Vollformatsensor

Vollformat-Bildsensoren entsprechen dem Aufnahmeformat analoger Kleinbildkameras. Beide stammen vom 35-mm-Film ab. Ursprünglich verwendeten Filmcrews dieses Format, um Bewegtbilder aufzuzeichnen. Erst später übertrug sich das Format in die Stehbildfotografie und wurde als Kleinbildfilm für Analog-Kameras populär. Mittlerweile ist der 35-mm-Film von digitalen Produktionsmethoden gänzlich verdrängt worden. Übriggeblieben ist nur noch das 24 mm x 36 mm Vollformat (Kleinbildformat), welches seit etwa der Jahrtausendwende in hochpreisigen Digitalkameras wieder Anwendung findet.

Diese sogenannten Vollformat-Kameras werden erst ab einem vierstelligen Betrag angeboten. Das liegt an der durchweg höheren Verarbeitungs- und Ausstattungsqualität gegenüber beispielsweise günstigeren digitalen Spiegelreflexkameras mit APS-C-Sensoren. Der Sensor letzterer Kameramodelle ist im Vergleich um das 2,5-fache kleiner als der Vollformatsensor. Die Produktion ist von vornherein kostenintensiver, weil durch die grössere Fläche mehr Ausschuss entsteht.

Durch den grösseren Sensor können die Vollformatkameras ihren ganzen Vorteil ausspielen: Auf der geräumigeren Fläche haben die einzelnen Pixel auf dem Fotosensor mehr Platz und können auch entsprechend einzeln grösser ausfallen. Durch die baulichen Gegebenheiten kann also insgesamt mehr Licht durch den Sensor aufgenommen werden. Bei guten Lichtverhältnissen mag sich das beispielsweise in der Landschaftsfotografie nicht stark bemerkbar machen, anders stellt sich das Szenario aber bei schlechten Lichtverhältnissen dar. APS-C Spiegelreflexkameras müssen hier den ISO-Wert nach oben korrigieren. Das kann allerdings zu unschönem Bildrauschen führen. Die Lichtempfindlichkeit der Vollformatkamera braucht dagegen nicht angepasst zu werden und trotzdem erhält man gestochen scharfe Bilder. Ausserdem benötigen Kameras mit einem vergleichsweise kleineren Sensor für schwierige Lichtverhältnisse eine lange Belichtungszeit. Unter Umständen kann mit der Vollformatkamera hier noch ohne Stativ fotografiert werden.

Weitere Vorteile sind der grössere Bildausschnitt respektive das Wegfallen des Crop-Faktors. Brennweiten stimmen nun eins zu eins mit den auf dem Objektiv aufgedruckten Werten überein und müssen nicht umgerechnet werden.

Viele professionelle Fotografen schätzen auch die besseren kreativen Einsatzmöglichkeiten von Vollformatkameras. Bei offener Blende kann das Hauptmotiv viel genauer von der Umgebung freigestellt werden, als das der Fall mit kleineren Sensoren wäre. Vollformatsensoren besitzen also eine geringfügigere Schärfentiefe als herkömmliche APS-C-Spiegelreflexkameras.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.