Teleobjektiv

Das Wort „Tele“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet zu Deutsch „Ferne“. Teleobjektive erlauben eine starke Vergrösserung des aufzunehmenden Objektes. Im Wesentlichen funktioniert ein Teleobjektiv wie ein Fernrohr.

Im Vergleich zum Normalobjektiv besitzen Teleobjektive eine höhere Brennweite. Ab einer Brennweite von 70 mm spricht man von Teleobjektiven, es gibt Objektive mit Brennweiten von bis zu 600 mm. Je grösser die Brennweite eines Objektives, umso stärker die mögliche Vergrösserung des abzulichtenden Objektes. Es gilt zu beachten, dass eine Vergrösserung des abgebildeten Objektes immer mit einer Verkleinerung des Bildausschnitts (auch Bildwinkel genannt) einhergeht.

Teleobjektive mit Brennweiten zwischen 100 und 300 mm sind zumeist Retrofokusobjektive. Durch diese Bauweise, in der die bildseitige Hauptebene vor den Linsen liegt, wird eine Reduktion der Länge um bis zu 30 Prozent erreicht. Somit haben viele Teleobjektive eine geringere Länge als Brennweite.

Objektive mit leichten Telebrennweiten zwischen 70 mm und 135 mm werden als Portraitobjektive bezeichnet.  Zwischen 135 mm und 200 mm spricht man von der mittleren Telebrennweite, die Objektive werden als Standardteleobjektive bezeichnet. Objektive ab 200 mm Brennweite bezeichnet man als Superteleobjektive.

Aufnahmen, die mit einem Teleobjektiv gemacht wurden, weisen eine bedeutend geringere Schärfentiefe auf als Aufnahmen mit einem Weitwinkelobjektiv. Schärfentiefe bezeichnet den scharf abgebildeten Bereich eines Fotos, der durch die Blende und die Brennweite des Objektivs beeinflusst wird. Objektive mit leichter Telebrennweite (bis circa 135 mm) werden gern in der Portraitfotografie eingesetzt. Die geringe Schärfentiefe fokussiert auf das Gesicht der abgebildeten Person und stellt dieses frei.

Standardteleobjektive mit Brennweiten bis zu 200 mm werden vor allem in der Naturfotografie und Reisefotografie eingesetzt. Superteleobjektive hingegen kommen bevorzugt in der Sportfotografie und Tierfotografie zum Einsatz. Vergleichsweise günstige Superteleobjektive haben zumeist wenig Lichtstärke, sie eignen sich also nicht zum Fotografieren bei schwachen Lichtbedingungen. Möchte man bei Dämmerlicht scharfe Aufnahmen mit einem Superteleobjektiv machen, muss man mit sehr hohen Anschaffungskosten rechnen.

Für wackelfreie Bilder gilt die Faustregel, dass die benutzte Verschlusszeit mindestens dem Reziproke des Brennweitenwertes entsprechen sollte. Bei einem Brennwert von 200 mm sollte die Verschlusszeit also 1/250 Sekunden oder kürzer betragen. Ab Brennweiten von 300 mm sollte man aber immer ein Stativ benutzen, da es der menschlichen Hand kaum möglich ist, wackelfreie Bilder mit einer solchen Vergrösserung zu machen.