Bildschärfe

In der Fotografie bezeichnet die Schärfe die Unterscheidbarkeit von Details in einem Bild. Oft wird die Qualität von Fotos an der Bildschärfe gemessen und ist eines der wichtigsten Ziele bei der technischen Umsetzung des Fotografierens. Man unterscheidet in die technische Bildschärfe und das subjektive Schärfeempfinden des Betrachters. Auf Letzteres wird meistens besonders viel Wert gelegt, da der Schärfeeindruck die künstlerische Aussage des Bildes transportiert. Einflussfaktoren wie Aufnahmebedingungen, Aufnahmetechnik und Motiv spielen hierbei eine entscheidende Rolle, aber auch durch Anwendung von Bildoptimierungsmassnahmen kann die Bildschärfe nachträglich verbessert werden. Ein fototechnisch scharf aufgenommenes Bild ist dennoch immer besser als eine nachträgliche digitale Schärfung.

Wesentlich für das subjektive Schärfeempfinden ist die Kantenschärfe. Kanten im Foto wirken besonders scharf, wenn sie einen starken Helligkeits- oder Farbunterschied aufweisen. Ein Bild ohne klare Strukturen und Kanten wird vom Betrachter als unscharf wahrgenommen. Neben der Helligkeit eines Bildes spielt auch die Farbtemperatur, oder auch der Weissabgleich, eine Rolle. Die Farbtemperatur setzt sich aus den verschiedenen Wellenlängen des Lichts zusammen und wird somit durch die Lichtquelle und die Farben aller umgebenden Flächen beeinflusst. So wird etwa ein Portrait vor einer roten Wand eine Rotfärbung bekommen. Die unterschiedlich lichtabsorbierenden und reflektierenden Oberflächen, die das Objekt umgeben, sorgen für die Intensität der Farbtemperatur und den Kontrast im Bild. Durch Bildoptimierung kann man hier auch nachträglich Anpassungen vornehmen.

Die Bildauflösung trägt ebenfalls zum Schärfeempfinden bei und hängt stark von der verfügbaren Aufnahmetechnik und der Qualität des Objektivs ab. Nur wenn der Sensor vom Objektiv viele Detailinformationen erhält, kann er diese auch wiedergeben. Andernfalls erhält man eine Datei mit hoher Auflösung, aber wenigen Details und somit einen geringen Schärfeeindruck. Hochwertige Objektive können in Verbindung mit hochwertigen Kameras eine hohe Abbildungsleistung erzielen. Diese wird in der Regel anhand der Anzahl von Linien, die ein Objektiv darstellen kann, überprüft.

Die eingestellte ISO-Zahl für die Belichtungszeit beeinflusst ebenfalls die Auflösung und somit auch die wahrgenommene Schärfe. Hohe ISO-Werte sorgen für eine Überlagerung der Bilddetails durch Bildrauschen und reduzieren die Auflösung. Auch die Schärfentiefe und Bewegungsunschärfe können durch die Belichtungszeit beeinflusst werden.

Durch Tiefenschärfe wird dem Betrachter ein räumlicher Eindruck des Motivs vermittelt. Wichtige Einflussfaktoren sind hier zum Beispiel die Brennweite und die Entfernung. Durch grössere Brennweiten und geringere Entfernung zum Aufnahmeobjekt nimmt die Tiefenschärfe ab.

Durch Bewegung des zu fotografierenden Objektes kommt es zu einer Unschärfe im Bild. Wenn sich diese nicht durch fehlerhafte Fokussierung, Blendeneinstellung oder sonstige Bedienungs- und Einstellungsfehler des Fotografen ergibt, wird sie auch als Bewegungsunschärfe bezeichnet. Sie entsteht durch eine wahrnehmbare Bewegung des Motivs während der Belichtungszeit. Oft ist die Bewegungsunschärfe im Bild unerwünscht, da sie meist durch ungewolltes Verwackeln entsteht, wodurch das gesamte Bild unscharf wird. Um Dynamik im Bild zu erzeugen oder der Aufnahme eine bestimmte Wirkung zu verleihen, wird die Bewegungsunschärfe zum Bespiel in der Sportfotografie teilweise auch gezielt verwendet.