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Motive in der Fotografie: Landschaften

Schritt für Schritt zum perfekten Fotografie-Verhalten: Unser Online-Fotokurs liefert nützliche Tipps für die richtige Ausrüstung, wichtige Einstellungen und Aspekte der Bildgestaltung in unterschiedlichen Lektionen. So lassen Sie beim Fotografieren von Landschaften, Architektur oder Objekten wirkungsvolle Fotomotive entstehen, die nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

Bildausschnitt und Perspektive

Zuallererst kommt es auf den richtigen Bildausschnitt und die Perspektive an. Beides entscheidet über die Wirkung und Stimmung im Bild.

Neben eindrucksvollen Berglandschaften, schier endlosen Weiten und spiegelnden Wasseroberflächen ist es insbesondere der Himmel, der die Stimmung eines Landschaftsfotos an den Betrachter übermittelt. Zu allen Jahreszeiten und Wetterlagen können Himmel und Wolken das jeweilige Motiv besonders in Szene setzen.

Harmonisches Landschaftsbild mit eindrucksvollen Wolken

Um den optimalen Bildausschnitt zu finden, in welchem ein harmonisches und interessantes Verhältnis von Himmel und Landschaft besteht, lohnt es sich, die „Drittel-Regel“ anzuwenden.

Diese stellt eine vereinfachte Form des „goldenen Schnitts“ dar und sorgt für harmonische und interessante Proportionen im Bild. Hierbei wird der Bildausschnitt gedanklich durch jeweils zwei horizontale und vertikale Linien in neun gleich grosse Teile unterteilt. Manche Kameras bieten die Möglichkeit diese Hilfslinien im Sucher und im Display einzublenden. Das Hauptmotiv, wie etwa ein Leuchtturm, ein herausstechender Berg oder die Sonne, sollte dabei entlang der Linien oder an deren Schnittpunkten platziert werden. Vor allem für Einsteiger der Landschaftsfotografie ist die Drittel-Regel eine gute Orientierung, um Landschaftsmotive eindrucksvoll einzufangen.

Neben den optimalen Proportionen im Bild spielt auch die Perspektive, aus welcher das Foto aufgenommen wurde, eine wichtige Rolle für die Bildwirkung. Um spannende Landschaftsmotive zu erhalten, sollten beim Fotografieren verschiedene Kamerastandpunkte ausprobiert werden. So kann dem Foto durch die richtige Perspektive, die für Landschaftsmotive so typische, räumliche Wirkung verliehen werden. Diese wird besonders deutlich, wenn das Bild in Vordergrund, Mitte und Hintergrund eingeteilt werden kann. Ist eine klare Trennung nicht möglich, wie etwa bei einer sich lang erstreckenden Blumenwiese oder einem Weizenfeld, gibt eine möglichst bodennahe Kameraposition dem Foto die gewünschte Tiefenwirkung.

Ausrüstung

Ob Kompaktkamera oder DSLR – Grundsätzlich kann jede Kamera tolle Landschaftsaufnahmen festhalten. Um besondere Motive mit beeindruckenden Effekten zu erhalten, eignen sich vor allem Kameras, deren Einstellungen wie Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert manuell angepasst werden können.

Die Wirkung und Perfektion von Landschaftsfotos wird darüber hinaus natürlich auch vom verwendeten Objektiv beeinflusst. Hierbei spielt vor allem die Tiefenschärfe eine wichtige Rolle. Objektive mit einer Brennweite zwischen 18 und 100 Millimetern sind in der Regel gut für Landschaftsaufnahmen geeignet. Diese ermöglichen neben einem leichten Weitwinkel auch die entsprechende Brennweite für eine gute Tiefenschärfe. Die beste Bildqualität erreichen Objektive mit Festbrennweiten.

Um die Ergebnisse zu perfektionieren und einen grösseren Bildausschnitt umfassen zu können, verwenden ambitionierte Landschaftsfotografen und Profis meist Weitwinkelobjektive.

Für schöne Landschaftsfotos im Morgengrauen, in der Abenddämmerung und bei ähnlich schlechten Lichtverhältnissen sind lange Belichtungszeiten erforderlich, um scharfe Fotos zu erhalten. Ein robustes Stativ sorgt für eine feste Kameraposition und verhindert somit verwackelte oder unscharfe Bilder. Um Einstellungsänderungen und das Auslösen vornehmen zu können, ohne die Kamera ungewollt zu bewegen, ist ein Fernauslöser eine tolle Ergänzung zur Verwendung eines Stativs.

Landschaften: Beeindruckende Alpenlandschaft mit schneebedecktem Berg

Für besondere Effekte und zum Ausgleichen der Lichtverhältnisse ist eine Reihe an speziellen Filtern im Handel erhältlich, die bei passionierten Landschaftsfotografie häufig zum Einsatz kommen. So sorgen beispielsweise Verlaufsfilter für ein Abdunkeln des Himmels bzw. des oberen Bildteiles, welcher nach unten hin klarer und heller wird. Ebenfalls gern benutzt wird der Polarisationsfilter, welcher intensivere Farben und Reflexionen entstehen lässt.

Wichtige Einstellungen

Die Vielzahl an Einstellungsoptionen, die etwa eine DSLR oder eine Kompaktkamera bieten, ermöglicht eine optimale Anpassung der Kamera an die Aufnahmebedingungen bei der Landschaftsfotografie.

Um die maximale Bildqualität auszunutzen, die der Bildsensor der Kamera liefert, sollte die höchstmögliche Auflösung eingestellt werden. So können die Fotos im Nachhinein zur Perfektion nochmal zugeschnitten und bearbeitet werden, ohne an Bildqualität zu verlieren.

Landschaften: Scharfes Wintermotiv trotz schwieriger Lichtverhältnisse

Beim Fotografieren von Landschaften können vor allem die oft schwierigen Lichtverhältnisse, wie dichte Wolken, Nebel oder Dämmerung, eine Herausforderung für den Fotografen darstellen. Durch die entsprechende Anpassung der Lichtempfindlichkeit des Bildsensors können diese ausgeglichen werden oder durch gezielte Betonung für eine besondere Stimmung im Bild sorgen.

Um bei schlechten Lichtverhältnissen verwacklungsfreie Fotos zu schiessen, sollte der ISO-Wert daher auf mindestens 200 eingestellt werden, da der standardmässig eingestellte Wert von 100 meist zu niedrig ist. Je höher der ISO-Wert ist, desto geringer ist die benötigte Verschlusszeit. Den optimalen Wert für die gegebenen Lichtverhältnisse kann man jedoch nur durch Ausprobieren herausfinden. Eine zu hohe Lichtempfindlichkeit des Sensors führt wiederum zu erhöhtem Bildrauschen und schwächeren Kontraste, da die Sensorleistung bei einer solchen Ausreizung nachlässt.

Wie lange der Bildsensor belichtet wird, bestimmt die Belichtungszeit oder auch Verschlusszeit. Beim Fotografieren von Landschaften reichen meist kurze Belichtungszeiten aus. Abends oder nachts muss diese manuell angepasst werden, da entsprechend mehr Licht eingefangen werden muss.

Von der Lichtempfindlichkeit zu unterscheiden ist die durch das Objektiv auf den Bildsensor einfallenden Lichtmenge. Diese wird durch die Blende reguliert, um eine Über- bzw. Unterbelichtung des Fotos zu vermeiden. Je grösser der Blendenwert, welcher im Display mit einem „f“ gekennzeichnet ist, desto weniger Licht fällt auf den Bildsensor. Die Blendeneinstellung kann jedoch gezielt als bildgestalterisches Mittel genutzt werden, um etwa den Vorder- oder Hintergrund einer Landschaft im Bild hervorzuheben:

Um den Hintergrund durch eine entsprechende Schärfentiefe hervorzuheben, muss daher ein grössere Blendenwert von mindestens 11 gewählt werden. Bei kleineren Blendenwerten wird der Hintergrund zunehmend unscharf, währen der Vordergrund mit klaren Linien hervorsticht. Um Unschärfe gezielt für die gewünschte Bildwirkung einzusetzen, muss der hervorzuhebende Bildteil fokussiert werden.

Neben der Schärfentiefe lassen sich mit Hilfe der Blendeneinstellung auch etwa die Bildwirkung von Wasser oder Lichtquellen beeinflussen. Eine geschlossene Blende, also ein hoher Blendenwert von beispielsweise 22, in Verbindung mit einer langen Belichtungszeit lässt Wasser weich und verwaschen wirken. Eine niedrige Blendeneinstellung von etwa 4 mit kurzer Belichtungszeit zeigt Wasserflächen scharf und detailliert. Genau umgekehrt funktioniert die Wirkung von Lichtquellen: Je kleiner der Blendenwert, desto verwaschener die Lichtquelle.

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