Langzeitsynchronisation

Die Langzeitsynchronisation ist eine spezielle Blitztechnik, die mit einer längeren Verschlusszeit arbeitet. Die daraus folgende erhöhte Belichtungszeit ermöglicht es, das vorhandene Umgebungslicht zusätzlich zum Blitzlicht für die Bildaufnahme zu nutzen.

Gewöhnlich werden in der Blitzlichtfotografie Verschlusszeiten von 1/250 bis 1/30 verwendet. Eine längere Verschlusszeit bewirkt, dass die Zündung des Blitzes und die vollständige Öffnung des Verschlusses nicht synchron verlaufen, sondern der Verschluss noch für eine längere Zeit geöffnet bleibt.

Zum Einsatz kommt die Langzeitsynchronisation vor allem dann, wenn das Blitzlicht ein Motiv zu stark beleuchtet und der Hintergrund und die Umgebung zu dunkel sind, da die Blitzreichweite nicht ausreicht. Kann ein Blitzlicht aber nicht vermieden werden, muss das Umgebungslicht zusätzlich mit einbezogen werden. Die längere Belichtungszeit bewirkt einen grösseren Anteil am Umgebungslicht und damit einen helleren Hintergrund. Im Ergebnis erhält man ein ausgewogenes Belichtungsverhältnis zwischen Motiv und Hintergrund.

Unterschieden wird zwischen Blitzen auf den ersten Vorhang und Blitzen auf den zweiten Vorhang. Der Unterschied besteht darin, ob das Auslösen des Blitzes unmittelbar nach Öffnung des Verschlusses geschieht und der Verschluss danach geöffnet bleibt, oder ob sich der Verschluss zunächst für eine längere Zeit öffnet und der Blitz erst kurz vor Ende der Verschlusszeit gezündet wird.

Generell besteht die Gefahr, durch zu lange Belichtungszeiten Verwacklungen und Bewegungsunschärfen im Bild hervorzurufen, insbesondere bei bewegten Motiven. Diese unerwünschten Effekte äussern sich aber in unterschiedlicher Weise, je nachdem, ob auf den ersten oder zweiten Vorhang geblitzt wird.

Bei der Synchronisation auf den ersten Vorhang erfolgt der Blitz zu Beginn der Verschlusszeit, womit das Motiv anfänglich scharf abgebildet wird. Allerdings werden alle nachfolgenden Bewegungen durch die restliche Belichtungszeit ebenfalls aufgenommen, sodass Bewegungsunschärfe entsteht. Da die Unschärfe dem Motiv vorauseilt, wirkt es, als würden die Bewegungen rückwärts verlaufen. Dies vermittelt einen eher unnatürlichen Charakter.

Wird auf den zweiten Vorhang geblitzt, erscheint die Bewegungsunschärfe nach dem Motiv, da der Blitz erst am Ende der Verschlusszeit gezündet wird. Die Unschärfe unterstützt in diesem Fall die Bewegung.

Zwar sind solche Effekte oft unerwünscht, für bestimmte Situationen können sie aber auch gezielt genutzt werden. Als gestalterisches Mittel eignen sie sich beispielsweise, um einem Bild Dynamik zu verleihen.

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