Abbildung zweier Studioblitze mit unterschiedlichen Softboxen. Links Strip Lights, rechts Oktaeder.

Studiofotografie mit Kunstlicht – Einsatz von Hilfsmitteln

Das besondere an der Studiofotografie ist die Beherrschbarkeit der Lichtverhältnisse. Durch den Einsatz von Kunstlichtquellen ergibt sich die Möglichkeit, die Lichtleistung, die Lichttemperatur und die Lichtrichtung bestimmen zu können. Einige dieser Faktoren können direkt durch die Lichtquelle beeinflusst werden. Für detaillierte Feineinstellungen des Lichts werden Hilfsmittel wie Lichtformer, Diffusor, Reflektor und Co. benötigt. Durch die Kombination von Lichtquelle und Hilfsmittel ist es möglich, optimale Lichtbedingungen zu schaffen.

Welche Möglichkeiten diese Hilfsmittel in der Studiofotografie bieten, erfahren Sie hier.

Lichtformer

Softboxen für zielgerichtetes Licht

Softboxen bestehen typischerweise aus Stoff und bilden meist die Grundlage für eine gleichmässige und flächige Ausleuchtung.

Im Aufbau bestehen die Innenseiten einer Softbox aus einem reflektierenden Material, welches dafür sorgt, dass das Licht zurückgeworfen und durch die Vorderseite der Box gelenkt wird. Das Licht erhält dadurch eine konkrete Form und Richtung und kann somit zur gezielten Ausleuchtung und Schattensetzung verwendet werden. Bevor das Licht aus der Softbox nach aussen gelangen kann, durchquert es zwei Schichten: Ein im Inneren gespanntes weisses Tuch und die äussere weisse Abdeckung der Box. Diese beiden Schichten brechen das Licht, wodurch es weicher und grossflächiger gestreut wird. Sie wirken also als Diffusor. Softboxen können sowohl an Dauerlicht-Leuchten als auch an Blitzköpfen angebracht werden.

Des Weiteren gibt es sie in unterschiedlichen Formen. Weit verbreitet sind vor allem die quadratischen Varianten, da diese sehr einfach in ihrer Handhabung sind. Schmale, Rechteckige Softboxen werden als Strip Lights bezeichnet und dienen oft dazu, Objekte seitlich von hinten zu beleuchten. Es gibt auch Softboxen mit mehr als vier Ecken. Hierbei werden bei der Portraitfotografie bevorzugt Oktaeder eingesetzt, da diese einen angenehmen Reflex im Auge der zu fotografierenden Person hinterlassen.

Abbildung eines Studioblitzes mit einer achteckigen Softbox ohne Frontabdeckung.

Abbildung eines Studioblitzes mit einer achteckigen Softbox ohne Frontabdeckung.

Lichtschirme als handliche und kompakte Lichtformer

Eine weitere Möglichkeit das Licht in die richtige Form zu bringen, bieten Lichtschirme. Diese werden nahezu ausschliesslich bei Blitzköpfen verwendet. Lichtschirme lassen sich wie handelsübliche Regenschirme aufspannen und wieder schliessen, wodurch sie in ihrer Grösse handlich und platzsparend sind.

Es werden zwei Arten unterschieden. Die erste Art Lichtschirm besteht aus einem weissen, leicht transparenten Stoff und nennt sich Durchlichtschirm. Die Aufgabe dieses Durchlichtschirms ist die gleiche wie bei einer Softbox. Durch das Durchdringen des Lichts durch den Stoff wird das Licht gebrochen, wodurch es weicher und grossflächiger wird. Die zweite Variante ist der Reflektorschirm. Dieser lässt kein Licht hindurch, sondern reflektiert das Licht auf das Motiv. Wie bei einer Softbox besteht auch die Innenseite des Schirms aus einem reflektierenden Material.

Sowohl die Softbox als auch der Durchlichtschirm werden beim Aufbau in Richtung des Motives platziert. Der Reflektorschirm wird um 180 Grad vom Motiv weggedreht, sodass die Hinterseite des Blitzkopfes in Richtung des Objektes zeigt. Es handelt sich dabei um indirektes Blitzen, welches auch durch das Blitzen gegen eine Wand bewirkt werden kann.

Reflektoren

Gerade für Objekte mit vielen Ecken und Kanten benötigt man Licht aus allen Richtungen, um diese ohne starke Schatten aufzunehmen. Dies kann die Verwendung mehrerer Lichtquellen bedeuten. Eine Alternative zu mehreren Lichtquellen stellen Reflektoren dar. Diese können gegenüber der Lichtquelle positioniert werden, sodass sie das Licht reflektieren und dadurch das gewünschte Motiv von einer zusätzlichen Richtung ausgeleuchtet wird.

Im Gegensatz zu einem Diffusor sind Reflektoren lichtundurchlässig und in verschiedenen Grössen, Formen und Farben erhältlich. Bei den Farben handelt es sich um Silber, Gold, Weiss und Schwarz. Die silberne Variante sorgt für ein eher kühles und die goldene für ein warmes Licht. Ein weisser Reflektor wirft das Licht nur zurück, ohne die Temperatur des Lichts zu verändern. Der schwarze Reflektor wiederum ist ein Ausnahmefall und in seiner Funktion nicht wirklich ein Reflektor. Ganz im Gegenteil verschluckt er das Umgebungslicht und trägt dazu bei, eine Seite des Motives abzudunkeln.

Um kleinere Details an einem Objekt in Szene zusetzten, die auf der Probeaufnahme noch zu dunkel wirken, kann bereits ein weisses Blatt Papier genutzt werden, um eine Reflektion des Lichts auf die gewünschte Stelle zu erzeugen.

Fazit

Um ein Motiv gut auszuleuchten sind in den meisten Fällen Dauerlicht-Leuchten oder Studioblitze ein Muss. Diese Sorgen jedoch nicht allein für die passende Lichtstimmung, weshalb Softboxen und Lichtschirme ein wichtiger Bestandteil in der Fotografie sind. Sie streuen das Licht und lassen es weicher erscheinen.

Sorgen ein oder zwei Lichtquellen mit Softboxen bereits für die richtigen Bedingungen, bedeutet das nicht immer, dass alle Stellen gut ausgeleuchtet sind. Den Einsatz weiterer Lichtquellen umgeht man mit Reflektoren, die durch die gekonnte Platzierung das Licht auf die gewünschte Stelle weiterleiten.

Folglich sind Kunstlichtquellen, wie Dauerlicht-Leuchte und Studioblitz, in Verbindung mit Softboxen, Lichtschirmen und Reflektoren ein gelungenes Zusammenspiel, um ein Objekt oder eine Person perfekt auszuleuchten und in Szene zu setzten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.