Der Sonnenaufgang wird im Wasser reflektiert

Beeindruckende Naturfotos im Morgengrauen schiessen

Kaum eine Tageszeit übt auf uns einen so grossen Reiz aus wie der Morgen. Bei Tagesanbruch, wenn alles schläft und es draussen noch ruhig ist, wird man sich der Schönheit der Natur bewusst. Vielleicht deshalb verspüren viele Menschen den Drang, bereits bei Tagesanbruch hinaus zu gehen und ihre Eindrücke festzuhalten.

Neben dem frühen Aufstehen, um ein wirklich schönes Foto vom Sonnenaufgang oder der Morgendämmerung hinzubekommen, sind es vor allem die besonderen Lichtverhältnisse, die den Amateurfotografen das Leben schwermachen. Mit unseren Tipps schiessen Sie dennoch beeindruckende Naturfotos in der Morgendämmerung. Vielleicht motivieren die Tipps zum frühen Aufstehen, oder Sie schaffen es, bei der nächsten Wanderung einen tollen Schnappschuss zu machen.

Die Sonne geht mit beeindruckendem Lichtspiel über dem Watzmann auf

Quelle: Björn Jacob

Die Vorbereitung

Eines ist klar: Fotos bei Tagesanbruch sind nichts für Morgenmuffel. Gerade in den wärmeren Jahreszeiten bricht der Tag sehr früh an, weshalb ein Aufstehen mitten in der Nacht unvermeidbar ist. Es lohnt sich jedoch, da in Morgensonne getauchten Naturfotos etwas Magisches innewohnt. Neben einer guten Kamera ist ein Stativ bei einer solchen Aktion ein sinnvolles Kamerazubehör. Da Fotos im Morgengrauen mit einer langen Belichtungszeit geschossen werden, würden sie ohne Stativ verwackeln. Wenn Sie also keine ausserordentlich ruhige Hand haben, sollten Sie auf eine stabile Unterlage nicht verzichten. Dies muss nicht zwingend ein stehendes Stativ sein, mitunter genügt auch ein Stein oder, wenn der Boden uneben ist, ein Bohnensack-Stativ. Zudem sollte genügend Zeit eingeplant werden. Der Sonnenaufgang an sich dauert nur wenige Minuten, jedoch ergeben sich auch in der frühen Morgensonne noch schöne Motive. Wenn Sie schon einmal dabei sind, lässt sich bestimmt noch der ein oder andere Schnappschuss machen. Es ist ausserdem nicht verkehrt, das Gebiet bereits im Vorhinein bei Tageslicht zu erkunden – dann finden Sie sich im Morgengrauen besser zurecht.

Noch ein Tipp: Achten Sie am Tag zuvor auf die Wettervorhersage – so eine Tour lohnt sich nur bei gutem Wetter, da bei einem bedeckten Himmel die schönen Lichtverhältnisse nicht zur Geltung kommen.

Am Spinnennetz hängt noch der Morgentau

Quelle: René Gropp

Technische Einstellungen an der Kamera für scharfe Bilder

Neben der bereits erwähnten langen Belichtungszeit, die wegen der ständig wechselnden Lichtverhältnisse unabdingbar ist, können noch weitere Einstellungen an der Kamera vorgenommen werden, um besonders gute Ergebnisse zu bekommen.

Ein wichtiger Punkt für schöne Fotos bei Sonnenaufgang ist der ISO-Wert. Dieser sollte möglichst niedrig gehalten werden, da das Bild wegen der relativ dunklen Umgebung sonst anfängt zu rauschen. Daneben sollte eine Blende von mindestens 8, besser 11, gewählt werden. Da die Motive teilweise weit entfernt sind, bringt man mit einer höheren Blende eine gute Tiefenschärfe hinein. Zu guter Letzt sollten Sie Ihre Fotos am Besten im RAW Format machen – falls Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, können Sie dieses später besser nachbearbeiten.

Der Sonnenaufgang wird im Wasser reflektiert

Quelle: Gundel Woite

Das Wasser als Spiegel nutzen

Gewässer sehen auf Naturfotos immer besonders schön aus, da sie eine gewisse Ruhe und Harmonie ausstrahlen und die Farben der Morgendämmerung reflektieren. Nutzen Sie Wasser als Spiegelobjekt für etwas Anderes, das im Mittelpunkt des Fotos steht. Dies könnte beispielsweise eine Brücke, ein Haus oder ein besonders schöner Baum sein, der sich auf der Wasseroberfläche spiegelt. Wichtig hierbei ist, dass eine Verschlusszeit von mindestens 30 Sekunden gewählt wird, damit das Wasser ruhig und glatt wirkt.

Sonnenaufgang über der Stadt

Quelle: René Gropp

Perspektiven wechseln und Motive variieren

Auch wenn Sie sich bestimmt einen Plan gemacht haben, was Sie wann und wie fotografieren möchten – es kommt meist anders, als man denkt. Es ist sicherlich nicht verkehrt, mit einer gewissen Vorstellung loszuziehen, damit Sie schlussendlich nicht an der falschen Stelle stehen und sich den schönen Sonnenaufgang durch die Lappen gehen lassen. Fakt ist aber auch, dass die besten Motive meist zufällig entstehen.

Probieren ist also angesagt! Mal stehend, mal liegend, mal von einem kleinen Baum aus – der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Wenn Sie die Perspektiven variieren, haben Sie später eine grössere Auswahl an brauchbarem Material. Es ist ausserdem nicht ratsam, sich auf ein bestimmtes Motiv zu versteifen. Sicher, die historische Brücke sieht im Morgengrauen besonders schön aus, es gibt jedoch bestimmt noch weitere Motive, die bei genauerem Hinsehen magisch wirken. Einfach mal umschauen, Sie werden staunen, was für tolle Fotos am Ende entstanden sind.

Schlussendlich sind Fotos in der Morgendämmerung anspruchsvoll und sicher nichts für Morgenmuffel. Wenn man sich jedoch überwindet, wird man mit traumhaften Fotos belohnt. Die Natur hat unheimlich viel zu bieten, da lohnt es sich, mal etwas früher aufzustehen. Mit unseren Tipps sind Sie nun optimal vorbereitet und können sich für morgen früh einen Wecker stellen.