Person benutzt die Bildervorschau der DSLR

Kaufberatung Digitalkamera – Das Wichtigste im Überblick

Vor dem Kauf einer neuen Digitalkamera steht die Informationssuche. Zuerst stellen sich Fragen wie: Was für eine Kamera soll es sein, was für technischen Eigenschaften soll diese mitbringen und für welche Situation soll sie geeignet sein?

Bei all diesen Überlegungen ist es ratsam, sich vor allem an seinen eigenen Bedürfnissen zu orientieren. Am besten ist es natürlich, die Digitalkamera in den Händen zu halten, um einen ersten Eindruck der Handhabung und der technischen Eigenschaften zu bekommen. Dabei sollte die Kamera vor allem benutzerfreundlich sein und gut in der Hand liegen.

Neben Grösse und Gewicht spielen die technischen Daten und Elemente eine wichtige Rolle beim Kauf einer neuen Digitalkamera. Die unterschiedlichen Eigenschaften der Vielzahl an verfügbaren Modellen stellen den Käufer vor eine schwierige Entscheidung. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt.

Der Zusammenhang von Auflösung, Sensor und Preis einer Digitalkamera

Entscheidend für die Wahl einer Digitalkamera und den meisten Hobbyfotografen als Kennzahl bekannt ist dabei vor allem die Anzahl der Megapixel. Wer Abzüge im Postkartenformat möchte, kommt mit zwei Megapixel aus. Bei grösseren Abzügen sollten es mindestens acht Megapixel sein. Bei 36 Megapixel sind auch Abzüge im Posterformat möglich. Dabei spielt der Sensor eine wichtige Rolle. Denn je grösser der einzelne Pixel auf dem Sensor ausfällt, desto besser ist die Qualität. Hier liegt der 1-Zoll-Bildsensor im Trend.

Entsprechend der technischen Ausstattung und der Qualität der Komponenten ist auch der Preis einer Digitalkamera sehr unterschiedlich. Günstige Modelle gibt es schon unter 100 CHF, nach oben hin sind kaum Grenzen gesetzt.

Im Interview verrät uns Grit Hiersemann (Berufsfotografin aus Jena/Deutschland) hierzu: «Von wo man einsteigt, ist die entscheidende Frage. Für knapp 200 CHF sind schon gute Kameramodelle von namenhaften Firmen zu haben. Bei 500 bis 800 CHF ist man bei Spiegelreflex- oder Bridgekameras gut dabei, nach oben ist das immer offen. Spiegelreflexkamera-Startersets haben oft schlechtere Objektive. Dabei kommt es dann auch auf die Herstellermarke an: Canon hat die ganze Technik in den Objektiven und deshalb sind diese teuer. Bei Nikon oder anderen Marken ist die wesentliche Technik im Gehäuse verbaut, sodass man mehr für die Kamera ausgeben sollte und günstiger bei Ersatzobjektiven wegkommt. Man muss dabei auch immer beachten, dass die Objektive und die Kamera zusammenpassen und im Auge behalten, ob man die Objektive wechseln möchte. Im Profibereich, aber auch als Hobbyfotograf, ist die heutige Technik bereits weit mehr als ausreichend.»

Welcher Objektiv-Typ sind Sie?

Verschiedene Arten von Objektiven für unterschiedliche Zwecke

Zusammengefasst ist die beste Digitalkamera immer noch die, die man problemlos überall mit hinnehmen kann und die den eigenen fotografischen Ansprüchen möglichst nahekommt. Wer semiprofessionelle Fotografien macht oder bei schwierigen Lichtverhältnissen gute Bilder aufnehmen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen als der Hobbyfotograf, der auf einige Schnappschüsse aus den Ferien aus ist. Bei der Bildqualität, auch im Hinblick auf die Bildpräsentation, sind die Geschwindigkeit, der Brennweitenbereich, der Bildstabilisator und die Ausbaufähigkeit wichtige Indikatoren. Der Bildstabilisator in optischer oder mechanischer Ausführung ist bei Aufnahmen aus der freien Hand sinnvoll. Einen wesentlichen Einfluss auf die Objektivwahl hat dabei der Verwendungszweck:

«Man sollte sich vor dem Kamerakauf Gedanken machen, was man hauptsächlich fotografieren möchte. Die meisten Nutzer werden mit einem latenten Zoomobjektiv (z.B. 28-200 mm o.ä.)… gut beraten sein. Man hat dann ein Weitwinkelobjektiv sowie ein Normal- bzw. sogar leichtes Telebrennweitenobjektiv. Meist steht oben im Objektiv die Brennweite. 10 – 50 mm ist Weitwinkel – das entsprich dem, was das Auge sehen kann. Bei einem normalen Portrait sind 50 – 70 mm empfehlenswert. Alles darüber hinaus (70+) geht in den Telebereich. Nutzbar sind diese beispielsweise bei Konzerten oder Aufnahmen von Tieren, bei denen man nicht nah ran kann. » (Grit Hiersemann)

Das Licht macht’s

Unter schwierigen Lichtverhältnissen optimal fotografieren

Unter schwierigen Lichtverhältnissen optimal fotografieren Quelle: Thoringi

Da für gute Fotos auch die Lichtstärke von grosser Bedeutung ist, sind DSLR, Bridge- und Systemkameras auch hier die besten Alternativen, da sie die flexibelsten ISO-Einstellungen und die besten Lichtstärken aufweisen und somit auch in dunkleren Umgebungen sehr gut funktionieren.  Bei der Belichtungszeit kommt es auf die Situation an. In alltäglichen Situationen reicht die Ausstattung der meisten Digitalkameras völlig aus. Kritischer wird es bei langen Belichtungszeiten: Wer gerne Sterne fotografiert oder auf hohe Belichtungsstärken Wert legt, sollte auf Belichtungszeiten von 30 bis 60 Sekunden zurückgreifen.

Beim ISO-Wert gilt: Je grösser, desto empfindlicher der Bildsensor. Wer also auch im Dunkeln fotografieren will, benötigt einen ISO-Wert von über 800. Dafür eignen sich digitale Spiegelreflexkameras meist am besten.

Künstlerisch, actionreich oder spontan?

Für Menschen, die sehr unterschiedliche Anforderungen an ihre Ausrüstung stellen, kann es sich durchaus lohnen, sich mehrere unterschiedliche Digitalkameramodelle zuzulegen, denn für unterschiedliche Einsatzgebiete gibt es die jeweilig optimale Kamera. Beispielsweise wird man nicht die teure Spiegelreflexkamera benutzen, um einen Fallschirmsprung oder eine Wildwasserkanufahrt fotografisch zu dokumentieren:

«Eine Actioncam oder auch eine Spiegellose Systemkamera lohnen sich durchaus für den Durchschnittskonsumenten. Hingegen werden sich diese nicht im Profi-Bereich durchsetzen. Die Sensoren sind bei den Spiegelreflexkameras wesentlich besser und das spielt dort eine entscheidende Rolle. Allerdings sind zum Beispiel die handlichen Actioncams ganz famos für Einsatzbereiche wie Sport oder das Filmen ausgezeichnet. »

Für spontane Aufnahmen sind Kompakt- oder Bridgekameras oder ebenso eine Actioncam gut. Für aufwendigere Bilder mit vielen Feinheiten sind DSLR bestens geeignet. Um den richtigen Moment nicht zu verpassen, sollten Sie von Kameras mit einer langsamen Autofokus-Geschwindigkeit (mehr als 0,5 Sekunden zwischen Drücken des Auslösers, Scharfstellen und Speichern des Fotos) besser die Finger lassen. Alle Kameras bieten JPEG als Speicherformat für die Bilder an. Andere Dateiformate wie RAW oder TIFF sind nur dann nötig, wenn Sie Ihre Bilder später digital nachbearbeiten möchten.

Das Zubehör

Unterstützend bieten viele Kameras Gesichtserkennungstechniken, schwenkbare Monitore sowie einen optischen oder digitalen Sucher. Ein schneller Autofokus hilft dabei, Kinder und andere sich schnell bewegende Objekte zu fotografieren. Ein Blitzschuh ist bei hochwertigeren Kameramodellen sinnvoll, um einen externen Blitz und weiteres Zubehör verwenden zu können. Die Ausstattung mit diesen Hilfsmitteln ist vom Kameramodell abhängig.

Ein USB 2.0 Anschluss ist bei aktuellen Kameras Standard. Für den Anschluss am Fernseher ist ein HDMI-Ausgang sinnvoll, um bei Flachbildschirmen die volle Auflösung ausnutzen zu können. Viele Kameramodelle bieten auch WLAN. Wer viel filmt profitiert von einem Mikrofonanschluss, denn die Ton-Qualität eingebauter Mikrofone ist häufig nicht ideal. Eine zusätzliche Speicherkarte muss auf alle Fälle einkalkuliert werden, denn die internen Speicher der Kameras reichen nur für wenige Bilder aus.

Robust, outdoor-tauglich und mit Videofunktion

Bei längeren Touren spielt auch die Robustheit eine Rolle. Neben Fototaschen, die das Equipment schützen sollen, sollte beim Kauf auch auf die Grundrobustheit der Kamera selbst geachtet werden.

Vor allem Actioncams sind sehr belastbar, da diese dafür gebaut sind, Wasser, Stösse und andere Umwelteinflüsse auszuhalten. Die Videofunktion, die Anzahl der Bilder, die pro Sekunde gemacht werden können, und die Tonqualität sind bei diesem Kameratyp ausgezeichnet. Aber auch andere Kameras haben sehr gute Videoaufnahmemöglichkeiten. Diese können dann von HD mit 1.280 x 720 Bildpunkten (HD, 720p) über Full-HD mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten (1.080p) bis hin zu Ultra-HD/4k aufnehmen, was bereits faszinierende Auflösungsgrössen sind. Dazu ist es auch nötig, ein grosses Speichermedium zu verwenden.

«Man sollte vor dem Kauf einer neuen Kamera natürlich die Rezensionen im Internet nicht ausser Acht lassen, aber häufig ist das ‘Nörgeln auf hohem Niveau’. Ich empfehle, mal in den Laden zu gehen, ein paar Kameras in die Hand zu nehmen und auszuprobieren. Dann merkt man auch ganz schnell, ob man damit zurechtkommt. » (Grit Hiersemann)

Lesen Sie auch unsere Empfehlung zum Kauf einer Actionkamera, Bridgekamera, Kompaktkamera oder Spiegelreflexkamera.

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