Teleskopstativ auf Landstrasse

Stativ, Stabilisator und Co. – Hilfen gegen Verwackeln

Ohne ausreichendes Licht gibt es keine scharfen Fotos. Über unscharfe Aufnahmen ärgert sich wohl jeder Fotograf. Verwackelte oder falsch fokussierte Bilder sind oft nicht mehr zu retten. Auf der anderen Seite fragt man sich, wie Fotografen die gestochen scharfen Aufnahmen auf Flickr und Co. hinbekommen. Wahrscheinlich besitzen sie sehr gute Kameras. Worauf sie ausserdem noch achten, erklären wir im Nachfolgenden.

Stativ

Stabiles Stativ für DSLR

Besonders unter schwachen Lichtbedingungen wird ein Stativ benötigt. Bei längeren Belichtung können keine verwacklungsfreien Fotografien mehr aus der Hand erzeugt werden. Das Stativ dient der stabilen Aufstellung einer Kamera. Im Normalfall besitzt es drei Beine die der Länge nach ausziehbar sind (Teleskopbeine). Bei Fotostativen kommt es besonders auf die Handlichkeit und das Gewicht an.

Prinzipiell gibt es Stative für zwei Einsatzbereiche. Zum einen werden sie bei schlechten Lichtverhältnissen verwendet, um verwacklungsfreie Aufnahmen bei langer Belichtung zu ermöglichen. Zum anderen werden sie gebraucht, um starke Schatten bei zu viel Licht durch Mehrfachbelichtungen zu mildern. Besonders bei sehr langen Brennweiten, wie bei Teleobjektiven, besteht durch den kleineren Bildwinkel eine erhöhte Verwacklungsgefahr. Hier ist ein Stativ so gut wie unentbehrlich.

Bildstabilisator

Viele digitale Kameras und Objektive sind heute mit elektronischen Bildstabilisatoren ausgestattet. In der Analogfotografie boten das nur wenige Marken. Aufgrund der unterschiedlichen Wirkungsweisen können Bildstabilisierungen auf drei Arten erreicht werden. Dabei stehen elektronische und optisch-mechanische Verfahren zur Verfügung.

Elektronische Bildstabilisierung

Die elektronische Bildstabilisierung ist relativ simpel, wenngleich sie sehr kompromissbehaftet ist. Über die Erhöhung des ISO-Werts soll eine Stabilisierung des Bildes erreicht werden. Leider erhöht sich mit steigender ISO-Zahl das Rauschen eines Bildes.

Optische / Mechanische Bildstabilisierung

Schalter für Stabilisator einer Nikon

Bewegungssensoren realisieren die Bewegung des Fotografen. Der Prozessor wertet die Daten aus und sendet Steuersignale an Piezoelemente oder Motoren. Daraufhin sollen Linsen im Objektiv oder der Aufnahmesensor der Kamera die Bewegungen ausgleichen.

Wie dem obigen Bild zu entnehmen ist, haben die meisten Bildstabilisatoren in Objektiven drei Einstellungen:

  • Stabilisierung aus (Aufnahme mit Stativ überlegenswert)
  • Stabilisierung an: ACTIVE Mode (um ein sich bewegendes Objekt mit der Kamera zu verfolgen)
  • Stabilisierung an: NORMAL Mode (Freihandaufnahmen ohne Mitziehen)

Die Bildstabilisatoren in einer Kamera oder im Objektiv sollen die Bildschärfe auch ohne Stativ gewährleisten. Man kann eine Aufnahme bis zu drei Belichtungsstufen länger belichten, ohne dass es zu Verwacklern kommt. Trotzdem: Selbst der beste optisch-mechanische Bildstabilisator kann ein Stativ nicht ersetzen.

Freihandgrenze / Verwacklungsgrenze

Spiegelreflexkamera in einer Hand

Nicht immer möchte man das sperrige Stativ mit sich herumtragen. Damit bei länger belichteten Motiven trotzdem scharfe Bilder entstehen, lohnt sich ein schneller Blick in die Tabelle der Freihandgrenzen.

Die Freihand- / Verwacklungsgrenze gibt die längste Verschluss-/Belichtungszeit an, die im manuellen (M-)Modus oder im halbautomatischen Modus (Blendenautomatik / Belichtungsautomatik) ohne den Einsatz eines Stativs nicht zu unscharfen Aufnahmen führt. Selbstverständlich ist die Freihandgrenze kein einheitlich geregelter Wert. Er besitzt eher Richtwertcharakter. Jeder Fotografierende besitzt schliesslich eine unterschiedlich stark zitternde Hand.
Unter Ausschluss von starken Teleobjektiven ergibt sich folgende Formel:

Freihandgrenze = 1 / Brennweite

Wird zum Beispiel mit einer 50mm Festbrennweite fotografiert, sollten Blende und ISO-Wert so gewählt werden, dass eine maximale Belichtungszeit von 0,02 Sekunden erreicht wird. Am einfachsten gelingt das im Halbautomatik-Modus. Mit der Zeitautomatik wird die Blende vorgewählt und die Belichtungszeit stellt sich automatisch ein.
Neben den genannten Möglichkeiten gibt es auch noch kleine und leichte Helfer, wie beispielsweise Brust- und Schulterstative, die sich zwar nicht mit der Stabilität eines Fotostativs vergleichen lassen, dennoch freihändige Aufnahmen gut unterstützen.

Der menschliche Sehapparat passt sich viel leichter an sich wechselnde Lichtbedingungen an. In der Fotografie gehören dazu das richtige Equipment und Knowhow. Fotostative sind die richtige Wahl, um Verwacklungsunschärfen beim Fotografieren zu vermeiden. Wer kein Stativ dabei hat, sollte sich an den Freihandgrenzen orientieren.