenlicht ist die richtige Belichtung. An der Kamera können Sie diese mit einem kleinen Knopf (+/- Zeichen) korrigieren. So wird das Foto absichtlich entweder heller oder dunkler belichtet. Dabei sollten Sie allerdings beachten, dass nicht nur der gewünschte, sondern auch alle anderen Bildbereiche heller oder dunkler werden. Für die Belichtungskorrektur eignet sich daher eher ein Reflektor. Mit diesem können Sie das Bild, ähnlich wie mit einem Blitz, aufhellen. Wie der Name schon sagt, reflektiert er das Licht aus der Umgebung auf das Motiv zurück. Ein Reflektor hat eine weisse und eine silberne Seite. Mit der weissen Fläche können Sie eine leichte Aufhellung erzielen. Die silberne Seite bringt dagegen stärkeres Licht in die Aufnahme.

Blumen im Sonnenlicht

 

Die richtige Kameraeinstellung bei Gegenlicht

Bei Aufnahmen im Gegenlicht ist es immer besser, auf die Automatik-Einstellung der Kamera zu verzichten. Fotografieren Sie stattdessen lieber im manuellen Modus. Damit können Sie die Kamera leichter auf die Umgebungssituation anpassen.

Da Sie bei Gegenlicht-Aufnahmen mit sehr hellen Lichtverhältnissen arbeiten, sollten Sie den ISO-Wert nicht zu hoch einstellen. Der Richtwert für diese Einstellung liegt bei ISO 100. Je nach den Lichtverhältnissen der Umgebung können Sie den Wert dann höher oder niedriger einstellen. Ebenfalls betroffen von der hellen Lichtsituation ist der Sensor. Um zu verhindern, dass beim Fotografieren zu viel Licht auf den Sensor fällt, arbeiten Sie am besten mit einer mittleren Blendeneinstellung wie z. B. f/8.

Weiterhin sollten Sie beim Fotografieren gegen die Sonne den automatischen Weissabgleich abstellen und statt der üblichen Mehrfeldmessung eine Spotmessung durchführen lassen. Bei der Spotmessung richten Sie Ihre Kamera auf den dunklen Bildbereich. Dadurch erfasst die Kamera, dass dieser Teil des Bildes korrekt belichtet werden soll. Möchten Sie die starken Lichtverhältnisse dagegen nutzen, um Silhouetten zu fotografieren, richten Sie die Kamera bei der Spotmessung auf die hellen Stellen im Bild.

Silhouette einer jungen Frau

Nachdem Sie ein Foto aufgenommen haben, sollten Sie die Lichtverhältnisse darauf sofort kontrollieren. Im Zweifelsfall können Sie Belichtung daraufhin noch anpassen. Alternativ können Sie auch eine Belichtungsreihe aufnehmen und im Anschluss die besten Bilder auswählen.

Die Fotos sollten Sie am besten im RAW-Format aufnehmen. Das erfordert zwar viel Speicherplatz, zahlt sich jedoch wirklich aus, denn bei der Gegenlicht-Fotografie gibt es einen grossen Helligkeitsunterschied, den Sie nur im RAW-Format komplett einfangen können. Ausserdem ist auch die Nachbearbeitung der Bilder im Anschluss leichter. Wenn Sie lieber auf die Bearbeitung im Nachhinein verzichten möchten, können Sie Ihre Fotos auch im J-PEG-Format aufnehmen.

Fazit

Die hohe Lichteinstrahlung sorgt beim Fotografieren im Gegenlicht schnell für ungewollte Bildflecken oder scharfe Kanten. Doch durch die Auswahl der richtigen Tageszeit und der Korrektur des Lichtes mit ein paar wenigen Utensilien meistern Sie das Fotografieren gegen die Sonne ohne Schwierigkeiten. Mithilfe von letzten Feineinstellungen der Kamera schiessen Sie im Nu ein wunderbares Foto mit künstlerischen Effekt.

Besondere Dreheffekte ohne Bildbearbeitung erzeugen

Für das Erzeugen von speziellen Foto-Effekten müssen Sie nicht immer gleich auf Bildbearbeitungssoftware zurückgreifen. Dreheffekte beispielsweise können mit der richtigen Technik bereits während der Aufnahme erzeugt werden.

Beim Dreheffekt verschwimmt das Foto zunehmend an den Seitenrändern während der fokussierte Bereich des Bildes scharf dargestellt wird. Diesen Effekt erzeugen Sie durch ein Drehen der Kamera zum Zeitpunkt des Auslösens.

Mit unseren Tipps zur Vorbereitung und richtigen Durchführung kriegen Sie den Dreh raus bzw. den Dreh ins Bild hinein.

So sind Sie optimal vorbereitet

Für die Erzeugung des Dreheffekts benötigen Sie zunächst eine Kamera, bei der Sie zumindest die Belichtungszeit in Abhängigkeit der anderen Einstellungen frei variieren können. Somit eignen sich Systemkameras aber auch einfache Kompaktkameras.

Heute bieten auch viele Smartphone-Kameras die Möglichkeit, Einstellungen wie den ISO-Wert oder die Belichtungszeit manuell vorzunehmen. Im Gegensatz zu den System- und Kompaktkameras lassen sich die meisten Smartphone-Kamerablenden jedoch nicht variieren. Falls Sie den Dreheffekt gerne mit der Smartphone-Kamera erzeugen möchten, so sollten Sie besonders helle Umgebungen meiden. Aufgrund der fest verbauten Blende (welche für die maximale Lichtaufnahme meist sehr offen gestaltet ist) kommt es bei längeren Belichtungszeiten schnell zu einer Überbelichtung des Bildes.

Veranschaulichung des Dreheffekts an einem Strassenschild

Der Bildaufbau und der Unschärfeeffekt an den Rändern variieren, je nachdem wie schnell die Kamera gedreht wird. Im linken Bild wurde die Kamera eher mässig und im rechten Bild schnell gedreht. 1/20 Sek. | F/11 | 10mm

Für Aufnahmen mit einem Dreheffekt brauchen Sie grundsätzlich keine weiteren Hilfsmittel. Sie lassen sich unproblematisch aus der Hand heraus schiessen. Für einen höheren Komfort und exaktere Drehungen können Sie jedoch auch ein Stativ einsetzen. Dieses sollte über eine klappbare Mittelsäule verfügen, sodass Sie die Kamera auf der Halterung befestigen und entlang der horizontalen Achse drehen können.

Gerade bei den ersten Versuchen kann der Dreheffekt in den Aufnahmen noch ausbleiben oder noch nicht den gesetzten Erwartungen entsprechen. Zusätzlich spielt vor allem bei der Freihand-Fotografie der Zufall eine grosse Rolle. Bringen Sie also auch ein gewisses Mass an Geduld und Neugierde in das Shooting mit ein. Das Variieren der Belichtungszeit, der Drehbewegung oder auch der Drehgeschwindigkeit kann zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, die allesamt besonders sind.

Hierauf sollten Sie bei der Durchführung achten

Der Einfachheit halber sollten Sie für Ihre Aufnahmen den S bzw. TV Modus (Blendenautomatik) nutzen. Hier können Sie eine Belichtungszeit festlegen, wobei die Wahl einer entsprechenden Blende von der Kamera übernommen wird. Für die volle Kontrolle über Blende, Belichtungszeit und Co. muss hingegen der M Modus aktiviert werden.

Variieren Sie die Belichtungszeit – unabhängig davon, für welchen Modus Sie sich entscheiden. Einen guten Einstiegswert stellt eine Belichtungszeit von 1/20 Sekunde dar. Längere Belichtungszeiten sind auch möglich, achten Sie jedoch darauf, nicht unter eine Belichtungszeit von 1/5 Sekunde zu fallen. Das Schwenken der Kamera führt hierbei zu sehr unscharfen Aufnahmen.

Die «optimale» Belichtungszeit hängt vom Motiv, der eingesetzten Brennweite, aber auch der Drehgeschwindigkeit ab. Geduld und mehrfaches Experimentieren führt Sie zu den gewünschten Ergebnissen.

Setzen Sie für Ihre Aufnahmen den elektronischen Sucher Ihrer Kamera ein. Die Bilder lassen sich zwar auch mit Hilfe des optischen Kamerasuchers schiessen, jedoch fällt das Drehen auf Augenhöhe sehr unkomfortabel aus. Bei Verwendung des elektronischen Suchers können Sie den Bildaufbau jederzeit durch einen Blick auf den Kamerabildschirm betrachten und die Bilder ausserdem aus anderen Winkeln heraus aufnehmen. Die Kamera lässt sich somit einfacher und kontrollierter drehen.

Vergleich von Blumen mit und ohne Dreheffekt

Der Dreheffekt sorgt für aussergewöhnliche Bildkompositionen. 1/20 Sekunde | F/11 | 18 mm

Was die Art des Fokus betrifft, so können Sie sowohl den manuellen Fokus als auch den Autofokus einsetzen. Ihre Wahl sollte deshalb auf die Art der Fokussierung fallen, die Ihnen am besten liegt. Bei Einsatz des Autofokus ist darauf zu achten, dass der Schalter am Objektiv nach jeder erfolgten Fokussierung in den manuellen Fokusmodus gesetzt wird. Somit wird auch während der Drehung kein anderer Fokuspunkt angewählt und der ursprüngliche Fokusbereich beibehalten.

Experimentieren Sie auch mit den eingesetzten Brennweiten. Bei den vorangegangenen Aufnahmen haben wir ein Weitwinkelobjektiv verwendet. Der verwendete Brennweitenbereich liegt bei etwa 10 bis 20 mm. Den Dreheffekt können Sie auch mit herkömmlichen Kit-Objektiven gut erzeugen, da diese häufig einen Brennweitenbereich von 18 bis 55 mm abdecken.

Besondere Vorsicht ist beim Drehen der Kamera geboten. Trotz aller Experimentierfreudigkeit sollten Sie die Kamera zur Sicherheit mit einer Schlaufe an Ihrer Hand befestigen. Andernfalls könnten hohe Drehgeschwindigkeiten und Unachtsamkeit dazu führen, dass die wertvolle Kamera zu Boden fällt.

Fazit

Der Dreheffekt bietet vor allem für Einsteiger in das Thema der Digitalfotografie die Möglichkeit, sich genauer mit der eigenen Kamera und den Möglichkeiten der Fotografie auseinanderzusetzen. Ausgefallene Dreheffekte entstehen direkt bei der Aufnahme und bedürfen keiner weiteren Bildbearbeitung. Für wechselnde Ergebnisse lohnt es sich, die Belichtungszeiten, die Brennweite oder auch die Drehgeschwindigkeit der Kamera zu variieren. Um etwaigen Kameraschäden vorzubeugen, sollten Sie auch immer auf eine entsprechende Sicherung der Kamera achten.

Schweizer Alpen im Herbst mit Steingruppe im Vordergrund, aufgenommen mit Hyperfokaler Distanz

Hyperfokale Distanz

So erzeugen Sie Schärfe auf mehreren Ebenen

Sie möchten scharfe Fotos von Landschaften schiessen, die auch bei maximaler Vergrösserung noch mit höchster Qualität punkten? Die Hyperfokaldistanz macht’s möglich. Das Grundprinzip der Schärfentiefe bezieht sich auf den Bereich vor und hinter dem fokussierten Punkt, der auf dem Foto scharf abgebildet wird. Bei einer Landschaftsaufnahme mit exakter Hypofokaleinstellung erreicht man ein Foto mit annähernder, grenzwertiger Schärfe des Hauptmotivs. Eine offene Blende führt zu einem sehr kleinen Schärfetiefenbereich. Das Motiv im Vordergrund ist scharf abgebildet, die Bereiche davor und dahinter werden jedoch unscharf. Je grösser die Blende, desto stärker zeigt sich dieser Effekt. Umgekehrt wird der Schärfentiefebereich grösser, je weiter die Blende geschlossen wird. Wenn Sie nun aber eine Landschaftsaufnahme machen und dabei Vorder- und Hintergrund gleichzeitig scharf abbilden möchten, kommt die Hyperfokale Distanz ins Spiel.

Hyper … was?

Die Hyperfokale Distanz (HfD) bezeichnet die Entfernung zwischen Kamera und Motiv mit der grössten Schärfentiefe bei einer bestimmten Brennweite und einer bestimmten Blende. Bei hyperfokaler Distanzeinstellung beginnt der Schärfebereich bei der halben HfD und dehnt sich von da an bis unendlich aus. Vereinfacht gesagt: Wenn Sie die Hyperfokale Distanz zu Ihrem gewählten Objekt im Vordergrund einhalten und darauf fokussieren, ist alles dahinter ebenfalls scharf. Das macht die Hyperfokale Distanz insbesondere für die Landschaftsfotografie interessant, denn hier kommt oft ein Stativ zum Einsatz, um die Blende ohne Rücksicht auf Belichtungszeiten zu steuern.

Mythos „unendliche Tiefenschärfe“

Bestimmt kennen Sie das folgende Szenario: Sie möchten eine Landschaftsaufnahme machen und sowohl die Gebirgskette am Horizont, als auch den wenige Meter entfernten Baum mit auf’s Bild bekommen. Natürlich soll alles möglichst scharf und gut erkennbar sein – dafür sind aber mehrere hundert Meter zu überbrücken. Nehmen Sie nun den Baum in den Fokus, versinkt automatisch der Hintergrund in Unschärfe und umgekehrt. Das passiert, indem auf einen weit entfernt liegenden Punkt fokussiert wird – unendlich. Das Problem: Eine unendliche Tiefenschärfe gibt es nicht, auch wenn sich das Objektiv auf „unendlich“ einstellen lässt. Sinnvoll ist es daher, auf ein Motiv in passender Entfernung zu fokussieren und sich nicht völlig auf die automatische Einstellung an der Entfernungsanzeige oder dem Display zu verlassen.

Landschaftsaufnahme vom Hintersee im Nationalpark Berchtesgarden

Blende und Brennweite beachten

 Die Hyperfokale Distanz hängt von der gewählten Blende sowie der Brennweite ab. Eine kleine Brennweite bei geschlossener Blende bedeutet eine kleine Hyperfokale Distanz und bewirkt einen tiefen Bereich scharfer Abbildung. Mit Weitwinkelobjektiv lässt sich also eine grosse Schärfentiefe erzielen. Diese will aber richtig genutzt werden. Um das Foto sowohl im Vordergrund als auch im Hintergrund scharf zu bekommen, müssen Sie die Entfernung zwischen Kamera und Vordergrund messen. Anschliessend stellen Sie die entsprechende Blende und Brennweite ein. Beispiel: Ist Ihr Vordergrundobjekt fünf Meter entfernt und haben Sie eine Brennweite von 35 mm gewählt, dann wählen Sie Blende 8 für ein Foto mit optimaler Schärfe. Aber wie wird das nun berechnet?

Schnelle Hilfe vom Smartphone

 Hand auf’s Herz: die wenigsten Fotografen verspüren den Drang, bei jeder Aufnahme erst einmal den Taschenrechner zu zücken, um die ideale Blende zu ermitteln. Das ist auch gar nicht nötig, denn mit Hilfe von praktischen Apps fürs Smartphone (z.B. PhotoBuddy für iOs oder HyperFocal pro für Android) können Sie die Hyperfokale Distanz ganz einfach berechnen. Hierfür brauchen Sie dann nur noch die Sensorgrösse und den Zerstreuungskreisdurchmesser einzustellen, in der App muss dafür lediglich das benutzte Kameramodell ausgewählt werden. Sie haben kein Smartphone? Auch im Netz gibt es viele fertige Tabellen für verschiedene Kameras und Objektive, sowie nützliche Online-Rechner, die Ihnen verraten, welche Einstellungen Sie an Ihrer Kamera vornehmen müssen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Am besten stellen Sie sich hiermit eine Tabelle für Ihre Kamera zusammen und drucken diese aus.

Geht das überhaupt mit meiner Kamera?

Auf vielen modernen Objektiven werden Sie Entfernungsangaben und Möglichkeiten, diese einzustellen, leider vergeblich suchen. In diesem Fall hilft dann nur noch Schätzen. Nehmen Sie hierfür Vergleichsgrössen von Objekten in der Umgebung zu Hilfe. Auch mit der sogenannten Daumensprungregel können Sie die ungefähre Entfernung abschätzen. Strecken Sie dafür den rechten Arm aus und den Daumen nach oben. Peilen Sie mit einem Auge einen bestimmten Punkt an, schliessen Sie es und öffnen das andere Auge. Schätzen Sie dann die Differenz in der Ferne und nehmen diese x 10.

Richtig abblenden

Abblenden kann den Schärfebereich vergrössern. Hierbei ist aber Vorsicht geboten: Ist die Blendenöffnung zu klein, macht uns die Physik einen dicken Strich durch die Rechnung und Beugeeffekte führen zu einer grossflächigen Unschärfe auf dem fertigen Bild. Der Einsatz kleiner Blenden verlängert ausserdem die Belichtungszeit und bringt die Gefahr mit sich, dass die Aufnahme verwackelt, wenn Sie kein Stativ benutzt haben. Auch der Wind kann bewegliche Objekte wie Wolken, Blätter oder Wellen „verwischen“. Deshalb sollten Sie Weitwinkelobjektive nicht beliebig abblenden. Die Blende sollte nicht zu klein, die Fokusdistanz nicht zu gross sein. Grosse Schärfentiefe erreichen Sie bei Weitwinkeloptiken für das Kleinbildformat mit Blende 8 oder 11.

Übung macht den Meister

Natürlich werden Sie nicht auf Dauer mit dem Smartphone oder einer Tabelle hantieren müssen, um die ideale Hyperfokale Distanz zu ermitteln. Mit der Zeit werden Sie ein Gefühl dafür entwickeln, mit welchen Einstellungen Sie das beste Ergebnis erzielen. Wie überall gilt auch hier: Ausprobieren, Spass haben und Erfahrungen sammeln.

Portrait-Foto mit Schwarzlicht - Lichtspiele

Bunt, Bunter, Schwarzlichtfotografie

Die Besonderheiten der digitalen Schwarzlichtfotografie

Bei der Fotografie mit Schwarzlicht bestimmt der Fotograf, was gezeigt wird und was nicht. Unterstützt wird die fotografische Inszenierung durch Hilfsmittel mit fluoreszierenden Eigenschaften, welche durch das Schwarzlicht sichtbar gemacht werden.

Das breite Spektrum an Hilfsmitteln ermöglicht eine sehr künstlerische, äusserst spektakuläre und farbenfrohe Darstellungsweise, die man in dieser Art und Weise nicht häufig sieht.

Voraussetzungen für die Schwarzlichtfotografie

Aufgrund der eher dunklen Lichtstimmung an einem Schwarzlicht-Set, sollten Sie eine Kamera einsetzen, die auch noch in höheren ISO-Bereichen rauscharm fotografiert. Dies trägt dazu bei, dass die Bilder Ihren Qualitätsanforderungen gerecht werden und störendes Bildrauschen in dunklen Teilbereichen vermieden werden kann.

Grundsätzlich sollten Sie ein lichtstarkes Objektiv verwenden, welches niedrige Blendenwerte zulässt. Dies ermöglicht eine grössere Blende, eine höhere Lichtaufnahme und letztlich auch kürzere Belichtungszeiten.

Wichtigster Bestandteil der Schwarzlichtfotografie ist, wie der Name bereits verrät, das Schwarzlicht selbst. Als Lichtquelle können, je nach Zielsetzung, herkömmliche Schwarzlichtröhren oder auch spezielle Schwarzlicht-Bühnenstrahler dienen. Für punktuelle Beleuchtungen greifen Sie am besten zu Schwarzlicht Taschenlampen, die bereits preisgünstig erhältlich sind.

 

Modell fotografiert mit Schwarzlicht vor schwarzem Hintergrund

Hier sieht man die fluoreszierende Wirkung der eingesetzten Farben. Damit die Farben noch stärker in den Vordergrund treten, sind sowohl Hintergrund als auch Modell neutral in schwarz gehalten.

Damit bei der Schwarzlichtfotografie am Ende schöne und farbenfrohe Bilder entstehen können, benötigt man natürlich fluoreszierende Hilfsmittel. Eine gute Inspirationshilfe für Kombinationsmöglichkeiten bieten spezielle Onlineshops für Schwarzlichtaccessoires und die Arbeiten anderer Fotografen. Das Angebot ist vielfältig und reicht von Schwarzlicht-Schminke bis hin zu Schwarzlicht-Seifenblasen.

Der richtige Ort für das Schwarzlicht-Shooting

Das Shooting sollte in einer kontrollierbaren Umgebung durchgeführt werden. Sämtliche Störeinflüsse, wie etwa einfallendes Licht, können den Erfolg der Aufnahmen beeinträchtigen und sollten daher vermieden werden. Generell ist eine Indoor-Durchführung bei Abend oder Nacht empfehlenswert, da hier etwaigen Störeinflüssen vorgebeugt werden kann. Für die Dauer des Shootings sollten sämtliche Fenster und Türen abgedunkelt werden. Verwenden Sie für Ihre Aufnahmen am besten einen neutralen schwarzen Hintergrund.

Jedoch können auch nächtliche Aufnahmen im Freien zu spannenden Ergebnissen führen. Um den Einfluss von störenden Lichtquellen wie etwa Laternen oder dem Mondschein zu vermeiden, sollten Sie vorzugsweise in ländlichen und lichtgeschützten Umgebungen fotografieren. Aufgrund ihrer Mobilität und des Batteriebetriebs empfiehlt sich für das Aussen-Shooting der Einsatz von Schwarzlicht Taschenlampen.

Augenschonender Umgang mit dem Schwarzlicht

Aus gesundheitlichen Gründen sollten Sie und andere Beteiligte den direkten Blickkontakt mit Schwarzlichtquellen meiden. Da die Fotografie in abgedunkelter Umgebung auf Dauer ausserdem ermüdend und anstrengend sein kann, sollten Sie auf lange Blicke durch den Sucher Ihrer Kamera verzichten. Ratsamer ist es die Live View Funktion der Kamera einzusetzen, um die Bildkomposition auf einer grösseren Anzeige betrachten zu können.

Verwendung der Live View Funktion bei einer Spiegelreflexkamera.

Fotografie im manuellen Kameramodus – volle Kontrolle über ISO, Blende und Belichtungszeit

Für die Aufnahmen sollten Sie den manuellen Kameramodus wählen, da nur hier umfangreiche Kameraeinstellungen am ISO-Wert, dem Blendenwert und der Belichtungszeit vorgenommen werden können.

Der ISO-Wert sollte mit der Helligkeit der eingesetzten Schwarzlichter und der indirekten Leuchtkraft der fluoreszierenden Hilfsmittel abgestimmt werden. Kommen viele leuchtende Hilfsmittel und Schwarzlichter zum Einsatz, kann ein niedriger ISO-Wert gewählt werden. Beschränkt man sich hingegen auf die Verwendung von wenigen Lichtquellen, so wird man nicht um den Einsatz höherer ISO-Werte (bis in die höheren vierstelligen Bereiche) umhinkommen. Das Maximum richtet sich dabei auch nach dem Kameramodell, um kein unschönes Bildrauschen zu erzeugen. Probieren Sie in Testaufnahmen, welche ISO-Werte günstig sind.

Der Blendenwert sollte individuell auf die einzelnen Motive und die zu erreichende Schärfentiefe angepasst werden. Möchten Sie bloss ein einziges Motiv fotografieren und von dem Hintergrund abheben, so wählen Sie einen niedrigen Blendenwert. Möchten Sie zwei oder mehrere Motive deutlich darstellen, so sollten Sie mit höheren Blendenwerten experimentieren. Da die Grösse der Blende jedoch auch massgeblich über die Menge des einfallenden Lichts entscheidet, sollte diese ebenfalls in Abstimmung mit der Lichtstimmung der Umgebung gewählt werden.

Die Belichtungszeit sollte so gewählt werden, dass Sie das Motiv jederzeit scharf und erkennbar abbilden können. Die erforderliche Belichtungszeit ist abhängig davon, ob es sich um ein dynamisches oder statisches Motiv handelt. Um verwackelte und unscharfe Aufnahmen zu vermeiden, sollten Sie für dynamische Motive eine ausreichend kurze Belichtungszeit, ca. ab 1/50 Sekunde, wählen. Für die Fotografie von statischen Motiven bietet sich der Einsatz eines Stativs an. Somit können auch längere Belichtungszeiten, z.B. 1/5 Sekunde, zu scharfen Ergebnissen führen und dadurch Einstellungsmöglichkeiten wie etwa einen höheren Blendenwert oder einen niedrigeren ISO-Wert begünstigen.

Für eine bessere Farbdarstellung ist es ausserdem empfehlenswert, das Bild ganz bewusst ein wenig unterzubelichten. Die gezielte Unterbelichtung führt dazu, dass die fluoreszierenden Farben stärker in den Vordergrund treten.

Dateityp RAW – Der Grundstein für nachträgliche Bildbearbeitung

Falls es Ihnen möglich ist, sollten Sie die Bilder im Dateiformat RAW abspeichern. Die Bilder nehmen so zwar mehr Platz auf der SD-Karte ein, jedoch werden je Bild auch deutlich mehr Informationen gespeichert. Dadurch lassen sich RAW Dateien umfassender bearbeiten als etwa Bilder vom Typ JPEG.

Um leuchtende Farben noch ausdrucksstärker und besser herauszuarbeiten, empfiehlt sich die Nutzung von speziellen Bildbearbeitungsprogrammen, etwa Adobe Lightroom. Hiermit können Sie im Nachhinein die Farbgebung des Bildes über Anpassung der Farbton- und der Sättigungswerte verändern. Das experimentieren lohnt sich, da hier oftmals noch interessante alternative Ergebnisse geschaffen werden können.

Nebelwelle am Schweizer Belchen – Fine Art Photography von Roland Moser

Fine Art Photography

Der Schweizer Landschafts- und Reisefotograf Roland Moser fotografiert seit über 20 Jahren leidenschaftlich. Er praktiziert die sogenannte Fine-Art-Fotografie und bietet auf seiner Webseite nature-moments.com Einblicke in die künstlerischen Arbeiten. Um mehr über Fine Art Photography erfahren zu können, haben wir mit dem Experten gesprochen.

Die Geschichte der Fine Art Photgraphy

Die Ursprünge des Begriffes «Fine Art» – also der feinen Kunst – liegen in der Malerei des frühen 19. Jahrhunderts. Als sich die Fotografie zu Beginn des 20. Jahrhunderts als eigenständiger Kunstbereich etablierte, wurden fachspezifische Ausdrücke aus der Malerei übernommen. So wie es die Fine-Art-Malerei bereits vorführte, liegt auch der wesentliche Aspekt der Fine-Art-Fotografie nicht im Abbilden der tatsächlichen unbearbeiteten Realität des Gesehenen. Vielmehr steht das Schaffen eines künstlerischen Werkes im Fokus, indem eine künstlerische Vision auf ästhetische Art und Weise verwirklicht wird. Somit ist die Technik, die gebraucht wird, um die exakten Details des Kunstwerkes herauszuarbeiten, ein wesentlicher Aspekt der Fine Art Photography.

Roland Moser: Fine Art Landscape Photography

Zunächst haben wir den Fotografen Roland Moser gefragt, was Fine Art Photography für ihn bedeutet:

«Für mich ist Fine Art Photography ein Qualitätsbegriff und weniger ein Stilbegriff. Ich bin in erster Linie «Print-Maker». […] Ein Fine-Art-Print ist für mich ein gutes Bild in bester Qualität ausbelichtet, gedruckt und edel präsentiert. Es muss für mich einen bestimmten Qualitätsstandard haben.»

…und wie er zur Fotografie gelangt ist:

«Amerika war immer ein Traum von mir und als ich dann [in den 1990igern] durch dieses Land reiste, war ich so begeistert, dass ich begann, die Landschaften und Städte zu fotografieren. Damals aber noch mit einer einfachen, analogen Kamera. Ich kaufte Foto-Magazine und studierte Bilder anderer Fotografen. Doch erst viele Jahre später mit dem Kauf meiner ersten digitalen Kamera begann ich die Landschaftsfotografie ernsthaft zu betreiben. Ich studierte alles, erwarb mir Photoshop und verbrachte tausende von Stunden damit, mir Wissen anzueignen. Ich wollte alles wissen, ich war wie ein Schwamm, sog alles in mir auf. Und ich bin Perfektionist. So wollte ich immer die bestmögliche Qualität.«

Yellow Water Billabong, Kakadu Nat’l Park, Australien – Fine Art Photography von Roland Moser

Yellow Water Billabong, Kakadu Nat’l Park, Australien – Fine Art Photography von Roland Moser

Auf die Frage, wie Roland Moser seinen eigenen Stil herausbildete, sagt er: «Ich denke, das ist ein jahrelanger Prozess. Man geht nicht einfach raus in die Natur, um zu fotografieren und findet seinen eigenen Stil. Ich glaube, dass das Fotografieren etwas Dynamisches ist – man wandelt sich immer wieder. Ich wollte immer mehr als eine Landschaft dokumentarisch wiederzugeben. Ich wollte meine Ansicht der Realität dieses einen besonderen Momentes zeigen. Schon als Kind war ich fasziniert von den grossen Weiten und unberührten Landschaften. Das hat mich wohl sehr stark beeinflusst in meiner Art der Fotografie.»

«Schlussendlich dreht sich alles um das Licht. Landschaftsfotografen sind Lichtjäger. Man muss sich in Geduld üben und oft warten, bis das Licht zu einem findet. Doch für mich gehört alles dazu, nicht nur die Arbeit vor Ort in den paar Minuten oder Sekunden, in denen man den Auslöser betätigt. Man erkundet eine Landschaft, sieht ein tolles Motiv, kehrt immer wieder zu diesem Ort zurück bis das Licht für diese bestimmte Idee passt und kann dann, wenn in diesem Moment alles zusammenkommt, das Licht ernten.»

Cinque Torri, Dolomites, Italien – Fine Art Photography von Roland Moser

Cinque Torri, Dolomites, Italien – Fine Art Photography von Roland Moser

Unter Fotografen ist die Fotonachbearbeitung ein zum Teil polarisierendes Thema. Gerade für die Fine Art Photography ist die nachträgliche Bearbeitung der jedoch Fotodatei essentiell: «Nichts kann meiner Meinung nach weniger echt sein, als ein Bild «Out of Cam». Ich will doch dem Betrachter mein Bild, meine Emotionen und meine Ansicht von diesem einzigartigen Moment zeigen und nicht etwas, das ein Softwarehersteller programmiert hat. Wer bestimmt denn, dass das Rot gerade so ausgesehen hat oder ob das Grün so oder anders wirkte. Das ist doch für jeden individuell. Mein Stil entwickelt sich immer weiter: Sei es durch neue Bearbeitungstechniken oder neue Perspektiven, weil ich mich mit der Zeit verändere.»

Roland Moser gibt Tipps an ambitionierte Hobbyfotografen

Im Zuge unseres Interviews fragten wir den Fotografen der Fine Art Landscape auch nach hilfreichen Tipps für ambitionierte Hobbyfotografen:

«Erstmal würde ich sagen: Habt vor allem Spass und Freude an dem, was ihr macht und befasst euch nicht mit Labels. Überlegt genau, was ihr wollt und verfolgt euer Ziel. Sucht euren Stil und experimentiert. Studiert Bilder von euren Lieblingsfotografen, aber kopiert diese nicht.

Die nachträgliche Bildbearbeitung gehört genauso dazu wie das eigentliche Fotografieren vor Ort. Wenn ihr das eine oder andere auslasst, dann schränkt Ihr euch bloss selbst ein. Nehmt euch Zeit bei der Bildbearbeitung, denn diese ist für mich gerade für Fine Art Photography sehr wichtig. […] Fotografieren ist eine Kunstform, darum lasst euch nicht von anderen Meinungen einengen.»

Lac de Derborence, Wallis, Schweiz – Fine Art Photography von Roland Moser

Lac de Derborence, Wallis, Schweiz – Fine Art Photography von Roland Moser

«Versucht sowohl bekannte Motive in neuem Licht zu zeigen als auch neue unbekannte Motive zu suchen. […] Ein Bild fängt mit einer Idee, mit einer Vision an. Ich habe genaue Vorstellungen von einem Bild, wenn ich einen bestimmten Ort aufsuche. Doch nicht immer komme ich mit dem gewünschten Bild nach Hause. Manchmal ergeben sich unterwegs stattdessen ganz neue Ideen und Möglichkeiten.»

Merken

Die Sofortbildkamera – Retro-Charme kombiniert mit moderner Fototechnik

Ein Blitz, ein kurzes Surren und dann das spannungsvolle Warten bis zum entwickelten Bild. Sofortbildkameras haben sich ihren Charme im Zeitalter der digitalen Fotografie erhalten. Heute begeistern Sie nicht nur Nostalgiker, denn dank moderner Technik sind sie durchaus alltagstauglich. Wir stellen das Kultobjekt vor und geben Tipps zum Kauf und Gebrauch.

Die Polaroid-Kamera – Ein Stück Fotografie-Geschichte

In der vordigitalen Zeit waren Fotos, die nicht erst im Labor entwickelt mussten eine kleine Sensation. Die Idee der Sofortbildkamera geht auf den Physiker Edward Land zurück, der 1948 das erste Modell entwickelte und seinem Unternehmen Polaroid zu internationaler Bekanntheit verhalf. Das Polaroid-Foto, charakteristisch mit dem weissen Bildrand, stand stellvertretend für ein ganzes Produktsegment.
Die eigentliche Neuerung war aber nicht die Kamera an sich, sondern der von Land entwickelte Trennbildfilm. Mit dem Herausziehen des Films aus dem Kameraschlitz wurde dieser durch zwei Walzen geschoben, die eine Entwicklerpaste zwischen Positiv und Negativ verteilten. Nach circa 30 bis 60 Sekunden zog man das Positiv vom Negativ ab, um nun das fertig entwickelte Foto zu betrachten. Der später in den siebziger Jahren entwickelte Integralfilm vereinte alle benötigten Filmbestandteile, so dass das Positiv nicht mehr vom Negativ getrennt werden musste. Die Nachteile beider Verfahren lagen auf der Hand – die fertigen Fotos liessen sich weder speichern noch reproduzieren.

Polaroid Land Kamera liegt auf einem Tisch

Mit der Digitalisierung der Fotografie galten Sofortbildkameras schliesslich als nicht mehr zeitgemäss. So konnten Fotos nun direkt nach dem Aufnehmen auf dem Display betrachtet und beliebig vervielfältigt werden. Im Jahr 2008 ging Polaroid Konkurs und stellte die Produktion von Filmen ein. Von einigen Anhängern der Polaroid-Kamera wurde daraufhin das Unternehmen „Impossible“ gegründet, das bis heute kompatible Analogfilme produziert.

Fotos mit Unikat-Charakter

Der digitalen Fotografie ist es gleichzeitig zu verdanken, dass die Sofortbildkamera in den letzten Jahren ein Revival erlebte. In Zeiten, in denen hunderte digitaler Bilder auf Speicherkarten oder Festplatten lagern, wird die haptische Erfahrung mit Fotos wieder relevant. Vor allem bei Feierlichkeiten gibt es schliesslich oft diese besonderen Momente, die man sofort, auf einem Foto verewigt, in den Händen halten und herumzeigen möchte. Hier kommt die Sofortbildkamera zum Einsatz. Durch sie entstehen Bilder, die man gleich anfassen, an die Wand pinnen oder in das Gästebuch der Party kleben kann. Auch zum Dekorieren sind sie wunderbar geeignet.

Ein Blumenstrauss dekoriert mit Sofortbildern

Da sich analoge Fotos nicht so einfach vervielfältigen lassen, hat jedes Bild seinen eigenen, einzigartigen Wert.

Sofortbild-Foto mit weissem Rand

Diesen Unikat-Charakter wissen nicht nur Hobbyfotografen, sondern auch Foto-Künstler zu schätzen. Ersterer wird zusätzlich verstärkt durch die Anfälligkeit analoger Filme für Licht und Wärme. Besonders bei diffusem Licht erhält das Foto einen Farbstich.

Funktionsweise aktueller Modelle

Während die Handhabung der Kult-Kamera für Einige eher umständlich ist, ist sie für Andere ein Teil des „Nostalgie-Erlebnisses“. So muss zunächst ein zum verwendeten Modell kompatibler Film eingelegt werden. Dieser wird separat zur Kamera gekauft. Nachdem das Foto aus der Kamera herausgekommen ist, legt man es bei der analogen Variante auf eine ebene Fläche und wartet, bis nach wenigen Minuten Farben und Formen sichtbar werden. Im Gegensatz zu den analogen Modellen entstehen Fotos bei der digitalen Variante nicht durch einen chemischen Prozess, sondern durch einen integrierten Thermodrucker. Durch diesen tritt das Bild fertig entwickelt aus der Kamera. Im Gegensatz zur analogen Variante lassen sich Fotos bei den digitalen Kameras ausserdem auf einer internen Speicherkarte sichern und reproduzieren.

Analog oder digital?

Die meisten analogen, bzw. digitalen Modelle haben heute eine kompakte Grösse, die nur noch wenig an das etwas klobige Format der ursprünglichen Polaroid-Kamera erinnert. Mittlerweile sind auch viel mehr Funktionen hinzugekommen.

Günstige analoge Modelle, wie die Fujifilm Instax Mini 8, gibt es schon ab einem Preis von ca. 70 CHF. Charakteristisch für die Kamera ist die sogenannte High-Key Belichtung, durch die der Bildhintergrund aufgehellt, bzw. weicher dargestellt werden kann. Durch das analoge Verfahren werden bewegliche Motive allerdings meist unscharf und weniger detailreich abgebildet. Den zugehörigen Fujifilm Instax Mini Film (2×10 Blatt ab 25 CHF) gibt es zudem nur im Visitenkartenformat (62sx46 mm). Wer jedoch eine Sofortbildkamera nur gelegentlich oder für die nächste Party braucht, ist mit der Fujifilm Instax Mini 8 dennoch sehr gut beraten.

Echte Fotografie-Nostalgiker können die ursprünglichen Polaroid-Kameras in den gängigen Online-Portalen im gebrauchten Zustand erwerben, so zum Beispiel die Polaroid Supercolor 635 (gesehen bei Ebay ab 63 CHF) oder die Polaroid SX-70 (gesehen bei Ricardo ab 89 CHF). Dank der kompatiblen Analogfilme von „Impossible“ lassen sich auch heute noch echte Polaroid-Bilder im typischen Retro-Look aufnehmen. Zu beachten ist, dass die aktuell produzierten Impossible-Filme eine Wartezeit von mindestens 30 Minuten brauchen bis das Bild fertig entwickelt ist. Durch eine neu entwickelte Beschichtung sind sie aber auch weniger lichtempfindlich. Der Film ist in 8-Blatt-Einheiten für rund 21 CHF erhältlich.

Die Sofortbildkamera Polaroid Supercolor 635 in einem Schrank zwischen Kleidung.

Wahre Fans erwerben die „I-1 Impossible“ (ab ca. 300 CHF), die eigens von dem niederländischen Unternehmen entworfen wurde und an das Design der ersten Polaroid des Jahres 1948 angelehnt ist. Die Kamera verfügt über eine Bluetooth-Schnittstelle mit der sie an ein iOS Gerät angeschlossen werden kann. Über eine App lassen sich die Belichtungszeit, die Blende und der Blitz steuern.

Inzwischen hat sich auch Polaroid mit der Produktion digitaler Sofortbildkameras wieder am Markt positioniert. Auf der integrierten Speicherkarte werden Fotos zunächst gesichert. Anschliessend kann ausgewählt werden, welche Bilder gedruckt werden sollen. Dazu liefern digitale Modelle, wie etwa die Polaroid Snap (ab ca. 125 CHF) vergleichsweise mehr Detailtreue. Bildschärfe und Farbigkeit reichen dennoch nur an das Niveau eines günstigen Smartphones. Das benötigte Zink-Fotopapier wird in Einheiten von 50 Blatt (à 2×3 Zoll) zu einem Preis von rund 36 CHF verkauft. Neben einem Selbstauslöser mit Selfie-Funktion kann man zwischen verschiedenen Bildeffekten auswählen, darunter finden sich auch die klassischen Polaroid-Ränder.

Fazit

Moderne analoge und digitale Sofortbildkameras erreichen kaum die Bildqualität konventioneller Kameras. Sie überzeugen aber mit ihrer Kompaktheit sowie vielen neuen Funktionen. Dazu liefern sie den gewissen Spassfaktor beim Fotografieren, den kaum ein anderer Kameratyp mit sich bringt.

HDR-Bild Klöntal, Kanton Glarus, Schweiz

Ein HDR-Bild aus einer Belichtungsreihe erstellen

Bei kontrastreichen Motiven stossen viele Kameras an ihre Grenzen. Wer schon einmal aus dunklen Räumen hinaus ins Tageslicht fotografiert hat oder versuchte, Objekte vor einem sehr hellen Himmel abzubilden, kennt das Problem. In unserem Artikel Dynamikumfang in der Fotografie – HDR-Bilder haben wir gezeigt, woran das liegt.

Obwohl der menschliche Sehapparat ein Wunder der Natur ist, umfasst er längst nicht den gesamten Dynamikbereich des sichtbaren Lichts. Dieses Verhältnis zwischen dunklen und hellen Bereichen übersteigt bei weitem auch den abbildbaren Bereich gedruckter oder auf Monitoren angezeigter Bilder. So kommt es, dass Monitore und Kameras nur einen gewissen Spielraum im Dynamikumfang aufweisen. Fotografen können also nur einen Teil der Informationen aufnehmen, die sie eigentlich sehen. Zumindest in der digitalen Fotografie kann der dynamische Bereich eines Fotomotivs künstlich vergrössert bzw. verlängert werden.

Einige Fotografen haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Fotografien der menschlichen Wahrnehmung grösstmöglich anzunähern. Da es noch keine marktreifen, geschweige denn kosteneffizienten HDR-Kameras gibt, behilft man sich mit Belichtungsreihen. Im Folgenden haben wir ein kleines HDR-Bilder-Tutorial zusammengestellt. Probieren Sie aus, wie einfach Sie selbst tolle HDR-Bilder produzieren können.

Der Dynamische Bereich digitalisiert

HDR-Bilder sind Bilder mit einem sehr hohen dynamischen Bereich bzw. Motivkontrast. Durch die realitätsnähere Abbildung eröffnen sich neue Möglichkeiten, da der Dynamikbereich der sichtbaren Welt grösstenteils eingefangen werden kann. Im Prinzip wird versucht, Dynamikbereiche aus mehreren unterschiedlich belichteten Fotografien übereinander zu legen, um einen nahezu vollständigen Motivkontrast zu erlangen. Die meisten Informationen (z.B. Farbabstufungen oder Kontrastdifferenzierungen) enthält die Farbdarstellung (auch Farbtiefe genannt) Deep Color. In der professionellen Fotografie wird darauf zurückgegriffen, weil sie die meisten Farbnuancen abbilden kann. Zum Vergleich: True Color hat eine Farbtiefe von 24-bit, das entspricht 16.777.216 Farbnuancen. Dagegen ermöglicht Deep Color eine Farbdarstellung ab 30-bit von 1,07×109 ­Farben. Allerdings können gewöhnliche Monitore nur 24-bit darstellen. Im RGB-Farbraum stehen je Kanal 8-bit zur Verfügung (R G B = 3 x 8 = 24-bit). HDR-Bilder können auf diesen Monitoren gar nicht wiedergegeben werden. Dazu greifen Grafikprogramme auf sogenannte Tone-Mapping-Operatoren zurück. Auf die genaue Funktionsweise soll an dieser Stelle allerdings nicht eingegangen werden.

Die Belichtungsreihe für das spätere HDR-Bild

Belichtungsreihe Thun vom Schloss aus ©Daniel Moser/Flickr (CC BY 2.0)

Belichtungsreihen zum HDR-Bild zusammenfügen

Wie bereits erwähnt, eignet sich Photoshop für die Erzeugung von HDR-Bildern recht gut. Schon in der mittlerweile kostenfreien Photoshop-Version CS2 befindet sich das Tool, um HDR-Bilder zu erzeugen und zu optimieren. Voraussetzung für die Arbeit am Computer sind natürlich einwandfreie Aufnahmen. Folgendes müssen Sie beachten, wenn Sie Fotos aufnehmen, die dann mit „Zu HDR zusammenfügen“ in Photoshop kombiniert werden sollen.

Bei den unterschiedlichen Belichtungsreihen ist ein Stativ von enormer Wichtigkeit. Es sorgt dafür, dass sich das Aufnahmefeld nicht ändert. Ein Fernauslöser ist sehr zu empfehlen, um keine Erschütterungen zu erzeugen. Das Zusammenfügen der Bilder im Nachhinein funktioniert nur, wenn alle Bilder exakt dieselbe Szene zeigen.

Je nach Dynamikumfang der Szene (z.B. sehr hell und sehr dunkel) sind hinreichend viele Bilder mit ganz unterschiedlichen Belichtungsstufen notwendig. Dabei sind mindestens drei Bilder erforderlich – Wir empfehlen aber fünf bis sieben Bilder, um ein schönes Ergebnis zu erzielen.

Bei gleichbleibender Blende braucht nur die Verschlusszeit reguliert zu werden, um unterschiedlich stark belichtete Aufnahmen zu erhalten. Eine Änderung der Blende beeinflusst die Tiefenschärfe, was zu geringeren Ergebnissen führen kann. Auch die ISO-Werte sollten unberührt bleiben, um Rauschen und Vignettierungen zu vermeiden.

Die Belichtungsreihenfunktion der Kamera sollte nicht zum Einsatz kommen, da die Belichtungsunterschiede im Allgemeinen zu gering sind.

Zur Orientierung: Ein oder zwei EV-Schritte (EV = Exposure Value = Lichtwert) bzw. bis zu umgerechnet zwei Blendenwerte sollte der Belichtungsunterschied betragen.

Die Beleuchtungsverhältnisse sollten beibehalten und nicht etwa mit einem Blitz zwischendurch geändert werden.

Bilder am PC zum HDR-Bild zusammenfügen

Wir gehen wie auf den folgenden Bildern vor:

Zu HDR-Bild zusammenfügen mit Photoshop CS2

(Quelle: Screenshot)

Nach dem Photoshop geöffnet ist, befindet sich unter Datei → Automatisieren das Feld „Zu HDR zusammenfügen…“. Beim Anklicken öffnet sich folgende Maske:

Unter „Durchsuchen...“ werden die einzelnen Aufnahmen aus dem jeweiligen Ordner ausgewählt.

(Quelle: Screenshot)

Unter „Durchsuchen…“ werden die einzelnen Aufnahmen aus dem jeweiligen Ordner ausgewählt. Photoshop kann Dateiformate wie Photoshop (PSD, PSB), Radiance (HDR), Portable Bit Map (PBM), OpenEXR und TIFF verarbeiten. Die folgende Maske sieht dann in etwa so aus:

HDR-Bild: Maske mit ausgewählten unterschiedlich belichteten Aufnahmen

(Quelle: Screenshot)

Hier sind noch einmal alle Dateien zusammengestellt, die zu einem HDR-Bild zusammengefügt werden sollen. Durch „OK“ wird der Vorgang eingeleitet:

Das HDR-Bild wird in Photoshop erzeugt

(Quelle: Screenshot)

Im Anschluss können noch kleine Anpassungen vorgenommen werden. Da ein HDR-Bild Kontraststufen enthält, die Standard-Monitore nicht abbilden, wird die HDR-Vorschau mit Hilfe von Algorithmen (Tone Mapping) heruntergerechnet. Das Bild wirkt insgesamt dennoch deutlich detailreicher als im Vergleich ein einfach belichtetes Motiv.

Das fertige HDR-Bild – Auch die Berge im Hintergrund sind gut zu erkennen

Thun vom Schloss aus ©Daniel Moser/Flickr (CC BY 2.0)

HDR-Bilder zeichnen sich durch einen hohen Helligkeitskontrast aus. Mittels Algorithmen (Tone Mapping) werden die Bilder heruntergerechnet. Durch die HDR-Technik erwachen Fotos mit satteren Farben, mehr Details und helleren Bildern quasi zum Leben. Sie können viel besser das wiedergeben, was der Betrachter einst gesehen und eingefangen hat. Selbst bei strahlendem Sonnenschein sind im Schatten noch feine Zeichnungen und Details zu erkennen. Im Gegensatz zu einigen teuren Fernsehern können viele Monitore den Dynamikumfang der HDR-Bilder aber noch gar nicht abbilden.

 

Header Image Credit: ©Wendelin Jacober/Flickr

HDR-Bild: Scheune mit alten Geräten für die Landwirtschaft

Dynamikumfang in der Fotografie – HDR-Bilder

Manch einer ärgert sich hin und wieder über flaue und kontrastarme Aufnahmen. Der Dynamikumfang in unserer realen Welt beträgt gemessen von der Dunkelheit in der Nacht bis zur prallen Mittagssonne maximal 23 Blendenstufen. Die Wahrnehmbare Dynamik des menschlichen Auges umfasst in etwa 20 Blendenstufen. Damit kann der Mensch einen grossen Teil des Möglichen sehen. Zum Vergleich: Eine gute Spiegelreflexkamera kann im RAW Format mit ca. 12 Blendenstufen und im JPG-Dateiformat mit ca. 8 Blendenstufen aufwarten. HDR-Bilder liefern dagegen bessere Ergebnisse.

Wir zeigen Ihnen, welche Probleme der Dynamikumfang von Digitalkameras verursacht und geben Tipps, wie Ihre Bilder der realen Welt ein weniger näherkommen.

Problem Dynamik bei Digitalbildern

Genau wie in der analogen Fotografie stehen in der Digitalfotografie zu wenig Helligkeitsstufen zur Verfügung, um an den Dynamikumfang des menschlichen Auges heranzukommen. Viele fotografieren im JPG-Dateiformat, dass jedoch lediglich 256 Helligkeitsstufen speichern kann. Wie Dia-Filme müssen auch die Fotosensoren von Digitalkameras optimal belichtet werden, damit keine flauen und kontrastlosen Bilder entstehen.

Das RAW-Format

Das Rohdatenformat von Digitalkameras umfasst eine Vielzahl von Dateiformaten. Nach einer Aufnahme werden die Daten nach der Digitalisierung weitgehend unbehandelt auf das Speichermedium geschrieben. Gelegentlich werden die Rohdaten auch als digitales Negativ bezeichnet. Ein von der Kamera entwickeltes Bild im JPG-Dateiformat umfasst beispielsweise nur 8 Bit Farbtiefe. Das sind also 256 Abstufungen pro Farbkanal. Rohdaten haben einen erheblich höheren Dynamikumfang von bis zu vier Blendenstufen. Bei 14 Bit Farbtiefe sind das 16.384 Helligkeitsabstufungen. Im Vergleich zu 256 gewinnt das Bild enorm an Detailreichtum. Natürlich fordert das Mehr an Bildinformationen seinen Tribut. Rohdaten benötigen wesentlich mehr Speicherplatz.

High Dynamic Range – HDR

Für das menschliche Auge ist ein Dynamikumfang von 10.000:1 kein Problem. Allerdings können diese Lichtverhältnisse von gewöhnlichen Druckern, Displays oder Projektoren nicht erreicht werden. Alle Aufnahme- und Wiedergabeverfahren unterliegen in ihren Kontrastverhältnissen gewissen technischen Einschränkungen. Extreme Helligkeitsunterschiede wie Nachtaufnahmen mit Strassenbeleuchtung lassen sich auch im RAW-Format kaum bewältigen. Bei Aufnahmen im JPG-Dateiformat sind bei Dunkelheit gar keine Durchzeichnungen mehr zur erkennen, da der Kontrast von 256:1 zu klein ist, um das abbilden zu können. Durch High Dynamic Range (HDR) soll der Dynamikbereich erhöht werden. HDR-Bilder (Hochkontrastbilder) sollen grosse Helligkeitsdifferenzen detailreich wiedergeben. Sie können durch extrem hochpreisige Spezialkameras, künstliche Computergrafiken oder durch HDRI-Belichtungsreihen erzeugt werden.

HDRI-Belichtungsreihen

HDRI-Erzeugung aus Belichtungsreihen

Ein Problem der digitalen Fotografie ist der geringere Kontrastumfang der Bilder im Vergleich zur analogen Fotografie. Diesen Nachteil kann die DRI-Technik ausgleichen.

Die „Dynamic Range Increase“-Technik erhöht den Kontrast bei Digitalfotos. Überdies wird störendes Rauschen in dunklen Bildflächen und Überstrahlung verringert. Um diese Effekte zu erreichen, wird wie folgt vorgegangen:

Mit Hilfe eines Stativs werden mindestens drei Bilder eines Motivs aufgenommen. Bei allen drei Bildern ist jedoch die Belichtung unterschiedlich – wie oben im Bild zu sehen. Später werden die Bilder dann am Computer – mittels Photoshop oder einem anderen Programm – zu einem zusammengesetzt.

Fotografien herkömmlicher Digitalkameras leiden häufig an Über- und/oder Unterbelichtung. Die visuelle Wahrnehmung des Menschen hat mit den meisten Motiven nicht solche Probleme. HDR-Bilder haben einen verbesserten Dynamikumfang und bilden dadurch die in der Natur vorkommenden Helligkeiten in ihrer Gesamtheit besser ab. Zwar besitzen fast alle Bildschirme einen niedrigeren Helligkeitsumfang, trotzdem bleiben bei HDR-Bildern Details in sehr dunklen und hellen Bereichen erhalten.

Bilder mit erhöhtem Dynamikumfang sind qualitativ besser als die der herkömmlichen Digitalkameras. Zurzeit bieten nur extrem teure Spezialkameras die Möglichkeit, HDR-Bilder direkt aufzunehmen, doch es gibt einen Workaround mit Hilfe von Belichtungsreihen. Durch ein wenig Aufwand lassen sich so detailreiche und intensive Bilder erzeugen.