Goldener Schnitt

Die Mathematik dahinter

Als Goldenen Schnitt bezeichnet man das Teilungsverhältnis einer Strecke. Das Verhältnis entspricht dem Ganzen zu seinem grösseren Teil (auch Major genannt) wie dem Verhältnis des grösserem zum kleineren Teil (dem Minor). Als Formel ausgedrückt gilt:

Ganzes / Major = Major / Minor ≅ 0,618

Bei einer Betrachtung einer Strecke „Ganzes“ würde „Major“ verhältnismässig 61,8 Prozent und „Minor“ 38,2 Prozent einnehmen.

Auf die richtigen Proportionen kommt es an

In den Bildenden Künsten fliesst die Proportionsregel des Goldenen Schnittes oft als Teil der Bildkomposition ein. Je nach herrschender Kunstauffassung gilt er als besonders ästhetisch, weil er auch in der Natur und beim Menschen zu finden ist. Da es kaum Dokumentationen über den Goldenen Schnitt früherer Gemälde gibt, sind Deutungen in Bildanalysen rein spekulativer Natur. Ein gutes Beispiel findet sich anhand der Mona Lisa von Leonardo da Vinci. Bei der Betrachtung des Kopfes fällt auf, dass das Verhältnis zwischen Kinnpartie bis zu den Augenbrauen (Major) und Augenbrauen bis Haaransatz (Minor) etwa dem des Goldenen Schnitts entspricht.

Auch in der Architektur ist der Goldene Schnitt bekannt, wie es sich zum Beispiel an der alten Cheops-Pyramide zeigt. Die um 2590 bis 2470 v. Chr. in Ägypten erbaute Pyramide hat einen quadratischen Grundriss. Durch einfache Geometrie kann man das Verhältnis zwischen der Strecke der Mittellinie einer Seitenfläche von der Grundkante bis zur Pyramidenspitze (Major) und der Strecke vom Mittelpunkt einer Grundkante bis zum Mittelpunkt der Grundfläche (Minor) bilden. Es beträgt 0,618 und damit ungefähr genau dem Teilungsverhältnisses des Goldenen Schnitts.

Allgemein wird der Goldene Schnitt gerne zum Gestalten von Proportionen herangezogen – so auch für die Fotografie. Allerdings ist die Formel zur Berechnung nicht gerade alltagstauglich. Das proportionale Verhältnis 5:3 reicht aus, um den Goldenen Schnitt näherungsweise auf 1% genau zu bestimmen.

Fotografische Umsetzung

Wird ein Bild nach Breite und Höhe eingeteilt und zu beiden Seiten (von links nach rechts und vice versa) jeweils die Linie des Goldenen Schnitts gezogen, ergeben sich vier Schnittpunkte. Wenn in einem dieser Punkte wichtige Bildinformationen zusammenlaufen, dann entsteht ein besonders harmonisches Motiv.

Nicht nur punktuelle Informationen sind für die Bildkomposition interessant, sondern auch die Positionierung von Flächen. In der Fotografie sollte beispielsweise auf das Verhältnis von hellen zu dunklen Flächen geachtet werden oder auch darauf, welcher Anteil stark strukturiert und damit unruhig erscheint und welcher glatt und ruhig empfunden wird.

Tipp: Zwar können viele Kameras auf Wunsch im Sucher und/oder Monitor Orientierungslinien nach der Drittelregel anzeigen, nicht aber die Linien für den Goldenen Schnitt.
Kleben Sie dazu einfach Monitorschutzfolie auf das Display und kennzeichnen Sie die Linien des Goldenen Schnitts darauf.

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