Makroobjektiv

Durch die Verwendung eines Makroobjektives wird es möglich, einen grossen Abbildungsmassstab zu erzielen. Der Abbildungsmassstab bezeichnet das Verhältnis der tatsächlichen Grösse eines Objektes zur Grösse der Abbildung auf dem Fotosensor. Bei einem Verhältnis von 1:2 ist das fotografierte Objekt doppelt so gross wie seine Darstellung auf dem Sensor. Wie auch beim menschlichen Auge benötigt es einen Mindestabstand zwischen Objekt und Linse, um ein scharfes Bild zu produzieren. Um den grösseren Abbildungsmassstab zu erreichen, muss der Abstand zwischen Objektiv und Sensor vergrössert werden. Dies nennt man auch Auszugsverlängerung, das Objektiv wird auf die näheste Entfernungseinstellung ausgezogen.

Normale Objektive sind auf die Abbildung weit entfernter Objekte optimiert, die Abbildung eines sich sehr nah an der Linse befindlichen Objektes ist mit solchen Objektiven nicht möglich. Makroobjektive sind jedoch speziell darauf ausgerichtet, Objekte aus geringer Entfernung mit hoher Qualität abzulichten, man spricht von einer sehr guten Abbildungsleistung bei geringem Objektabstand. Um dies zu erreichen werden in vielen Makroobjektiven zusätzliche Nahlinsen oder Zwischenringe eingesetzt. Durch diese komplexe Konstruktion sind Makroobjektive zumeist grösser und schwerer als Normalobjektive mit vergleichbaren Brennweiten.

Makroobjektive werden in verschiedenen Brennweiten angeboten, meistens mit Brennweiten zwischen 40 und 100 Millimetern. Um Makroaufnahmen bei grösserem Objektabstand zu ermöglichen, gibt es auch Makroobjektive mit Brennweiten von 200 mm. Nachteil solcher Objektive ist die Arbeitsgeschwindigkeit des Autofokus. Aufgrund des grossen Verstellbereichs arbeiten diese erheblich langsamer als der Autofokus von Normalobjektiven mit gleicher Brennweite.

Um zu entscheiden, welche Brennweite die richtige für das Makroobjektiv ist, muss man sich im Klaren sein, was man hauptsächlich fotografieren möchte. Makroobjektive werden zumeist mit Festbrennweiten angeboten, es gibt wenige gute Makroobjektive mit Brennweiten-Zoom.

Makroobjektive mit einer Brennweite von 60 mm sind vergleichsweise günstig und leicht. Durch die geringe Brennweite muss man aber sehr nah an das zu fotografierende Objekt heran. Bei Pflanzenfotografie oder der Ablichtung von Insekten ist dies nicht problematisch, bei anderen Tieren würde die Nähe meist den Fluchtinstinkt auslösen. Ausserdem kann es aufgrund der geringen Abstandes zum Objekt zum ungewollten Werfen von Schatten kommen.

Brennweiten vom 100 mm ermöglichen einen Grösseren Abstand zum Objekt, das Problem der Lichtabschattung ist somit gelöst. Diese Makroobjektive sind im Vergleich schwerer und teurer.

Möchte man scheue Tiere fotografieren, eignet sich ein Objektiv mit einer Brennweite von 180 mm. Dieses ist extrem schwer und hat sehr hohe Anschaffungskosten. Zudem ist das Objektiv sehr anfällig für Verwacklungen, ein Stativ ist zwingend erforderlich.

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