Skyline Manhattan

Unterwegs im Grossstadtleben

Die facettenreiche Gestalt und das bunte Treiben einer Grossstadt bieten vielfältige Möglichkeiten für tolle Fotomotive. Um den Charme verträumter Altstadtgassen, moderner Architektur und imposanter Sehenswürdigkeiten auf Fotos möglichst lebendig wirken zu lassen, sind ein paar Tricks und die richtige Vorbereitung das A und O. Ungewöhnliche Motive und Perspektiven sowie die Nutzung von Lichteffekten, symmetrischen Formen und Linien fangen das Flair einer Stadt besonders lebendig ein.

Die folgenden Tipps sorgen für gelungene Fotos aus dem Grossstadtleben mit besonderer Wirkung.

Sehenswürdigkeiten und Architektur

Detailausschnitt vom Pariser Eifelturm

Die vielgestaltige Architektur, der man auf der Entdeckungstour durch eine Grossstadt begegnet, lässt sich auf Fotos toll in Szene setzen. Sehenswürdigkeiten wie historische Gebäude, prunkvolle Schlösser und imposante Brücken sind als Wahrzeichen beliebte Motive für das Fotografieren von Städten. Um diese mal etwas anders einzufangen, macht eine ungewöhnliche Perspektive oder etwa das Hervorheben eines charakteristischen Details des Hauptmotives das Foto interessanter. Auch das Bild im Bild ist eine geschickte Variante, um eine Sehenswürdigkeit einmal anders abzulichten. So kann ein anderes Foto in den Bildausschnitt der Kamera gehalten und somit in das Fotomotiv integriert werden. Ein weiteres kreatives Bild-im-Bild-Motiv (ohne viel Vorbereitung) ist das Fokussieren eines anderen Kamera- oder Smartphonedisplays im Aufnahmemodus mit der verschwommenen Sehenswürdigkeit im Hintergrund.

Paris Notre-Dame

Vor allem beim Fotografieren von Gebäuden besteht die Gefahr von stürzenden Linien, welche im Bild später störend wirken. Diese lassen sich vermeiden, indem die Kamera im nötigen Abstand zum Objekt parallel zum Boden gehalten wird. Da man in engen Strassen jedoch nicht immer ausreichend Abstand zum gewünschten Bauwerk gewinnen kann, können Tilt-Shift-Objektive stürzende Linien beim Fotografieren bereits korrigieren. Andernfalls kann der störende Effekt durch spezielle Bearbeitungssoftware wie Adobe Photoshop im Nachgang angepasst werden.

Symmetrie

Alt-Text: Symmetrisches Motiv des Arc de Triomph Paris

Im Stadtbild sind zahlreiche Formen und Linien gegenwärtig und eignen sich hervorragend zur kreativen Bildgestaltung. Bei genauerem Hinsehen verbergen sich nahezu überall symmetrische Muster und Spiegelungen. So kann eine völlig neue Sichtweise auf akkurat angelegte Schlossparks, modern verglaste Häuserfassaden oder prunkvoll verzierte, historische Bauwerke geschaffen werden. In vielen Städten finden sich Wasserflächen wie Flüsse, Seen und Brunnen, welche faszinierende Spiegelungen der Umgebung zeigen. Je nachdem, wie die Spiegelungsachse im Bild positioniert wird, lassen sich somit effektvolle Fotos kreieren. Allerdings sollte die Wasseroberfläche möglichst glatt und unbewegt sein, da die Spiegelung sonst verzerrt und nicht deutlich erkennbar ist. Die symmetrische Anordnung auf Fotos lässt diese besonders modern wirken und sorgt für eine spannende Abwechslung bei der Motivwahl.

Auge fürs Detail

Neben beeindruckenden Sehenswürdigkeiten und weiten Stadtpanoramas sind es vor allem kleine Details und Momentaufnahmen aus dem Stadtleben, die das Flair einer Stadt im Bild einfangen. So kann ein abgestelltes Fahrrad, ein witziger Strassenname oder ein alter Stadtbus ein tolles Motiv darstellen, welches das Interesse des Betrachters weckt. Bei der Bildgestaltung bietet es sich an, ähnlich wie bei der Landschaftsfotografie, die Drittel-Regel anzuwenden, um ein harmonisch wirkendes Fotos zu erhalten.

Besondere Vorsicht auf der Suche nach Details, die im Fokus des Motivs stehen sollen, ist beim Fotografieren von Menschen im Stadtbild geboten. Sind diese nur ausversehen im Bild gelandet oder nicht zu erkennen, besteht meist kein Problem. Stellen diese aber das Hauptmotiv des Fotos dar, sollte vor der Aufnahme unbedingt die Erlaubnis aller betreffenden Personen eingeholt werden. In der Schweiz wird das Recht des eigenen Bildes als Konkretisierung des Artikel 28 im Zivilgesetzbuch verstanden. Demnach muss die Person, welche auf einem Foto deutlich zu erkennen ist, zunächst einwilligen, bevor dieses verbreitet werden darf.

Verschwommene Menschen im Theater District in Manhattan

Fotografiert man eine belebte Strasse oder eine gut besuchte Sehenswürdigkeit, kann man die sich bewegenden Menschen durch eine lange Verschlusszeit verschwimmen lassen, um ein kreatives Motiv zu erhalten. Um während der längeren Verschlusszeit Verwacklungen zu vermeiden, bietet sich ein Stativ oder eine stabile Abstellfläche wie eine Mauer oder ein Tisch an.

Möchte man dagegen etwa das bunte Treiben auf dem Markt festhalten, empfiehlt sich die Nutzung des Serienmodus, um die bewegten Menschen genau im richtigen Moment zu erwischen.

Um ein Objekt oder eine Person im Vordergrund des Fotos zu betonen, sollte die Aufnahme mit einer langen Brennweite, also im Telebereich des Zooms, gemacht werden. In Kombination mit einer möglichst kleinen Blendenzahl verschwimmt der Hintergrund, während sich der Vordergrund scharf abzeichnet.

Licht

Durch hohe, schattenwerfende Gebäude und spiegelnde Flächen herrschen in Städten oft schwierige Lichtverhältnisse zum Fotografieren. Grundsätzlich sollte daher der ISO-Wert manuell angepasst und auf die ISO-Automatik verzichtet werden, wenn das die Kamera ermöglicht. Um Bildrauschen zu vermeiden oder möglichst gering zu halten, sollte ein geringer ISO-Wert gewählt werden. Der ideale Wert liegt je nach Kamera bei etwa 100.

Für optimale Ergebnisse gilt es, bestimmte Tageszeiten zu beachten. Die schönsten Fotos entstehen natürlich bei Sonnenschein. Die pralle Mittagssonne sorgt jedoch für harte Schatten und eine teilweise Überbeleuchtung in den Aufnahmen.  Die sogenannte „goldene Stunde“ vor dem Sonnenuntergang schafft hingegen mit ihrem warmen Licht besonders intensive Farben. Kurz vor Sonnenuntergang oder etwa eine Stunde vor dem Sonnenaufgang können beleuchtete Bauwerke oder Strassen besonders wirkungsvoll festgehalten werden.

Um belebende Kontraste in das Bild zu bringen, kann die Lichtquelle zu jeder Tageszeit als Gegenlicht oder in Form von Streiflichtern in das Motiv einbezogen werden. Wenn notwendig kann mit Hilfe des Blitzes der Vordergrund aufgehellt werden.

Bei schlechtem Wetter und wenig Sonnenschein eignen sich vor allem Detailaufnahmen, da weitläufige Panoramabilder ihre Wirkung nicht optimal entfalten.

Eine weitere Möglichkeit, mit Licht ein kreatives Motiv zu gestalten, sind sogenannte Light Trails. Diese Lichtspuren hinterlassen vorbeifahrende Autos, wenn mit einer langen Belichtungszeit fotografiert wird. Auch hier gilt es, der Kamera einen festen Standort zu geben, um wackelfreie Ergebnisse zu erhalten.

New Yorker Brooklyn Bridge mit Light Trails

Perspektive

Um den Fotos beim Erkunden einer Grossstadt eine besondere Wirkung zu verleihen, ist die Perspektive entscheidend. So liefert ein erhöhter Standpunkt, wie von einem Aussichtspunkt oder dem nahegelegenen Stadtberg, eine aussergewöhnliche Sicht auf das muntere Treiben der Innenstadt oder die eindrucksvolle Skyline. Für eine gute Schärfentiefe sollte eine recht kleine Blendeneinstellung, etwa zwischen 8 und 11, gewählt werden.

Nicht nur die Vogelperspektive sorgt für tolle Stadtaufnahmen. Moderne Wolkenkratzer lassen sich mit zum Himmel gerichteter Kamera aufregend anders darstellen. Um blendendes Gegenlicht zu vermeiden, wählt man am besten ein Gebäude, welches die Sonne verdeckt oder nutzt die Lichtflecken im Bild gezielt zur Bildgestaltung. Der Kreativität bei der Wahl der Perspektive sind keine Grenzen gesetzt. Eine ungewöhnliche Perspektive kann ein bestimmtes Objekt oder Gebäude eindrucksvoll in Szene setzen und macht ein Foto besonders spannend.

Hochhäuser aus der Froschperspektive

Ausrüstung

Da man auf der fotografischen Erkundungstour durch das Grossstadtleben möglichst flexibel und spontan sein möchte, sollte die passende Ausrüstung zuvor sorgfältig ausgewählt sein. Grundsätzlich lassen sich mit jeder Kamera tolle Fotos schießen. Kameras mit wechselbarem Objektiv und manuellem Modus bieten jedoch stets mehr Spielraum für kreative Bildgestaltung und Anpassung an die herrschenden Lichtverhältnisse.

Statt jedoch für jede denkbare Situation das passende Objektiv einzupacken, bietet es sich an, ein vielseitig einsetzbares zu wählen. Ein Standard-Zoomobjektiv für Kameras mit APS-C-Sensor mit einem Brennweitenbereich von 16 bis 80 Millimeter oder für Vollformat-Sensoren 24 bis 120 Millimeter ist für das Grossstadtleben ideal. Es ermöglicht tolle Detailaufnahmen sowie Aufnahmen, bei welchen ein ausreichend grosser Abstand zum Hauptmotiv besteht.

Für ambitionierte Städtefotografen gehört neben einem zoomfähigen Objektiv auch ein Weitwinkelobjektiv zur Grundausstattung. Dieses ermöglicht durch den grösseren Bildwinkel auch in den oft engen Gassen das weite Erfassen eines Motives, während das Standard-Objektiv bei zu geringem Abstand meist nur einen kleinen Ausschnitt des eigentlichen Motivs abbilden kann.

Hierbei liegt der ideale Brennweitenbereich zwischen 10 und 12 Millimetern für APS-C-Sensoren oder 14 und 16 Millimetern bei Vollformatsensoren.

Für wackelfreie Fotos empfiehlt es sich ein handliches Stativ mitzunehmen, doch in der Grossstadt finden sich meist auch andere Möglichkeiten wie Mauern, Tische im Strassencafé und Ähnliches, um die Kamera wackelsicher aufzustellen.

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