Lochkamera

Das einfachste und wohl älteste optische Gerät, um ein Bild von einem Objekt zu erzeugen, ist die Lochkamera. Der berühmte griechische Philosoph und Naturforscher Aristoteles beschrieb bereits vor über 2000 Jahren den Aufbau und die Funktionsweise eines „dunklen Raumes“, in welchen durch eine kleine Öffnung Licht einfällt – lateinisch Camera Obscura – und entdeckte somit unwissentlich das Grundprinzip der Fotografie.

Wenn durch ein kleines Loch in einen sonst lichtundurchlässigen Hohlkörper Licht einfällt, erzeugt es auf der Rückseite des Gehäuses ein auf dem Kopf stehendes Bild. Wenn die Bildseite aus transparentem Material besteht, kann das Bild von aussen betrachtet werden.

Beim Abbildungsprinzip einer Lochkamera bestimmt allein der Durchmesser der Lochblende die Bildschärfe und Helligkeit des Bildes. Durch die Lochblende wird das einfallende Licht auf eine gerade Verbindung zwischen Objekt- und Bildpunkt gebündelt.

Im Vergleich zu fokussierenden Kameras ist die Lichtstärke von Lochkameras 10- bis 500-mal kleiner und das Bild wesentlich unschärfer. Das entstehende Bild kann mit Hilfe von lichtempfindlichem Material oder einem Bildsensor festgehalten werden.

Ab Ende des 13. Jahrhunderts nutzten Astronomen die Camera Obscura unter anderen für Beobachtungen von Sonnenfinsternissen. So gefährdeten sie nicht ihre Augen durch den direkten Blick in das helle Sonnenlicht. Für solche Beobachtungen wurden begehbare Lochkameras gebaut, die man heute noch besichtigen kann.

Lochblenden werden auch im Bereich der Röntgen- und Gammastrahlung zur Erzeugung entsprechender Abbildungen verwendet, da hier keine klassischen Linsen eingesetzt werden können. Komplexere oder auch grossdimensionierte Ausführungen werden durch Sammellinsen erweitert.

Lochkameras aus einem Holz- oder Kunststoffgehäuse kann man bereits ab etwa 30 Euro erwerben, einfachere Modelle aus Pappe sind günstiger. Da sich das simple Prinzip auch mit einfachen Mitteln darstellen lässt, gibt es zahlreiche Anleitungen und Bastelsets im Internet, um eine einfache Camera Obscura selbst herzustellen.

Auch Digitalkameras mit Wechselobjektiven oder Spiegelreflexkameras können als Lochkamera verwendet werden. Hierfür gibt es von einzelnen Herstellern wie Nikon spezielle Lochobjektive.