Analogkamera

Innerhalb der neuen Fotografieverfahren dient der Begriff der Analogkamera seit Beginn des 21. Jahrhunderts als Abgrenzung zur Digitalkamera.

Bei der über 100 Jahre alten klassischen Analogfotografie, auch Silber-Fotografie genannt, wird ein chemisches Aufnahmemedium benötigt. Dies kann ein Negativ-Film, Dia-Film oder eine Fotoplatte sein.  Auf der lichtempfindlich beschichteten Oberfläche kommt es bei Lichteinfall zu einer chemischen Reaktion, durch welche sich das Aufnahmemedium verfärbt. Anschauen oder vervielfältigen kann man das aufgenommene Foto erst nach der Entwicklung im Labor. Eine nachträgliche Bildbearbeitung oder -optimierung ist daher nur durch aufwändige Retusche im Fotolabor möglich.

Bei der Belichtung des Aufnahmemediums durch das optische System der Kamera liegen die Bildinformationen lediglich in Form physikalischer, analog messbarer Signale vor. Erst durch die chemische Reaktion auf dem Aufnahmemedium werden die Bildinformationen auf diesem fixiert, sozusagen „gespeichert“. Mit Hilfe eines zweiten chemischen Prozesses im Fotolabor kann nun ein Foto auf speziellem Papier erzeugt werden, welches durch Bild-vom-Bild-Verfahren vervielfältigt werden kann.

Auch in anderen Bereichen findet die analoge Technik wegen ihrer Störungsanfälligkeit immer weniger Anwendung. So wurden etwa Kassetten mit ihren empfindlichen Magnetbändern, die schnell ein unangenehmes Rauschen verursachten, von CDs bzw. USB-Sticks abgelöst.

Eine analoge Kamera weist gegenüber ihrem digitalen Pendant aber auch einige Vorteile auf. Sie ist zum Beispiel wesentlich weniger anfällig für Staub, während der empfindliche Bildsensor einer Digitalkamera bei Verschmutzung aufwändig und kostspielig gereinigt werden oder gleich die gesamte Kamera ersetzt werden muss. Des Weiteren sind Filme als Aufnahmemedium weniger kritisch für Farben und Fehlbelichtungen.

Leica und Voigtländer gehören zu den wenigen Herstellern weltweit, die heute noch Analogkameras produzieren. Die Digitalfotografie beherrscht den Gesamtmarkt und hat die analoge Fotografie auf ein geringes, aber stabiles Niveau zurückgedrängt. Auch der Markt für das erforderliche Filmmaterial sowie die Dienstleistung der Filmentwicklung existieren nur noch in einer Nische. viele professionelle Fotografen und Künstler pflegen nach wie vor die klassischen Techniken der Analogfotografie und die aufwändige Entwicklung im Fotolabor. Für eine besondere Bildwirkung werden hier auch gern analoge Sofortbildkameras eingesetzt.

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