Kamerablitz

Jegliche Arten von Einrichtungen, die mittels Lichtblitz für eine bessere Ausleuchtung des Objektes sorgen sollen, werden in der Fotografie unter dem Begriff Kamerablitz zusammengefasst. Mithilfe eines Blitzes kann man auch bei eher schlechten Lichtverhältnissen scharfe Fotoaufnahmen machen. In den meisten Kameras ist ein Blitz integriert oder kann durch eine aufsteckbare Systemeinheit ergänzt werden. In Fotostudios werden komplexe Blitzanlagen verwendet, um eine optimale Ausleuchtung und hochwertige Fotoergebnisse zu erzielen.

1861 nutzte der Chemiker und Fotograf Eduard Liesegang erstmals entzündetes Magnesium als Lichtquelle beim Fotografieren. Später wurde auf dessen Basis das erste Blitzlichtpulver entwickelt, das allerdings sehr instabil und schwer kontrollierbar war, weshalb es nicht selten zu Unfällen kam. In den 1930er Jahren erfand der Ingenieur Harold Edgerton das erste elektronische Blitzgerät und legte damit den Grundstein der späteren Blitzlichttechnik.

Die Funktionsweise ist recht simpel. Unmittelbar im Moment der Aufnahme wird ein kurzer Blitz ausgelöst, welcher vom Objekt reflektiert wird. Die Zeit zwischen Auslösen des Blitzes und Reflexion des Objektes muss mit der Verschlusszeit der Kamera abgestimmt werden. Der Verschluss sollte vollständig geöffnet sein, wenn das Blitzlicht auslöst. Nur so kann das kurze Aufleuchten des Blitzes optimal genutzt werden.

Ausser einer besseren Ausleuchtung des Objektes, welches fotografiert werden soll, können im Bild mittels verschiedener Methoden bestimmte Effekte und Stimmungen durch Blitzlichtfotografie erreicht werden. Dabei ist entscheidend, ob der Blitz als Haupt- oder Hilfslicht dient und direkt oder indirekt in Richtung des Objektes abgegeben wird. Der Rote-Augen-Effekt in Bildern, die mit Blitzlicht geschossen wurden, kann beispielsweise mit einem Vorblitz reduziert werden.

Des Weiteren beeinflusst die Lichtfarbe des Blitzes, welche in Kelvin ausgedrückt wird, die Farbtemperatur im Foto. Moderne Kameras und Blitzgeräte verwenden meist weisses Licht, da es neutral wirkt und die natürlichen Farben des Objektes beim Ablichten nicht verzerrt.

Die Reichweite eines Kamerablitzes wird als Leitzahl bezeichnet. Sie gibt an, mit welcher Lichtenergie das Blitzlicht abgegeben wird und errechnet sich aus dem Abstand zwischen Blitz und Objekt in Metern und der erforderlichen Blendenzahl, durch welche eine optimale Belichtung erfolgt.

Durch direktes Blitzlicht kann es zu staken Licht-Schatten-Kontrasten kommen oder es können störende Lichtreflexe entstehen. In der professionellen Fotografie wird daher oft ein Diffusor verwendet, der durch Streuen des Blitzlichtes dieses weicher macht und unerwünschte Effekte verhindert. Grundsätzlich können sämtliche transparente und farbneutrale Materialien zum Blitzlichtstreuen verwendet werden. Daher kommen in der Blitzlichtfotografie unter anderen weisse Schirme, Nylonstoff, Plexiglas oder auch Butterbrotpapier als Diffusor zum Einsatz.

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