Dauerlicht-Ringleuchte und Studioblitz

Kombinieren verschiedener Lichtquellen

Studioblitz und Dauerlicht-Leuchte sind effektive Hilfsmittel in der Fotografie. Beide bringen jedoch Vor- und Nachteile mit sich. Die Dauerlicht-Leuchte ist nicht so lichtstark wie der Blitz und lässt sich nur beschränkt einstellen. Der Studioblitz bietet wiederrum eine grössere Bandbreite an Einstellmöglichkeiten. Im Gegensatz zur Dauerlicht-Leuchte kann die Wirkung des Blitzes nur schwer im Vorfeld beurteilt werden. Aus diesem Grund ist die Handhabung der Dauerlicht-Leuchte vor allem für den Anfänger einfacher. Aufgrund der Vor- und Nachteile beider Lichtquellen stellt sich hier die Frage, ob und wie sich beide kombinieren lassen, um die jeweiligen Vorteile zu geniessen.

Dauerlicht, Blitz oder auch beides?

Der grosse Vorteil von künstlichen Licht, im Gegensatz zum Sonnenlicht, ist die Kontrollierbarkeit. Sowohl beim Dauerlicht als auch beim Studioblitz kann bestimmt werden, aus welcher Richtung das Licht kommen soll und wie stark dieses sein soll. Wie bereits erwähnt, ist der Studioblitz in seiner Regelbarkeit flexibler und insgesamt auch lichtstärker. Zudem besteht beim Einsatz von künstlichen Licht die grosse Freiheit, mehrere Studioblitze oder mehrere Dauerlicht-Leuchten gleichzeitig einzusetzen.

Die Verwendung einer Dauerlicht-Leuchte ist leicht – aufstellen, einschalten und sofort lässt sich die Wirkung des Lichts erkennen. Im Falle, dass die Lichtwirkung zu stark oder zu schwach ist, lässt sich diese meistens dimmen. Für alle anderen Feinheiten bietet die Kamera zahlreiche Einstellungen zur Belichtungszeit, Blende und vielem mehr. Dabei erweist sich der Live-View-Modus der Kamera als besonders praktisch. Bei dessen Verwendung ist die Möglichkeit gegeben, alle Veränderungen sofort auf dem Display zu beobachten. Folglich lässt sich noch vor der Auslösung beurteilen, ob die Einstellungen und die Lichtwirkung den eigenen Vorstellungen entsprechen.

Beim Einsatz von einem oder mehrerer Studioblitze gestaltet sich die Handhabung nicht ganz so einfach. Dafür wiederum überzeugen sowohl die Möglichkeiten an Einstellungen, als auch die Überlegenheit der Lichtstärke. Aufgrund der Komplexität ist es jedoch wichtig, sich an die Arbeit mit einem Studioblitz heran zu tasten. Studioblitze bieten circa vier bis fünf Stufen, welche sich zum Teil bis auf eine Kommastelle genau regeln lassen. Ein guter Start liegt dabei stets in der Mitte, in Zahlen ausgedrückt zwischen zwei und drei. Die optimalen Anfangseinstellungen der Spiegelreflexkamera finden sich bei einer Belichtungszeit von 1/125 Sekunden, einer Blende von circa f/6 und einem ISO-Wert zwischen 100 und 200. Wurde eine solche Ausgangssituation geschaffen, ist es einfach, mit kleinen Schritten nachzujustieren. Aber auch die Veränderungen durch diverse Einstellungen bleiben bis nach der Aufnahme verborgen, da die Verwendung des Live-View-Modus in Verbindung mit einem Studioblitz nicht möglich ist. Das gleiche gilt bei der Benutzung eines externen Systemblitzes, der direkt am Blitzschuh angebracht wird.

Darstellung eines Motives mit verschiedenen Lichtquellen

Diese Bildreihe zeigt den Einsatz verschiedener Lichtquellen ohne Veränderungen der Kameraeinstellungen. Konkret wurden diese Aufnahmen von links nach rechts nur mit Studioblitzen, mit Studioblitzen und Dauerlicht und mit nur Dauerlicht ausgeleuchtet.

Die verschiedenen Wirkungen der Leuchtmittel lassen sich auf der oben abgebildeten Darstellung gut erkennen. Das erste Bild links wurde mit drei niedrig eingestellten Studioblitzen aufgenommen. Das Motiv in der Mitte wurde sowohl mit Blitzlicht als auch mit Dauerlicht ausgeleuchtet und das letzte Bild ganz rechts wurde nur mit einem Dauerlicht aufgenommen.

Dabei erzielte die Kombination aus Studioblitzen und Dauerlicht das beste Ergebnis. Sowohl beim ausschliesslichen Einsatz von Dauerlicht als auch beim alleinigen Einsatz der Studioblitze wirkt die Bildfarbe verfälscht. Am auffälligsten ist diese Verfälschung bei der Aufnahme mit den Studioblitzen, denn dieses hat einen Rotstich.

Licht allein macht keine perfekten Aufnahmen

Die Kombination von Dauerlicht und Studioblitz hat überzeugt. So entsteht die Möglichkeit, mit dem Dauerlicht ein Grundlicht zu erzeugen und mit dem zusätzlichen Blitz der Entstehung von ungewünschten Schatten entgegenzuwirken. Aber Vorsicht – viel hilft nicht immer viel – denn die zu benötigende Lichtmenge richtet sich sehr nach der Grösse des Motives. Aufgrund der Wahl eines kleinen Motives wurden hier sowohl die Blitze als auch das Dauerlicht mit einer niedrigen Einstellung verwendet. Bei grösseren Motiven können höhere Einstellungen notwendig sein.

Eine weitere Möglichkeit, dem Licht etwas entgegen zu wirken, ist die Einstellung der Blende. Durch das Öffnen und Schliessen der Blendenöffnung gelangt mehr oder weniger Licht auf den Sensor. Zudem beeinflusst die Blende die Schärfentiefe. Desto weiter die Blende geschlossen ist, umso höher ist die Schärfentiefe.

Darstellung eines mit Studioblitz und Dauerlicht beleuchteten Motives mit verschiedenen Blendeneinstellungen

Hier ist deutlich zu sehen, dass nicht nur die Lichtquellen, sondern auch die Kameraeinstellungen eine grosse Bedeutung haben. Für diese Aufnahmen wurde lediglich der Blendenwert und nicht der Einsatz der Lichtquellen verändert.

Auch hier ist es ratsam, sich an den richtigen Wert heranzutasten und mit einer Ausgangsblendenzahl von 6 zu beginnen. Bei der oben abgebildeten Fotoreihe wurde als einziger Faktor die Blendenzahl verändert. Sowohl die Einstellungen an den Blitzgeräten als auch die Belichtungszeit und der ISO-Wert sind bei allen drei Aufnahmen konstant. Das erste Bild links wurde mit der Blende f/6 aufgenommen und ist durch die geöffnete Blende sehr hell, nahezu überbelichtet. Auf dem mittleren Bild wurde die Blende geschlossen. Dabei wurde die Blende f/16 gewählt, welche unter den herrschenden Lichtverhältnissen eine viel zu dunkle Aufnahme realisierte. Das beste Resultat wurde mit Blende f/11 erreicht.

Aufbau eines Fotostudios mit einer Dauerlicht-Ringleuchte und zwei Studioblitzen

Fazit

Künstliches Licht ist nicht nur eine hilfreiche und nötige Unterstützung in der Fotografie, es ist auch spannend, damit zu arbeiten. Die Möglichkeiten, die sich ergeben, sind vielfältig und je nach Geschmack gibt es viele Varianten des perfekten Bildes. Um sich jedoch an die Arbeit mit professionellen Lichtequipment heranzutasten, wird ein wenig Geduld und Feingefühl benötigt.

Detaillierte Informationen zum Dauerlicht finden Sie ausserdem in den Artikeln „Blitztechnik – Der Studioblitz“ und „Dauerlicht-Leuchten im Überblick“.