Ein Fotograf liegt im Gras und fotografiert ein Pferd

Anfängerfehler vermeiden: Kamerakauf

Ein Kamerakauf steht an – und natürlich entwickelt sich die Technik schneller weiter, als man sich informieren kann. Ohne hier auf die konkreten technischen Features moderner Digitalkameras eingehen zu wollen oder die neusten Modelle vorzustellen, haben wir einen Guide zum Kamerakauf zusammengestellt. Dieser soll als Entscheidungshilfe dienen und vermeiden, dass Sie Ihren Kauf später bereuen. Welche Kamera die Richtige ist, ist ganz individuell. Der Testsieger oder Topseller müssen nicht unbedingt die beste Wahl sein. Hier die 5 häufigsten Anfängerfehler beim Kamerakauf und Tipps, wie Sie sie vermeiden können:

Fehler 1: Die Kamera war gerade im Angebot, da habe ich sie spontan gekauft…

Daniela Raboldt, Lifestyle- und Fashionbloggerin von Babbleventure, fotografiert für ihren Blog, privat und auch im Job. Sie hat festgestellt: „Ein häufiges Problem ist: Man überlegt sich vorher nicht, für welchen Zweck man die Kamera benötigt. Geht es nur um Urlaubsschnappschüsse, reicht auch eine gute kompakte Digicam – wer ambitionierter sein will, sollte auf eine DSLR umsteigen.“

Die Frage nach der Art der Kamera sollte zuerst geklärt werden. Wofür soll sie eingesetzt werden und was muss sie dafür alles können. Daher sollte die erste Frage immer nach dem passenden Kameratyp sein: Etwas Robustes, eine DSLR oder doch eine Kompakt- oder Bridgekamera? Nach Beantwortung der Frage kann es dann an die weitere Recherche nach geeigneten Modellen gehen.

  • Motiv-Programme von Bridge- oder Kompaktkameras bieten Laien für unterschiedliche Einsätze
    gute Voreinstellungen, so dass man einfach darauf los knipsen kann. Ausserdem sind die Kameras handlich.
  • Ambitionierte Hobbyfotografen möchten dagegen eine grössere Freiheit bei den Einstellungen
    nutzen oft das verlustfreie Raw-Bildformat. Dies spricht für eine DSLR.
  • Einige Kameras, darunter die Actioncams, sind stoss- und wasserfest und eignen sich
    besonders für Outdoor-Fans.

Nehmen Sie sich Zeit dafür, die Frage nach den eigenen Bedürfnissen zu beantworten und kaufen Sie nicht das erste Schnäppchen – langfristig werden Sie damit sicher glücklicher sein.

Fehler 2: Die Kamera hat tolle Bewertungen und jede Menge Features, damit kann man alles machen…

Im Dschungel der Features moderner Kameras den Überblick zu behalten, ist schwer. Unzählige Kennzahlen und Eigenschaften müssen miteinander verglichen werden. Viele Menschen nutzen unterdessen nicht mal einen Bruchteil des Potenzials ihrer Kamera. Allerdings kostet eine gute Ausstattung entsprechend. Um auszuloten, ob es ein günstigeres Modell auch tut, sollte man zwischen Leistung und Nutzung der Kamera abwägen.

Wortwolke: Fragen zum Kamerakauf

Was wirklich wichtig ist, ist natürlich individuell unterschiedlich, ein paar universelle Tipps lassen sich dennoch geben:

Für die meisten Fotografen sind eine kurze Einschaltzeit und ein schneller Autofokus wichtig. Dies trifft insbesondere für diejenigen zu, die auch spontane Schnappschüsse machen möchten und bewegte Objekte fotografieren wollen.

Ausserdem sollte man überlegen, ob man viel drinnen oder draussen fotografiert. Für Fotos in Innenräumen sollte die Kamera über einen grossen ISO-Bereich verfügen. Draussen sind Zoom und ein wetterfestes Gehäuse wichtiger.

Nicht alle Kameramodellen verfügen über Zusatzfeatures wie Bildstabilisator oder Panoramabilder, diese sind aber besonders unterwegs hilfreich.

Mehr erfahren Sie in unserem Artikel zur Kaufberatung Digitalkamera.

Fehler 3: Ja, über den Schnickschnack habe ich nicht nachgedacht…

Daniela rät: „Man sollte Kleinigkeiten wie Touchscreen, schwenkbares Display und WLAN-Funktion nicht ausser Acht lassen, denn diese Features erleichtern mir das Arbeiten ungemein.“

Auf dem Display digitaler Kameras kann man sofort das geschossene Foto überprüfen. Zudem dient das Display bei vielen Kameras auch als «Sucher». Es sollte eine hohe Auflösung besitzen und ausreichend gross sein, um Details eines Fotos beurteilen zu können. Einige Geräte bieten auch Touchscreens, wodurch man Einstellungen direkt auf dem Display vornehmen kann.

Wer sich selber fotografiert und Videos von sich aufnimmt, sollte unbedingt auf ein nach vorn umklappbares Display Wert legen.

Heutige Digitalkameras können mit ihrer Auflösung und Leistung meist auch Full-HD Videos aufnehmen. Wer viel filmt, sollte insbesondere hier auf gute Rezensionen achten und auch die Tonqualität und die Möglichkeit, ein externes Mikrofon anzuschliessen, beachten.

Auf die Vernetzung kommt es heute an – jedenfalls für viele Menschen. Wenn Sie mit mehreren anderen Geräten zusammen genutzt werden soll, muss die Kamera ein paar Kriterien erfüllen.

Moderne Kameras bieten oft eigene Online-Anbindungen. Mit der WLAN-Funktion kann man Fotos ins eigene Netzwerk übertragen oder auf das Internet zugreifen. Manche Kameras sind sogar in der Lage, mittels 3G von unterwegs auf das Internet zuzugreifen.

Spinnennetz als Sinnbild für die Vernetzung zwischen vielen elektronischen Geräten

Nützlich ist auch die Funktion, das Smartphone mit der Kamera zu verknüpfen und die Aufnahme dann über das Smartphone-Display zu steuern oder Fotos zu übertragen.

Wer auf den direkten Anschluss an einen TV Wert legt, sollte auf einen HDMI Anschluss achten.

Fehler 4: Mehr ist doch besser, oder?

Bedeuten mehr Pixel auch mehr Qualität? Nicht unbedingt… Die Bildqualität einer Digitalkamera ist hauptsächlich vom Objektiv, der Kameraelektronik und kamerainterner Software sowie der Sensortechnik abhängig.

Bei kompakten Digitalkameras mit kleinem Bild­chip bzw. Sensor ist eine enorm hohe Pixelzahl eher negativ zu bewerten, denn sie verstärkt das Bildrauschen. Bei wenigen Pixel auf einem Chip Pixel kann die Qualität des einzelnen Pixels besser sein, da mehr Platz für ihn vorhanden ist. Umso kleiner der einzelne Pixel ist, desto schwieriger wird es, ihn so herzustellen, dass er farbliche Tiefen, Sättigung und Kontraste gut verarbeiten kann. Farb- und Helligkeits­informationen geraten dadurch durch­einander. Zusätzlich steigt der Speicherplatzbedarf für ein Foto.

Tipp: Vor allem bei Kompaktkameras ist die Sensorgrösse mindestens ebenso wichtig wie die Megapixelzahl. Wählen Sie Ihre Kamera anhand der Bild­qualität, nicht der Pixelzahl.

Zoom ist nicht gleich Zoom: Beim optischen Zoom werden die Abstände der Linsen im Objektiv so verändert, dass sich die Lichtbrechung ändert und ein Ausschnitt des Motivs näher erscheint. Dieser Zoom ist frei von Qualitätsverlust. Beim digitalen Zoom wird nur ein Ausschnitt des digitalisierten Motivs vergrössert. Damit kommt es zu Qualitätsverlusten.

Tipp: Betrachten Sie hauptsächlich den optischen Zoomfaktor als ausschlaggebendes Kriterium für Ihre Kaufentscheidung.

Fehler 5: Teures Zubehör – der Rattenschwanz

Daniela rät: „dass man sich vorher informiert, was passendes Zubehör vom Hersteller kostet. Die Preise schwanken zwischen den Herstellern sehr stark, insbesondere bei Wechselobjektiven, Zusatzakkus, …“

Objektiv einer DSLR auf den Betrachter gerichtet

Man sollte vorher in etwa überlegen, welches Zubehör man sich anschaffen möchte. Objektive, Speicherkarten, Fernauslöser, Wechselakkus und vieles mehr stehen je nach Kameramodell zur Auswahl. Wenn man nach dem Kauf einer günstigen Kamera viel Geld in Zubehör stecken muss, kann das ärgerlich sein. Es lohnt sich, sich vorher über die Preise verschiedener Markenhersteller zu informieren.

Fazit

Vor dem Kauf ausführlich informieren, Testberichte und Reviews lesen, Beratung einholen, und unbedingt Testen – dabei die Kamera in die Hand nehmen und ausprobieren. Erst dann sollte eine Entscheidung getroffen werden, damit dem Fotografie-Vergnügen nichts mehr im Wege steht.

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