Mann mit roter Regenjacke fotografiert.

Fotografieren bei Schlechtwetter – Tipps für gelungene Fotos

Ein herausragender Landschaftsfotograf sagte einmal: „Es gibt kein schlechtes Wetter – nur unterschiedliche Typen von Licht.“ Und er hat recht. Nur weil das Licht etwas dumpf erscheint, heisst das noch lange nicht, dass keine tollen Fotos bei Schlechtwetter möglich sind. Man muss nur etwas um die Ecke denken.

1.      Die richtige Ausrüstung

Der erste Tipp ist zugleich der bedeutendste. Nur wer gut auf die bevorstehenden Gegebenheiten vorbereitet ist, kann wunderbare Bilder einfangen. Da wäre zum Beispiel die Kleidung. Schlechtwetter bedeutet oft Nässe und Kälte. Für Foto-Ausflüge sollte man sich dementsprechend warm und regengeschützt kleiden. Damit auch die Kamera vor den äusseren Widrigkeiten sicher ist, empfehlen sich spezielle wasser- und wetterfeste Kamerataschen. Damit ist das Equipment weitestgehend geschützt.

Gerade weil die Lichtverhältnisse unter schlechten Wetterbedingungen sehr schwierig sind, ist ein Kamerastativ Pflicht. Die notwendigen langen Belichtungszeiten würden das Bild sonst unscharf werden lassen.

2.      Regentropfen

Obwohl nicht viele Menschen etwas für Regen übrighaben, so hat er doch seine Vorteile. Besonders nach einem Schauer können einzigartige Regenbilder entstehen. Hier bieten sich vor allem Makroaufnahmen von Regentropfen an. Ein beliebtes Motiv ist Glas, an welchem Regentropfen abperlen – zum Beispiel an einem Fenster mit Innenstadtkulisse im Hintergrund.

Abperlende Regentropfen am Fenster

Der verschwommene Hintergrund und die gedämpfte Stimmung regen zum Nachdenken an. Am schnellsten gelangt man zu so einem Bild, indem man mit weit offener Blende auf die Regentropfen fokussiert. Dadurch wird der Hintergrund unscharf.

3.      Reflexion

Wer sich nach dem Regenschauer nach draussen traut, kann mit Spiegelungen in den übriggebliebenen Pfützen experimentieren. Die Reflexionen eignen sich wunderbar, um Menschen und Gebäude festzuhalten. Wasserlachen auf dunklem Asphalt heben den Kontrast des eigentlich Gesehenen und lassen alles etwas klarer erscheinen.

Mit den Reflexionen einer Pfütze lässt sich hervorragend experimentieren

4.      Blitze

Gewitter können sehr beeindruckend sein. Am meisten faszinieren jedoch die energiegeladenen Blitze, die auf die Erde niedergehen. Um atemberaubende Blitz-Fotos bei diesem Schlechtwetter zu schiessen, sollte man jedoch einiges beachten. Da Blitze sehr gefährlich werden können, hat die eigene Sicherheit höchste Priorität. Keiner sollte sich wegen eines Bildes in Lebensgefahr bringen. Wälder, hohe Steinhänge, Häuser und Faradaysche Käfige schützen am besten vor Blitzen.

Blitze lassen sich auch aus sicherer Entfernung fotografieren.

Da Blitze nur für einen Moment am Himmel zu erkennen sind, benötigt man lange Belichtungszeiten. Für scharfe Bilder sorgen ein Stativ und die Fokussierung ins Unendliche. Der Autofokus würde hier versagen. Ausserdem empfiehlt sich ein ISO-Wert von 100. Mehr Tipps dazu gibt es hier.

5.      Küste und Brandung

Wie beim Fotografieren von Blitzen kommt es auch bei Aufnahmen der Brandung auf den richtigen Moment an. Das macht diese Disziplin in der Landschaftsfotografie so schwierig aber auch aufregend.

Gischt in der Brandung mit kurzer Verschlusszeit festgehalten.

Um das weissliche Gemisch aus Wasser und Luft – die Gischt – einzufangen, benötigt man extrem kurze Belichtungszeiten. Ausserdem muss die Blende weit geöffnet (kleine Blendenzahl) sein und gegebenenfalls die Empfindlichkeit von Sensor oder Film erhöht werden. Mit einem Weitwinkel kann aufspritzende Gischt aus der Nähe fotografiert sehr eindrucksvoll wirken.

Im Gegensatz dazu können Küstenmotive auch sehr viel weniger dynamisch sein, sogar fast eine beruhigende Wirkung hervorrufen.

Sehr lange Belichtungszeiten lassen den Hintergrund verwaschen.

Mit Hilfe eines Stativs und sehr langen Belichtungszeiten lassen sich Details im Wasser, der Brandung und auch im Himmel nahezu auswaschen. Ist es dann noch ein wenig dunstig, lässt sich der Horizont lediglich noch erahnen.

6.      Nebel und Dunst

Nebel entsteht, wenn das Wasser der unteren Luftschichten kondensiert. Die Luft ist also voller kleiner Wassertröpfchen, die das vorhandene Licht in alle Richtungen streut. Durch dieses diffuse Licht entsteht ein weisser Schleier.

Nebel im Gebirge

Vor allem in Gebieten mit viel Wasser, z.B. Flüssen, Mooren und Wiesen, lässt sich Frühnebel im Frühling, Herbst oder milden Wintern gut beobachten. Zum Fotografieren eignet sich ein zarter Schleier besser als dicker undurchsichtiger Nebel. Mit Blitzlicht kann natürlich nicht fotografiert werden. In diesem Fall würde die Reflexion der kleinen Wassertröpfchen das Bild nur überhellen.

7.      Schnee und Eis

Wunderschöne Landschaften lassen auch im Winter Fotografenherzen höherschlagen. Neben der Kälte gibt es aber auch noch andere Dinge zu beachten, damit das perfekte Winterbild entsteht. Das grösste Problem beim Fotografieren von Schnee ist die Reflexion des Lichts. Durch den grossen Anteil des zurückgeworfenen Lichts wird so mancher Belichtungsmesser irritiert. Der automatische Weissabgleich bei Digitalkameras ist durch den zu hohen UV-Anteil überfordert und das Ergebnis ist meist enttäuschend. Stellen Sie den Weissabgleich auf manuell um. Die Farbtemperatur sollte nun zwischen 7.000 und 10.000K eingestellt werden.

Fotografieren im Winter bei Schlechtwetter

Wer länger im Kalten unterwegs ist, sollte an Ersatzakkus denken, da sich Batterien bei Kälte schneller entladen. Wieder zu Hause angekommen, sollten die Objektive nicht sofort in das wärmste Zimmer. Durch zu schnelles Aufwärmen kann sich Kondenswasser an den Linsen bilden und spätere Fotografien beeinträchtigen.

Fazit

Es muss nicht immer schönes Wetter und Sonnenschein sein. Auch Schlechtwetter bietet unzählige Möglichkeiten für Fotografen, herumzuexperimentieren und tolle Bilder einzufangen. Durch die Naturgewalten auf der Erde entstehen einzigartige dynamische Bilder, wohingegen jedes Bild am Strand bei Sonnenschein geradezu langweilig erscheint. Schlechtwetter-Fotografen sollten auf jeden Fall auf die richtige Vorbereitung achten und gegebenenfalls wetter- und regenfeste, warme Kleidung tragen und auch ihr Equipment vor allen Widrigkeiten schützen. Ein Stativ ist in den meisten Fällen obligatorisch.