Gewitterwolken und Blitzeinschläge

Gewitterblitze eindrucksvoll fotografieren

Naturereignisse wecken bei vielen von uns ein besonders grosses fotografisches Interesse. Ein beliebtes Motiv stellen dabei Gewitterwolken und Blitze dar. Um solche Wetterereignisse fotografieren zu können, bedarf es neben etwas Glück auch einiges technischen Geschicks. Da Unwetter sowohl für eine bestimmte Region nur bedingt vorhersagbar als auch zeitlich relativ begrenzt sind, ist eine gründliche Vorbereitung für den Fall der Fälle empfehlenswert.

Ihre Sicherheit geht immer vor

Die reizvollen Foto-Motive von Gewitterwolken und Blitzen sollten Sie stets aus einer sicheren Umgebung aufnehmen, denn die Risiken von Gewitterblitzen sind nicht zu unterschätzen. Auch Aufnahmen aus dem Inneren eines Hauses oder eines Autos können trotz eventuell dazwischenliegenden Fensterscheiben einen geeigneten Standpunkt darstellen. Vielleicht bieten gerade die auf der Scheibe befindlichen Regentropfen einen besonderen Charme für das Foto.

Also denken Sie zunächst immer daran: Ihre Sicherheit geht vor. Sie sollten stets eine ausreichende Entfernung zum Gewitter einhalten.

Welche Kameraeinstellungen Sie mit einer DSLR treffen sollten

Zunächst sollte der gewünschte Bildausschnitt so gewählt werden, dass eine interessante Umgebung zu sehen ist. Empfehlenswert ist dabei zudem eine geringe Brennweite, die das grossflächige Fotografieren der Umgebung und des Himmels ermöglicht und damit die Wahrscheinlichkeit erhöht, einen Blitz zu erwischen.

Sie sollten idealerweise eine Kamera nutzen, an der Sie manuelle Einstellungen machen können, wie beispielsweise eine Spiegelreflexkamera. Die Kameraeinstellungen sind grundsätzlich davon abhängig, zu welcher Tages- beziehungsweise Nachtzeit die Aufnahmen gemacht werden. Nachtaufnahmen von Gewitterblitzen sind dabei besonders interessant. Dafür ist zunächst ein hoher Belichtungswert, also eine Langzeitbelichtung, empfehlenswert. Die meist mehreren Sekunden dauernde Verschlusszeit – je nach Häufigkeit der Gewitterblitze – erfordern eine stabile und ruhige Auflage der Kamera. Ein Stativ – am besten ein Dreibein-Stativ – stellt somit den idealen Begleiter für diese Aufnahmen dar. Weiterhin ist ein Fernauslöser zu empfehlen, der auch durch die Selbstauslöser- oder eine Intervall-Funktion der jeweiligen Kamera ersetzt werden kann, damit Sie nicht durch das Drücken des Auslösers das Motiv verwackeln.

Blitz schlägt bei Nacht in ein Feld ein

Die lange Belichtungszeit sollte in Abhängigkeit möglicher Lichtquellen, wie Strassenbeleuchtung oder Mondschein, eingestellt werden.

Da eine Langezeitbelichtung bei Tagesaufnahmen wenig gute Ergebnisse erzielt, sollten Sie tagsüber einen Neutraldichtefilter nutzen. Dieser ND-Filter stellt ein geeignetes Werkzeug dar, das überschüssig eingehende Licht zu blockieren. Die Belichtungszeit sollte dabei immer wieder angepasst werden, da die Lichtverhältnisse tendenziell stark schwanken können. Die ISO-Werte solcher Fotoaufnahmen sollten sich im Bereich von ISO 100 bis ISO 200 befinden. Die Blendenöffnung ist dabei individuell abhängig von der Situation einzustellen. Die Blendenzahl sollten Sie in Relation zur Belichtungszeit anpassen. Umso länger die Belichtungszeit gewählt wird, desto weniger starke Konturen der Wolken sind in Ihren Fotoaufnahmen zu erkennen. Tendenziell ist ein mittlerer Blendenwert von 8 zunächst ein guter Anfang.

Auch die Fokussierung sollten Sie manuell einstellen, da der Autofokus einer Kamera nicht für solch kurzweilige Momentaufnahmen geeignet ist. Der geringe Zeitraum, in dem der Blitz überhaupt erkennbar ist, reicht für die automatische Fokussierung in der Regel nicht aus. Die Ausrichtung auf die unendliche Fokussierung ist dabei empfehlenswert. Alternativ können Sie einen weiter entfernten Punkt innerhalb des Bildausschnittes zur Fokussierung wählen.

Blitz schlägt in Berge ein – das helle Licht zwischen dunkelblauen Wolken ist gut erkennbar

Alternative zu DSLR – Blitze mit Kompaktkamera und Smartphone fotografieren

Unwetter kommen oft unverhofft auf und natürlich ist man nicht immer darauf vorbereitet. Da die Spiegelreflexkamera samt Objektiven nicht immer zur Hand ist, können Gewitter und Blitze auch mit Kompaktkameras und Smartphone-Kameras fotografiert werden. Das Ergebnis ist natürlich ein anderes als mit Profiausstattung und manuellen Einstellmöglichkeiten.

Die Kameras von Smartphones bieten zahlreiche Filter und Einstellungen an, die es uns ermöglichen, Fotos von immer höherwertigerer Qualität anzufertigen. Können die Blende, die Belichtungszeit und der ISO-Wert manuell eingestellt werden, sind relevante Bedingungen für das Gelingen solcher Aufnahmen gegeben. Zudem erleichtern Serienbild-Funktionen das Einfangen von Gewitterblitzen. Auf diesem Weg werden nacheinander zahlreiche Fotos in kürzester Zeit aufgenommen, unter denen bestimmt ein gutes Ergebnis zu finden ist.

Weiterhin können auch Apps verwendet werden, die das nachträgliche Einfügen oder sogar das Fotografieren eines Blitzes bis zu drei Sekunden nach dem Ereignis ermöglichen. Für Android-Geräte kann hier die App Blitz Kamera, für iOS-Nutzer die App iLightningCam Lite genutzt werden.

Die manuelle Fokussierung kann mittlerweile auch bei einigen Kompaktkameras genutzt werden. Wenn dann auch die wesentlichen Parameter manuell einstellbar sind, steht dem Traumfoto kaum etwas im Wege. Wie bei Aufnahmen mit einer Spiegelreflexkamera sind ein Stativ und ein Fern- oder Selbstauslöser auch beim Fotografieren mit dem Smartphone oder der Kompaktkamera nützlich. Eine anschliessende Bildbearbeitung rundet die Ergebnisse der Fotoaufnahmen ab.

Fazit

Optimale Ergebnisse kann man mit Spiegelreflexkameras und den entsprechenden manuellen Einstellungen erzielen. Die Kameras vom Smartphones bieten zwar teilweise auch manuelle Einstellungsoptionen wie ISO-Werte und Blendenzahl, ein auf unendlich ausgerichteter Fokus ist jedoch kaum einstellbar. Einzig viel Geduld, etwas Glück und eine anschliessende Bildbearbeitung bleiben den Smartphone-Fotografen. Alternativ muss bisher noch auf zusätzliche Apps zurückgegriffen werden.

Und denken Sie stets daran: Ob in den Bergen, zu Hause oder in den Ferien – bringen Sie sich selbst nie in Gefahr. Viel Erfolg beim Ausprobieren!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.