Kameragurte ermöglichen ein sicheres Handling der Technik beim Fotografieren

Kameragurte, Hüftgurte & Clipsysteme

Klingt eigentlich banal – ist aber gar nicht so einfach: Wie kann ich meine Kamera so transportieren und komfortabel «tragen», dass sie ausreichend geschützt ist, aber auch schnell genug gezückt werden kann? Kleinere Kameras, wie Kompaktkameras, werden üblicherweise mit einer einfachen Handschlaufe ausgeliefert. Diese reicht im Allgemeinen auch aus, da die Kameras leicht sind und sich zwischendurch einfach in jeder Hemdtasche verstauen lassen.

Bei einer deutlich schwereren DSLR oder einer Bridgekamera braucht es schon etwas mehr Unterstützung. Üblich und jedem bekannt sind Trageriemen, die um den Nacken gehängt werden. Das ist bei längeren Einsätzen, Wanderungen oder Reisen jedoch schnell unbequem und unpraktisch. Zur Abhilfe gibt es eine Vielzahl an Kameragurten, Handschlaufen, Hüftgurten und Clipsystemen im Handel. Wir geben einen Überblick über die unterschiedlichen Hilfsmittel, ihren Einsatzbereich und Erfahrungen damit.

Kameragurte

Gurte gehören zu den am häufigsten gekauften Zubehörteilen für Kameras. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen. Klassisch ist der an den Gurtschlaufen der Kamera befestigte Nackengurt. Bequemere Alternativen sind sogenannte Sling-Kameragurte. Sling-Kameragurte werden üblicherweise am Stativgewinde angebracht.

Der Gurt wird diagonal um die Schulter getragen. Die Kamera hängt so nicht im Weg, lässt sich bei Bedarf jedoch schnell und einfach nach vorne bewegen und benutzen.

Der Vorteil von Sling-Kameragurten liegt auf der Hand: Das Gewicht der DSLR liegt nicht auf dem Nacken, sondern ergonomisch über der Schulter. Einige Modelle haben auch gepolsterte Schulterauflagen und zusätzliche Halteriemen unter dem Arm. Es gibt ausserdem Varianten mit Gurten für zwei Kameras, die dann über je eine Schulter getragen werden. Die Preisspanne reicht von ca. 35 CHF bis über 140 CHF.

Unsere Fotografin Annika besitzt seit etwa einem Jahr einen Sling-Kameragurt und zieht folgendes Fazit: «Ich hatte nach einer Möglichkeit gesucht, meine Kamera auch unterwegs direkt griffbereit halten zu können. Das ist besonders beim Fotografieren von Kindern nützlich oder während einer Wanderung, damit der Rucksack nicht immer wieder auf und wieder zu gemacht werden muss. Es gibt verschiedene Hersteller und Ausführungen der Sling-Gurte, die Preisspanne ist ziemlich gross. Ich habe mich am Ende für ein eher günstiges Modell entschieden und bin damit sehr zufrieden. Man sollte jedoch unbedingt darauf achten, dass die Halterung an der Kamera solide ist und nicht aus brüchigem Plastik. Schlecht verarbeitete Halterungen brechen leicht. Im schlimmsten Falle stürzt die Kamera einfach zu Boden und das Objektiv nimmt Schaden.»

Der Sling-Kameragurt wird diagonal um die Schulter getragen, die Kamera hängt so nicht im Weg

Hüft-Tragesysteme für Kameras

Ob man die Kamera um den Oberkörper oder lieber um die Hüfte tragen möchte, ist vor Allem Geschmackssache. Das Kamera-Holster wird entweder am Gürtel befestigt oder direkt mit einem Gurt geliefert. Es gibt Modelle für ein oder zwei Kameras, die an den Seiten befestigt werden können.

Grundlegend bestehen die Systeme aus einem Holster und einer Kameraplatte, die am Stativgewinde angebracht wird. Durch ein spezielles Clipsystem lässt sich die Kamera im Holster einrasten und einfach wieder entnehmen, um zu fotografieren. Die Handhabung ist recht einfach und das Gewicht der Kamera ist konstruktionsbedingt gut auf der Hüfte verteilt. Die Wirbelsäule des Fotografen wird also weniger belastet. Insgesamt sind diese Systeme aber in der Regel etwas teurer als Kameragurte und Clipsysteme. Ganz einfache Holster gibt es ab ca. 20 CHF, Systeme kosten oft zwischen 70 und 250 CHF.

Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass der Kameragurt über eine entsprechende Sicherheitsverriegelung verfügt, so dass die Kamera weder herausfallen, noch in einem unachtsamen Moment gestohlen werden kann.

Die meisten Tragesysteme werden am Stativgewinde angebracht

Clipsysteme

Kamerclips ermöglichen das Tragen der Kamera am Gürtel, Rucksackgurt oder jedem anderen Gurt. Gängige Ausführungen kosten um die 60 – 90 CHF. Die Kamera hängt durch den Clip in einer stabilen Position und schlenkert nicht. Das ist ideal beim Wandern, Radfahren, Klettern und anderen bewegungsintensiven Aktivitäten. Dadurch sind sie auch für kleinere Kameramodelle sehr nützlich.

Clipsysteme bestehen aus einem Clip, den man an einem beliebigen Gurt befestigt, und einer Kameraplatte, die an das Stativgewinde der Kamera geschraubt wird. Die Platte wird dann in der Halterung am Clip eingerastet. Der Unterschied in den Modellen liegt häufig im Material der Kameraplatte. Es gibt Kameraplatten mit Mehrfachschutz gegen Herausfallen oder Diebstahl in Form einer Rastverriegelung.

Handschlaufen

Handschlaufen eignen sich wenig, um Kameras zu transportieren und auf längeren Touren griffbereit zu halten. Sie sind eher dazu gedacht, die Hand des Fotografen zu unterstützen, wenn längere Fotosessions anstehen. Ein Riemen wird dabei an der Kamera befestigt und aussen um den Handteller geschlungen. Das gibt mehr Stabilität und entlastet die Handgelenke deutlich. Die Kamera muss kaum noch vom Fotografen festgehalten werden, sondern hängt quasi an der Hand. Die Preisspanne reicht von ca. 20 – 90 CHF.

Ganz egal auf welches System die Wahl fällt. Bei einer Kaufentscheidung sollten auf jeden Fall die Häufigkeit des Einsatzes, der Wert der Kamera und der Anspruch des eigenen Tragekomforts berücksichtigt werden.

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