Die Gegenlichtblende schützt das Objektiv auf Reisen.

Die Gegenlichtblende für schöne Aufnahmen im Sonnenlicht

Fotos der letzten Sommerferien überzeugen erst, wenn blauer Himmel und strahlender Sonnenschein darauf zu sehen sind. Und wer hat nicht schon einmal versucht, Strand und Meer im Licht der untergehenden Sonne romantisch zu inszenieren. Mit Gegenlicht können Fotos auf vielerlei Weise kreativ gestaltet werden.

Bildqualität verbessern mit der Gegenlichtblende

Eine Gegenlichtblende, auch Streulichtblende genannt, schirmt die Linse vor seitlich einfallendem Sonnenlicht ab. So wird verhindert, dass die Strahlen im Kamerainneren mehrfach reflektieren bzw. streuen. Dieses Streulicht führt zum einen zu matten und kontrastlosen Aufnahmen, zum anderen entstehen daraus sogenannte Blendenflecken. Dabei handelt es sich um helle Ringe, die sich, wie an einer Schnur aufgereiht, über das Bild hinwegziehen. Manchmal werden Blendenflecken bewusst als Stilmittel eingesetzt. Jedoch wird die Qualität des Fotos dann beeinträchtigt, wenn wichtige Details durch sie überdeckt werden. Auch wenn die Lichtquelle gar nicht im Bild sichtbar, aber auch nicht weit vom Bildrand entfernt ist, kann sie noch durch Streulicht Blendenflecken hervorrufen. Deswegen ist es empfehlenswert, die Gegenlichtblende stets am Objektiv befestigt zu lassen. Meist reicht es zwar, einfach einen Schritt in den Schatten zu gehen um den direkten Sonneneinfall in die Linse zu vermeiden, doch nicht immer ist genug dafür Zeit vorhanden. Viele Fotomomente sind schliesslich flüchtig und entstehen so schnell nicht wieder. Sinnvoll ist eine Gegenlichtblende allerdings nicht, wenn bewusst direkt in die Sonne fotografiert wird, Blendenflecken lassen sich dann nicht vermeiden. Das praktische Kamera-Utensil ist im Übrigen nicht nur für das Fotografieren im Freien geeignet. Es kommt beispielsweise auch in Fotostudios zum Einsatz, da auch dort Lichtquellen abgeschirmt werden müssen.

Blendenflecke entstehen durch seitlich einfallendes Streulicht.

Mechanischer Schutz durch eine Gegenlichtblende

Gegenlichtblenden werden auch eingesetzt, um gegen äussere Störfaktoren wie Witterung, Schmutz oder lästige Fingerabdrücke auf der Linse zu schützen. Ausserdem halten sie Kratzer und Schläge ab, etwa wenn die Kamera beim Laufen über die Schulter gehängt wird.

Hinsichtlich des Materials lässt sich zwischen Modellen aus Aluminium, Metall, Plastik oder Gummi wählen. Modelle aus Plastik oder Aluminium sind leichter als Metall und können Stösse gut abfedern. Blenden aus Gummi können dagegen leichter verstaut werden, sind dafür aber weniger widerstandsfähig. Neben den Vorteilen der verbesserten Bildqualität und dem mechanischen Schutz werden Gegenlichtblenden nicht zuletzt auch wegen ihres professionellen Looks als Kamera-Accessoire verwendet.

Die Gegenlichtblende schützt das Objektiv auf Reisen.

Gegenlichtblenden für verschiedene Kameratypen

Die meisten Objektive sind bereits mit einer Gegenlichtblende ausgestattet. Ist das nicht der Fall, empfiehlt es sich beim Kauf, ein passendes Modell entsprechend des Herstellers der Kamera zu wählen. Kompatibilitätsprobleme lassen sich so vermeiden.

Gegenlichtblenden werden entweder geschraubt oder geklemmt und sind dann sofort einsatzbereit. Jedoch passen sie nur auf Kameras, die ein passendes Filtergewinde haben. Während sich Spiegelreflexkameras einfach nachrüsten lassen, ist dies bei Kompaktkameras häufig nicht der Fall. Hier bietet es sich an, einfallendes Sonnenlicht einfach mit der Hand abzuschirmen. Bei einigen Digitalkameras sind an der äusseren Glasscheibe des Objektivs die nicht benötigten Flächen bereits vom Hersteller abgedeckt. Es entsteht ein rechteckiger Lichteintritt, so dass schräg einfallendes Licht nicht so leicht in das Innere des Objektivs fallen kann.

Besonderheiten von Weitwinkel- und Teleobjektiven

Vielfach eingesetzt werden Universalgegenlichtblenden, die für einen Brennweitenbereich von 50 – 200 mm verwendbar sind. Für das Fotografieren mit Weitwinkel- und Teleobjektiven sollte aber auf die optimale Form und Länge geachtet werden. Hat die Gegenlichtblende nämlich nicht die richtige Form, entsteht der sogenannte Vignettierungs-Effekt. Die Gegenlichtblende ragt dann in das Foto und es entstehen unschöne Abschattungen an den Bildrändern. Generell gilt die Regel: Je länger die Brennweite ausfällt, desto länger sollte auch die Gegenlichtblende sein. Weitwinkelobjektive haben kleine Brennweiten unter 50 mm, sie brauchen also auch entsprechend kleine Gegenlichtblenden. Für Weitwinkelobjektive eignen sich ausserdem tulpenförmige Modelle. Die grossen Blätter halten Streulicht von oben und unten ab. Die kleinen Blätter vermeiden Vignettierungen im Bild. Für Teleobjektive mit grossen Brennweiten über 50 mm eignen sich Gegenlichtblenden in Kegelform.

Gegenlichtblenden in Kegel- und Tulpenform.

Quelle: Geni | CC BY-SA 3.0

Abschattungen im Bild entstehen aber auch dann, wenn Gegenlichtblenden beim Fotografieren mit Blitz benutzt werden. Sie sollten dann lieber abgenommen werden.

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