Wildlife-Fotografie

Die Natur mit ihrer großen Vielfalt bietet unzählige Motive. Doch mit dem Anspruch der Motive wächst auch die Herausforderung. Tiere in der freien Wildbahn zu fotografieren ist eine Königsdisziplin, bei der viel Geduld und Übung gefragt sind. Für unvergessliche Aufnahmen werden eine gute Planung, gutes Wetter und etwas Glück benötigt.

Orang Utan im Sonnenlicht

Quelle: Gundel Woite

Grundlegende Informationen und Verhaltenshinweise

Es gibt zahlreiche Veranstalter, die Foto-Safaris anbieten. Im Trend liegen momentan Kenia, Namibia und Südafrika. Wer nicht in ferne Länder reisen kann, sollte einen Wildpark, ein Biotop oder ein Naturschutzgebiet in der näheren Umgebung besuchen. Hier lassen sich zwar keine Löwen, Giraffen oder Elefanten festhalten, aber auch Insekten oder Vögel sowie Hirsche und Bären bieten sich hervorragend als Motive an.

Doch ganz egal wo Sie Wildtiere fotografieren möchten – den Tieren gegenüber sollte sich rücksichtsvoll verhalten werden. Am besten sollte dabei ausreichend Abstand zu den Tieren gehalten werden. Es ist daher sinnvoll, sich vorher Informationen zu den Tieren und der Umgebung einzuholen, um ein Gespür für die Besonderheiten und Eigenschaften der Tiere zu bekommen. Das Wichtigste beim Fotografieren von Wildtieren ist jedoch Geduld. Oft dauert es etwas länger, bis das gewünschte Motiv gefunden ist. Tiere lassen sich keine Anweisungen geben, daher Augen offenhalten und ausreichend Zeit mitbringen.

Hirschbaby im Wildgehege

Quelle: Annika Weiland

Mit diesem Zubehör gelingt der Schnappschuss

Für gelungene Aufnahmen sollte auf das Smartphone oder die digitale Kompaktkamera besser verzichtet werden. Es muss aber nicht zwingend viel Geld für eine hochwertige Spiegelreflexkamera ausgegeben werden. Insbesondere für Anfänger reicht eine preisgünstige Variante dieses Kameratyps aus. Wer allerdings wirklich gute Aufnahmen haben möchte, sollte etwas tiefer in die Tasche greifen. Eine gute Spiegelreflexkamera und das richtige Zubehör ermöglichen ausdrucksstarke Fotos und erleichtern die Arbeit eines jeden Fotografens. Hier empfiehlt sich der zusätzliche Kauf eines Teleobjektivs. Auch das Stativ sollte nicht unterschätzt werden, denn es kann ein wahrer Helfer sein, um Fotos auch aus der Ferne mit einem Fernauslöser schiessen zu können. Für gestochen scharfe Fotos sollte am besten der Bildstabilisator eingeschaltet sein. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Frage nach dem richtigen Objektiv. Für Landschaftsfotografien eignet sich ein Weitwinkelobjektiv. Sollen Tiere aus weiter Ferne fotografiert werden, ist ein Teleobjektiv unverzichtbar. Insekten und andere kleine Tiere fotografieren Sie am besten mit einem Makroobjektiv.

Ameisen auf Blatt mit dem Makroobjektiv

Quelle: Annika Weiland

Noch ein Tipp: Achten Sie bei der Kleiderwahl auf gedeckte Farben, denn durch grelle Farben werden die Tiere erschreckt.

Anforderungen an die richtige Kameraeinstellung und das Licht

Um kleine Tiere, wie Insekten, fotografisch festzuhalten, werden am besten ein Stativ und ein Makroobjektiv benutzt. Zusätzlich kann ein Fernauslöser zur Erleichterung verwendet werden. Bei grossen Tieren sollten Sie eine weite Brennweite einstellen, denn ohne ausreichende Brennweite werden die Tiere zu klein abgebildet. Grosse Tiere werden häufig aus der Ferne fotografiert, weshalb hier besser ein Teleobjektiv verwendet wird. Beim Licht gilt: Meiden Sie die grelle Mittagssonne im Sommer. Erfahrene Fotografen nutzen das Licht kurz nach Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang. Gegenlicht sollte beim Fotografieren von Wildtieren eher vermieden werden. Wenn das Motiv immer zentriert in der Bildmitte steht, kann das schnell langweilig wirken. Daher gerne auch mal andere Kompositionen ausprobieren und beispielsweise das Tier in das Foto hineinlaufen lassen. Gleiches gilt bei unbewegten Motiven – ein bewegtes Motiv ist spannender, aber auch schwieriger zu fotografieren. Mit der Serienbildaufnahme kann dabei die Chance erhöht werden, den richtigen Moment zu erwischen und das Tier scharf darzustellen. Probieren Sie doch einfach mal ein paar Bildvarianten aus.

Elefant fotografisch festgehalten

Quelle: Shaun Levick

Am besten nehmen Sie sich gleich Ihre Kamera und fangen mit dem Üben an. Nur wer alle Funktionen seiner Kamera kennt und Erfahrung in der Fotografie hat, kann in der Wildlife-Fotografie gelungene Aufnahmen erzielen.

Und nicht vergessen: Vorher den Akkustand und die Kapazität der Speicherkarte kontrollieren. Eine gute Vorbereitung ist eine grundlegende Voraussetzung in der Wildlife-Fotografie.