Light Painting – ein glühender Kreis mit sprühenden Funken

Light Painting – Malen mit glühender Stahlwolle

Light Painting – Malen mit Licht bedeutet, die Bewegung einer Lichtquelle fliessend mit der Kamera festzuhalten. Dafür eigenen sich verschiedenen Lichtquellen, wie Kunstlicht und auch Feuer. Das Element Feuer ist gefährlich, zerstörerisch und faszinierend zu gleich und nicht immer leicht zu kontrollieren. Mit brennender Stahlwolle ist es möglich, die Unkontrollierbarkeit zu umgehen und beeindruckende Aufnahmen von glühenden Spiralen und weitläufigen Funkenflug zu machen. Wie das funktioniert und was dabei unbedingt beachtet werden sollte, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was wird für Light Painting benötigt?

Als erste Voraussetzung wird eine Kamera benötigt, an der die Belichtungszeit und die Blende manuell eingestellt werden können. Dies kann eine digitale Spiegelreflexkamera oder auch eine Systemkamera sein. Des Weiteren werden Stahlwolle benötigt, ein Schneebesen und ein feuerfestes Seil, bestenfalls ein dünnes Stahlseil. Alternativ kann auch eine Kette verwendet werden. Die Länge des Seils sollte zwischen 50 und 100 Zentimeter betragen, je nach Körpergrösse. Der Schneebesten sollte robust und komplett aus Metall sein. Beim Kauf der Stahlwolle ist zu beachten, dass es diese in mehreren Stärken gibt. Für die Erstellung solcher Aufnahmen kommen nur die Stärken 000 bis 0 in Frage. Desto mehr Nullen, umso feiner ist die Stahlwolle und umso besser und schneller brennt sie.
Liegen der Schneebesen, das Seil und die Stahlwolle parat, lässt sich die benötigte Vorrichtung in nur drei Schritten zusammenbauen.

Schritt 1:

Den Innenraum des Schneebesens mit Stahlwolle befüllen.

Schritt 2:

Die Stahlwolle durch Auseinanderziehen lockern, damit sie besser brennt.

Schritt 3:

Das Seil am Ende des Schneebesens befestigen. Besitz der Schneebesen eine Öse, lässt sich das Seil leicht anknoten. Ist dies nicht der Fall, kann man das Seil mit einem sehr robusten Klebeband, wie dem Gaffa-Tape, ankleben.
Tipp: Im Falle, dass ein Stahlseil oder eine Kette verwendet wird, kann es für den Griff angenehmer sein, auch das Ende des Seils mit dem Gaffa-Tape zu umwickeln.
Liegt die Vorrichtung gut in der Hand und ist es ist dunkel, kann es fast schon losgehen.

Sicherheit geht vor!

Feuer ist nicht ungefährlich. Es kann schwere Verbrennung hervorrufen und breitet sich ziemlich schnell aus. Deshalb ist es wichtig, diese Fotos auf weitem Gelände und freien Plätzen zu machen. Falls doch die Wiese, ein Strauch oder ein anderer Gegenstand Feuer fängt, sollten immer ein Feuerlöscher, ein Eimer Wasser oder schwer entflammbare Decken in greifbarer Nähe sein.
Für den eigenen Schutz empfehlen sich feste Schuhe, lange Bekleidung und Handschuhe. Zudem ist es für den optischen Aspekt nützlich, dunkele Kleidung zu tragen, die auf den Fotos zwischen den Flammen und Funken nur schwer zu erkennen sind.
Light Painting – eine glühende Kugel mit sprühenden Funken

Die richtigen Kameraeinstellungen

Spiralförmige Linien und Funkenflug lassen sich durch ein rotierendes Schleudern der Vorrichtung mit der brennenden Stahlwolle bewirken. Umso schneller die Stahlwolle durch die Luft gewirbelt wird, desto höher fliegen die Funken. Um aus dieser Bewegung fliessende Linien zu kreieren, werden lange Belichtungszeiten benötigt. Als Ausgangssituation ist eine Belichtungszeit von 25 Sekunden optimal. Das entstehende Licht wird durch eine eher geöffnete Blende, wie Blende f/5, im vollen Umfang erfasst. Da die Effekte, die durch die glühende Stahlwolle entstehen, am besten bei Dunkelheit wirken, sollte der ISO-Wert klein gehalten werden, sodass in den schwarzen Bereichen des Fotos kein unschönes Rauschen entsteht.
Für derlei Aufnahme eigenen sich am besten Weitwinkelobjektive mit kleinen Brennweiten, da die Arbeit mit dem Feuer einen relativ grossen Sicherheitsabstand zur Kamera erfordert. Ist der Abstand zu klein, können die sprühenden Funken sowohl die Kamera als auch das Objektiv beschädigen. Ein Probelauf ohne Kamera hilft dabei, den Funkenflug einschätzen zu können und danach die Kamera zu positionieren.
Ist die Kamera richtig platziert, wird die Stahlwolle mit einem Feuerzeug angezündet. Sobald durch die Bewegung die ersten Funken sprühen, sollte der Auslöser betätigt werden. Am besten lassen sich solche Aufnahmen zu zweit machen, damit einer die Stahlwolle in Bewegung bringt und der andere die Kamera bedingt. Ist man jedoch allein, kann ein Fernauslöser Abhilfe schaffen.

Mit Feuer malen

Für die Bewegung gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man mit der Stahlwolle gleichmässige kreisförmige Bewegungen machen. Dadurch entsteht ein hell aufleuchtender Kreis, um den sich die Spuren der Funken ziehen. Dreht sich während des Rotieren die Person um sich selbst, erscheint eine dreidimensional wirkende Kugel. Eine Spirale lässt sich erzeugen, wenn die Parson mit der Stahlwolle während des Drehens nach und nach einen Schritt zurückgeht – leicht schräg zur Kamera. Wird die Stahlwolle wahllos durch die Luft geschleudert, bleibt die Wirkung auf dem Bild eine Überraschung.
Light Painting – ein glühende Spirale mit Funkenflug

Fazit

Light Painting ist eine Variante, um spektakuläre und kontrollierte Aufnahmen von Feuer zu machen. Wie so oft in der Fotografie heisst es auch hier: Geduld bewahren und mehrmals üben. Gerade für das erste Mal und die anfänglichen Versuche ist es empfehlenswert, sich eine helfende Hand mitzunehmen. Die richtige Kleidung, genügend Abstand und als Vorsichtsmassnahme etwas zum Löschen des Feuers sollten unbedingt dabei sein. Ansonsten ist Light Painting ein Bereich in der Fotografie, der für jeden umsetzbar und erschwinglich ist.



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