Nahaufnahme eines Laubblattes ohne Zoom

Smartphonefotos – Technik richtig ausnutzen

Langsam aber sicher werden Smartphone-Kameras zu einer fortlaufend grösseren Konkurrenz für die Kompaktkamera. Das Smartphone ist immer und überall dabei und kann spontane Schnappschüsse jederzeit einfangen. Dabei entwickelt sich die Technik rasend schnell, wobei die Smartphonefoto-Technologie stetig optimiert wird. Doch was kann solch eine Kamera wirklich? Wir zeigen Ihnen, was Sie bei der Wahl des passenden Smartphones hinsichtlich der Kamera beachten sollten und mit welchen Tricks Sie Ihr Motiv perfekt in Szene setzen.

Basisanforderungen der Kamera

Bereits beim Kauf eines Smartphones sollten Sie einige Aspekte der eingebauten Kamera etwas genauer unter die Lupe nehmen. Als ein Kriterium ist der Sensor zu betrachten. Dieser sollte eine hohe Auflösung besitzen, das heisst die Anzahl der Pixel auf dem Sensor liegt optimaler Weise etwa zwischen 8 und 12 Megapixeln. Allerdings ist allein die Pixelzahl nicht alles. Entscheidend ist auch die Pixelgrösse. Da der Sensor einer Smartphone-Kamera, durch die schmale Bauart des Smartphones, relativ klein ist, schrumpft mit der Zunahme an Pixeln gleichzeitig ihre Grösse. Je kleiner ein Bildpunkt, desto weniger Licht kann dieser einfangen. Dadurch können Bildrauschen und Bildartefakte entstehen, welche die Qualität deutlich verringern. Die Pixelgrösse lässt sich durch die Sensorgrösse bestimmen.
Der zweite wichtige Aspekt ist die Blende. Hier sollten Sie darauf achten, dass die Blendenzahl etwa zwischen f/1.7 und f/2.0 liegt. Dies sichert zu, dass das Foto auch bei schwacher Umgebungsbeleuchtung noch ausreichend belichtet wird, wodurch die Qualität erhalten bleibt.

Mit diesen beiden Kriterien ist bereits die Grundvoraussetzung für gute Fotos geschaffen. Natürlich bietet eine Smartphone-Kamera weitere Zusatzfunktionen, welche aber nicht zwingend notwendig sind, wenn Sie beim Fotografieren die richtigen Tricks anwenden.

Vier Tipps für perfekte Smartphonefotos

1. Auf den Zoom verzichten

Smartphones stellen nur einen digitalen Zoom bereit. Bei Nahaufnahmen sollten Sie deshalb lieber näher an das Motiv herangehen, statt den Zoom zu verwenden. Hierdurch wird die Auflösung beibehalten und das Bild wird nicht zu verpixelt.

2. Eigener Bildfokus durch Touch

Abgesehen vom Autofokus, den die meisten Smartphones verwenden, können Sie auch den Touch-Fokus anwenden. Damit können Sie Ihr Foto individueller gestalten. Der gewünschte Gegenstand kann durch ein Tippen auf das Smartphone-Display in Szene gesetzt werden.

3. Smartphone stabilisieren

Um besonders bei schlechteren Lichtverhältnissen ein verwackeltes, unscharfes Bild zu vermeiden, können Sie das Smartphone, wenn vorhanden, einfach auf einem Stativ platzieren. Genauso gut eignet sich natürlich auch eine Wand oder ein anderer fester Gegenstand, an den das Smartphone gelehnt werden kann. Mit einem Fernauslöser lassen sich dann bequem Fotos aufnehmen. Zudem kann auch ein integrierter optischer Bildstabilisator beim Schiessen eines scharfen Bildes Abhilfe schaffen.

4. Tages- und Blitzlicht

Belichtung ist das A und O. Am besten nutzen Sie dafür Tageslicht, um ein helles Bild mit hoher Qualität zu erzielen. Sollten Sie jedoch einen Blitz verwenden, ist ein Xenon-Blitz statt LED zu empfehlen. Dieser benötigt eine geringere Belichtungszeit, wodurch Bildunschärfe vermieden wird. Alternativ kann aber auch ein doppelter LED-Blitz zu einer natürlicheren Beleuchtung führen.

Bye bye Digitalkamera?

Im Vergleich zu einer Digitalkamera kann die Smartphone-Kamera nicht zu 100 Prozent mithalten. Aufgrund der bauartbedingten kleinen Sensoren ist die Qualität der Fotos, die mit einem Smartphone aufgenommen werden, generell geringer als die, die durch eine Digitalkamera entstehen. Zusätzlich führt schlechte Belichtung zu einem Qualitätsverlust.

Weiterhin ist anzumerken, dass Smartphones nur einen digitalen Zoom enthalten. Dieser vergrössert einen Ausschnitt des Bildes nur auf dem Display. Folge ist eine geringere Auflösung und dadurch wiederrum ein Qualitätsverlust. Digitalkameras hingegen punkten in der Regel mit einem optischen Zoom, der die Auflösung des Fotos nicht beeinflusst.

Trotz allem holen Smartphone-Kameras immer weiter auf. Mit einer Auflösung von 12 Megapixeln bieten moderne Smartphone-Kameras für ihre Verhältnisse eine hohe Bildqualität. Ausserdem gibt es die Möglichkeit, Bilder im Rohdatenformat (RAW) zu fotografieren. Es werden keine Daten komprimiert, weshalb die Bildbearbeitung im Nachhinein erweitert wird. Auch die Bildverarbeitung geschieht in einem hohen Tempo. In wenigen Sekunden können mehrere Bilder hintereinander aufgenommen und gespeichert werden.

Frau macht Fotos mit dem Smartphone auf einer Wanderung

Der richtige Effekt

Während der Aufnahme eines Fotos oder auch im Nachhinein können Sie mit Hilfe verschiedener Fotofilter Ihrem Bild den letzten Schliff verleihen. Standard-Filter, die jedes Smartphone bieten, sind der Schwarz-Weiss- und der Sepia-Filter. Der Schwarz-Weiss-Filter verschafft Ihrer Aufnahme eine gewisse Seriosität, da bei diesem Effekt alle Farben entsättigt sind. Wenn Sie den Sepia-Filter verwenden, wirkt das Foto hingegen eher nostalgisch. Generell ist zu sagen, dass Effekte, die die Farben gelb, orange oder rot enthalten, eine warme Stimmung erzeugen. Andere Farben, wie blau oder grün, lassen das Bild eher kalt erscheinen. Einen besonderen Effekt liefert ausserdem das Fischauge. Durch die Verzerrung des Bildes wirkt beispielsweise eine Landschaftsaufnahme grösser und weiter.

Fazit

Trotzdem Smartphone-Kameras bezüglich des fehlenden optischen Zooms und tendenziell geringerer Lichtstärke nicht ganz mit guten Kompaktkameras mithalten können, sind sie unschlagbar praktisch und immer dabei. Dadurch gewannen sie in den letzten Jahren rasant an Wichtigkeit und eine gute Kamera ist ein wichtiges Kaufkriterium bei einem neuen Smartphone. Besonders bei Schnappschüssen im Tageslicht stehen sie den Kompakten in nichts mehr nach.

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