Verschiedene Arten von Objektiven für unterschiedliche Zwecke

Worauf muss man beim Objektivkauf achten

Jeder einzelne Kamerahersteller bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Objektiven an, dazu kommen noch Objektive von Herstellerübergreifenden Anbietern. Da ist es schwierig, beim Objektivkauf eine gut informierte und clevere Entscheidung zu treffen.

Wir liefern alle Tipps und Informationen, was Sie bei der Anschaffung eines neuen Objektives beachten sollten.

Welche Brennweite soll mein Objektiv haben?

Zuerst steht die Entscheidung an, ob man ein Zoomobjektiv oder ein Festbrennweiten-Objektiv kaufen möchte. Zoom-Objektive haben den Vorteil, dass sie in einem vorab definierten Rahmen die Brennweite variieren können. Somit wird das Objektiv vielseitiger einsetzbar. Zudem sparen Sie sich häufiges Wechseln der Objektive unterwegs, was einiges an Aufwand und Zeitverlust bedeuten kann.

Bei Festbrennweiten-Objektiven kann man die Brennweite nicht verändern. Wenn man also ein Objekt grösser oder kleiner fotografieren will, muss man die eigene Position verändern. Der Vorteil dieser Objektive liegt darin, dass sie auf ihre Brennweite hin optimiert sind. Man kann mit Festbrennweiten-Objektiven qualitativ bessere Resultate erzielen als mit vergleichbaren Zoomobjektiven. Zudem sind Festbrennweiten-Objektive zumeist günstiger zu erwerben als technisch vergleichbare Zoomobjektive. Ausserdem sind Festbrennweiten-Objektive leichter und handlicher als ihre flexibel einsetzbaren Mitstreiter.

Hat man die essentielle Entscheidung bezüglich des Objektivtypen getroffen, geht es an die Auswahl der geeigneten Brennweite. Diese hängt stark davon ab, wofür man sein Objektiv einsetzen möchte.

Ein kleiner Exkurs Richtung Brennweite:

Brennweiten werden in Millimetern angegeben. Eine Brennweite von 50 mm entspricht in etwa dem Sichtwinkel des menschlichen Auges, man bezeichnet Objektive mit dieser Brennweite deswegen als Normalobjektive. Brennweiten unter 50 mm bezeichnet man als Weitwinkelobjektive. Mit sinkender Brennweite erhöht sich die Winkelgrösse, die auf dem Bild dargestellt werden kann. Weitwinkelobjektive eigenen sich vor allem für die Landschaftsfotografie und Reisefotografie. Natürlich gibt es im Bereich Weitwinkel bedeutende Abstufungen, beispielsweise Superweitwinkelobjektive besitzen Brennweiten von 20 mm oder weniger.

Objektive mit Brennweiten über 70 mm bezeichnet man als Teleobjektiv. Mit Teleobjektiven kann man weit entferne Objekte gross fotografieren. Durch diese Vergrösserung sinkt der Bildwinkel, es „passt“ quasi weniger Motiv auf das Bild. Ab 135 mm spricht man von echten Teleobjektiven, Objektive mit Brennweiten über 300 mm werden als Superteleobjektive bezeichnet.

 

Einsteigerobjektive decken zumeist eine Brennweite von 18 mm – 55 mm ab, häufig werden sie beim Kauf einer neuen SLR mitgeliefert. Diese Objektive sind dem Weitwinkel- und Normalbereich zuzuordnen.

Wer viel auf Reisen ist und entsprechend auf das Gewicht achten muss, ist gut beraten, ein Objektiv zu wählen, das eine grosse Brennweiten-Spanne abdeckt. Diese sind zwar vergleichsweise grösser und schwerer, dafür erübrigt sich das Mitnehmen eines Wechselobjektives. Im Einsteigerbereich empfehlen sich hier Objektive mit Brennweiten von 18 mm – 200 mm. Dadurch wird der Weitwinkel-, Normal- und Tele-Bereich mit einem Objektiv abgedeckt.

Profis werden nicht auf ihre Wechselobjektive verzichten wollen. Bei der Zusammenstellung ihrer Objektivsammlung empfiehlt sich die Kombination aus Festbrennweiten- und Zoom-Objektiven. Für die am häufigsten benutzen Brennweiten lohnt es sich, Festbrennweiten-Objektive anzuschaffen, da diese qualitativ den Zoombrennweiten-Objektiven überlegen sind. Ergänzt wird die Profi-Ausrüstung von einem hochwertigen Weitwinkelobjektiv und einem hochwertigen Teleobjektiv.

Objektive mit unterschiedlichen Blendenöffnungen

Lichtstärke

Zweiter wichtiger Punkt beim Kauf eines Objektives ist die Lichtstärke. Die Lichtstärke gibt die grösste mögliche Blendenöffnung an. Je weiter die Blende zu öffnen ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor und desto höher ist somit die Lichtstärke des Objektives. Angegeben wird die Lichtstärke mit dem Blendenwert. Blendenwerte sind Brüche, je kleiner die Zahl unter dem Bruchstrich, umso grösser ist der Blendenwert. Ein Blendenwert von f/1.4 ist also bedeutend grösser und lichtintensiver als f/8.

Zoomobjektive erreichen meist weniger Lichtstärke als Festbrennweiten-Objektive. Je grösser die Brennweiten-Spanne eines Objektives, umso weniger lichtstark ist es in der Regel. Bei Kauf eines Objektivs gilt es also, die Lichtstärke zu beachten und mit den eigenen Ansprüchen abzuwägen.

Anschluss-Mechanik für ein Objektiv an einer Kamera

Anschlüsse – Passt mein Objektiv zur Kamera?

Die grosse Palette an Angeboten wird allein dadurch eingeschränkt, dass das Objektiv auch auf das Kameragehäuse passen muss. Viele Kamerahersteller haben den weit verbreiteten Bajonettanschluss leicht abgeändert, sodass nur herstellereigene Objektive angeschlossen werden können. Die markenübergreifenden Objektivhersteller bieten ihre Objektive zumeist in unterschiedlichen Ausführung passend für die unterschiedlichen Anschlüsse an. Auf den Webseiten dieser Anbieter kann man für jedes Objektiv die kompatiblen Kameramodelle einsehen.

Preis – was darf der Spass kosten?

Die Preisspanne beim Objektivkauf reicht von unter 200 CHF für Einsteigermodelle bis hin zu mehreren Tausend und teilweise sogar Zehntausend CHF für Profimodelle. Es gilt also, einen realistischen Kompromiss zwischen Ansprüchen, Einsatz und Preis des Objektives zu finden.

Neben der Brennweite und Lichtstärke gibt es noch einige Eigenschaften und Extras, die den Preis eines Objektives beeinflussen. Ein Beispiel ist ein besonders schneller Autofokusmotor, ein sogenannter Ultraschallmotor. Obwohl er für Hobbyfotografen wahrscheinlich nicht das wichtigste Feature eines Objektives ist, kann er für professionelle Sport- oder Tierfotografen der Schlüssel zum Erfolg sein. Die schnellere Rechenleistung hat jedoch einen stolzen Preis. Zudem gibt es speziell geformte Linsen, die Bildfehler reduzieren. Diese sogenannten asphärischen Linsen werden jedoch auch meist nur in hochpreisigen Objektiven verbaut.

Das wichtigste beim Kauf eines Objektives ist eine genaue Vorstellung, was man mit diesem Objektiv fotografieren möchte und wie hoch die eigenen Qualitätsansprüche sind. In Fachgeschäften findet man kompetente Beratung zu den neuesten Modellen und auch Online-Portale bieten aktuelle Testberichte mit konkreten Empfehlungen zur Kaufentscheidung. Trotzdem ist es wichtig, sich selbst über wichtige Eigenschaften von Objektiven zu informieren und die eigenen Ansprüche herauszufinden.