Arbeiten mit Schatten in der Lost Places Fotografie mit Gegenlicht

Lost Places im Gegenlicht fotografieren

Ein Ratschlag aus der Fotografie lautet: „Niemals im Gegenlicht fotografieren“. Dieser Rat ist jedoch längst veraltet. Fotografieren mit Gegenlicht ist das Fotografieren in Lichtrichtung. Machen Sie sich das Licht zunutze: Denn das Gegenlicht ermöglicht viele Gestaltungsmöglichkeiten und kann ein Foto richtig aufwerten. Daneben können einzigartige (un)gewollte künstlerische Effekte entstehen. Vor allem in der Lost Places-Fotografie wird dem Fotografieren mit Gegenlicht eine steigende Bedeutung zugeschrieben. Ein wenig Erfahrung und eine Kamera mit manuellen Einstellmöglichkeiten sind unabdingbare Voraussetzungen für gelungene Gegenlicht-Fotos.

Lost Places – eine alte Industriehalle mit Gegenlicht fotografiert

Quelle: Lydia Hülle

Die richtige Kameraeinstellung für Gegenlicht

Beim Fotografieren in Richtung des Lichts sind einige Einstellungen an der Kamera unverzichtbar. Ein genereller Tipp: Für gute Ergebnisse sollte auf jeden Fall im manuellen Modus fotografiert werden. Auf den Automatikmodus sollte man besser verzichten, denn dieser wird mit der Situation nicht zurechtkommen.

Wichtig im manuellen Modus sind vor allem die Einstellungen der Lichtempfindlichkeit und Blendenöffnung. Je nach Lichtsituation und Kameratyp kann die Einstellung hier variieren. Der ISO-Wert sollte dabei immer so niedrig wie möglich eingestellt werden. Am besten eignen sich Werte um ISO 100. Bei der Blende sollte die Einstellung am besten f/8 betragen. Die Brennweite sollte im Normalbereich liegen. Generell sollte bei Gegenlicht besser mit einer kleinen Blendenöffnung gearbeitet werden. Die richtige Einstellung wird meist aber erst durch Ausprobieren gefunden, denn jede Situation ist individuell.

Wenn möglich, sollte der automatische Weissabgleich der Kamera ausgeschaltet sein. Der Blitz sollte bei Fotografien mit Gegenlicht nur dann benutzt werden, wenn wichtige Objekte in den Vordergrund gerückt werden sollen.

Für alle, die schon etwas Erfahrung mitbringen, lohnt sich eine Streulichtblende. Durch sie wird die Gefahr einer unerwünschten Kontrastreduktion und Blendenflecken im Bild vermieden. Leider lässt sich dieses Hilfsmittel nur bei der Spiegelreflexkamera verwenden. Für andere Kameratypen gibt es keine derartigen Hilfsmittel.

Lost Places mit Gegenlicht fotografiert - das Motiv von drei Fenstern erscheint dunkel

Quelle: Lydia Hülle

Diese Kniffe sind hilfreich bei Gegenlicht

Für das Fotografieren mit Gegenlicht ist etwas Übung gefragt. Das eigentliche Motiv wird dabei oft sehr dunkel. Besonders häufig kann das Problem von Blendenreflexen auftreten, welche in Form der verwendeten Blende auf dem Bild sichtbar sein können. Je nach Blendenform können diese Flecken dann eckig oder rund sein. Das muss allerdings nicht schlecht sein, denn dadurch können einzigartige künstlerische Effekte entstehen.

Bei Sonnenuntergang, Nebel und leichtem Regen sowie Porträtaufnahmen lohnt sich das Fotografieren mit Blitz. Bei Sonnenlicht sollten die Schatten, die das Gegenlicht dem Fotografen entgegenwirft, genutzt werden, denn dabei treten die Farben in den Hintergrund. Dann können schöne Effekte im Bild sichtbar werden. So können interessante Lichtsäume um die Konturen und Umrisse entstehen, die Objekte als geheimnisvolle Silhouetten wirken lassen.

Arbeiten mit Schatten in der Lost Places Fotografie mit Gegenlicht

Quelle: Lydia Hülle

Mit diesen Tipps gelingt das perfekte Foto bei Gegenlicht

  1. Wenn möglich, in den Schatten gehen – Die direkte Sonneneinstrahlung sollte am besten vermieden werden, da dadurch nicht nur das Objektiv, sondern auch das Auge Schaden nehmen können.
  2. Einen Aufhellblitz verwenden – Der Aufhellblitz reflektiert das Licht auf das Motiv zurück. So wird dafür gesorgt, dass die Objekte in den Vordergrund gerückt werden.
  3. Gegebenenfalls die Perspektive wechseln – Oftmals gelingen nicht gleich auf Anhieb gute Aufnahmen. Es lohnt sich daher, auch mal die Perspektive zu wechseln.
  4. Eine Gegenlichtblende verwenden – Um unschöne Reflexionen im Bild zu vermeiden, sollte bei der Spiegelreflexkamera eine Gegenlichtblende auf das Objektiv aufgesetzt werden.
  5. Einen Filter benutzen – Es kann hilfreich sein, einen Graufilter für diese Gegenlichtbilder zu verwenden. Dann entsteht eine reduzierte Wirkung des Lichteinfalls.
Die Effekte mit Gegenlicht sind unterschiedlich – an diesem Lost Place erscheinen Lichtspiele in der Fensterscheibe

Quelle: Lydia Hülle

Für das Fotografieren mit Gegenlicht wird keine teure Kamera benötigt. Im Prinzip können tolle Schnappschüsse mit allen digitalen Kameras gemacht werden, die mit umfangreichen manuellen Einstellungsmöglichkeiten ausgestattet sind.