AF – Autofokus

Schon seit den 1970er Jahren gab es Bestrebungen, Kameras mit Autofokus zu entwickeln. Neben dem Verwackeln stellen falsche Scharfstellungen die Hauptursache für misslungene Aufnahmen dar. Seit etwa 1985 haben sich automatische Spiegelreflexkameras etabliert.

Mittlerweile sind Geschwindigkeit und Präzision des Autofokus technisch so weit vorangeschritten, dass sie sehr nah an die Möglichkeiten der manuellen Fokussierung herankommen. Digitalkameras der Spitzenklasse haben bis zu 51 Fotosensoren, die für die Erfassung des zu fokussierenden Objekts zuständig sind. Bei Fotoapparaten mit Touch-Screen kann der Fotograf den scharfzustellenden Bereich, ähnlich wie beim Smartphone, mit der Hand auswählen.

Grundsätzlich werden drei Autofokus-Modi unterschieden:

AF.A (engl. automatic autofocus): Die Kamera entscheidet allein, ob sie nur einmal fokussiert oder zusätzlich nachregelt, abhängig davon, wie sich das anvisierte Objekt bis zum Auslösen verhält.

AF.S (engl. single autofocus): Auch wenn sich das zu fotografierende Objekt bis zur Aufnahme bewegen sollte, behält die Kamera die einmal fokussierte Einstellung bei. Bewegt sich das Objekt im Nachhinein, kann es zu Unschärfe kommen.

AF.C (engl. continuous autofocus): Der Fotoapparat justiert den Schärfebereich bis zur Aufnahme kontinuierlich nach. Dieses ist abhängig von der relativen Bewegung des Objekts zum Objektiv – also ob es sich näher zum Fotografen oder weiter weg von ihm bewegt.

Es gibt unterschiedliche Autofokussysteme. Grob unterteilt man in passive und aktive Autofokusse. Am weitesten verbreitet ist der passive Autofokus. Im Prinzip ermittelt die Kamera in einer Versuchsreihe den optimalen Fokus. Die zwei bewährtesten Verfahren heissen Kontrastmessung und Phasenvergleich. Der Sensor des Fotoapparats ist in diesem Verfahren auf hinreichenden Objektkontrast und ausreichende Beleuchtung angewiesen.

Im Gegensatz dazu steht der aktive Autofokus. Dieser funktioniert auch in der Dunkelheit. Man kann zwei Verfahren unterscheiden. Bei der direkten Entfernungsmessung durch Ultraschall, wie es bei den Polaroid-Kameras der Fall ist, wird die Zeit gemessen, die der Schall zum Objekt und zurück benötigt. Danach kann die Kamera den optimalen Fokus errechnen. Bei der Objektbeleuchtung werden die Verfahren der passiven Fokussierung bei schlechten Lichtverhältnissen unterstützt. Dazu wird das Motiv mittels Hilfslicht von der Kamera angeleuchtet und kann damit besser fokussiert werden.

Für den Nutzer gestaltet sich die Nutzung des Autofokus sehr simpel. Er visiert einfach ein Motiv an und drückt der Auslöser halb. Der Fotograf kann sehen, wie die Kamera den richtigen Fokus sucht. Ist er gefunden, wird der Auslöse-Knopf durchgedrückt.