Abbildung eines Smartphone mit der Instagram App

Fotografieren für Instagram & Co.

Sich auf Instagram und anderen sozialen Netzwerken die Aufmerksamkeit anderer Nutzer zu ergattern, scheint unter der grossen Konkurrenz nahezu unmöglich. Schliesslich tummeln sich neben den vielen Hobby-Fotografen auch unzählige Profis. Aber auch Sie können mit den richtigen Tipps und Tricks bald zu den ganz Grossen gehören.

Tipp 1: Den eigenen Stil finden

Schaut man sich die erfolgreichsten Instagram-Profile an, so kann man schnell erkennen, dass deren Beiträge zu meist stilistisch, thematisch oder farblich miteinander harmonieren. Manche wählen für ihr Profil einen eher düsteren Look, andere wiederrum halten es sehr farbenfroh, posten nur Schwarzweiss-Aufnahmen oder Fotos im Retro-Stil.

Follower wissen gerne, womit Sie es zu tun haben. Deshalb sollten Sie überlegen, was zu Ihnen passt und Ihren eigenen Stil finden. Laden Sie nur Fotos hoch, die optisch und thematisch in die Atmosphäre Ihrer anderen Beiträge passen.

Life along the river

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Canadian coastlines

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Auf diesen beiden Instagram-Profilen von Dylan Furst und Vivienne Mok erkennt man ganz klar, dass die Bilder eine einheitliche Farbgebung aufweisen. Zudem verfolgen beiden jeweils ein einheitliches Thema.

Tipp 2: Die richtige Motivwahl

Jeder Film benötigt einen Hauptdarsteller, so auch Ihre Aufnahmen. Der Fehler bei vielen Aufnahmen ist, dass diese gleich zwei, drei oder noch mehr Motive abbilden – wodurch der Betrachter nicht weiss, auf welches Motiv er sein Augenmerk richten soll. Das Foto wirkt dadurch nicht sehr attraktiv und wird uninteressant. Fotografieren Sie deshalb nicht wahllos irgendwelche Gegenstände oder Landschaften. Konzentrieren Sie sich auf ein bestimmtes Motiv. Dabei muss es sich nicht immer um eine konkrete Person oder einen Gegenstand handeln. Auch eine Menschengruppe, eine Tierherde, ein bestimmter Strassenzug oder eine Gasse können Ihr Hauptdarsteller sein.

So long #Vienna. Until we meet again.

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Tipp 3: Das Motiv richtig in Szene setzen

Ist das richtige Motiv gefunden, gilt es nun, dieses in Szene zu setzen. Hier hilft die allseits bekannte Drittelregel weiter. Bei der Drittelregel wird der Bildausschnitt durch zwei horizontale und zwei vertikale Linien in neun gleiche Teile geteilt. Die vier Schnittpunkte, welche durch die Teilung entstehen, gelten als die Punkte in einem Bild, die die meiste Aufmerksamkeit des Auges anziehen. Daher sollte das Motiv auf einem dieser Schnittpunkte platziert werden. Da sich dieses Raster auch bei jedem Smartphone über die Kamera-App einblenden lässt, steht den perfekten Schnappschüssen auch unterwegs nichts im Wege. Ein weiterer Faktor für ein ästhetisches Bild ist die Ausrichtung des Motivs. Auf dem Foto sollte nichts schief wirken. Auch hier helfen die Linien der Drittelregel, um beispielsweise Gebäude oder Kanten daran auszurichten.

Wirkung der Drittelregel – Motiv auf den Schnittpunkten platzieren

Wenn ein sehr gelungener Schnappschuss lediglich leicht schief erscheint, kann dies auch im Nachhinein behoben werden. Sowohl die Smartphone-Software selbst als auch Instagram bieten die Möglichkeit, eine nachträgliche Ausrichtung bei einem bereits aufgenommenen Foto vorzunehmen und die Aufnahme somit zurecht zu rücken.

Veranschaulichung der Drittelregel auf dem Smartphone: Bilder geraderücken

Mit Hilfe der Drittelregel lassen sich schiefe Aufnahmen geraderücken.

Neben der Drittelregel, kann auch die Schärfentiefe dabei helfen, Ihr Motiv richtig in Szene zu setzen. Damit Ihr Motiv unmittelbar im Vordergrund Ihrer Aufnahme steht, gilt es, die Schärfentiefe klein zu halten. Leider fehlen bei den meisten Smartphones diverse Einstellungsmöglichkeiten, um diesen Effekt zu erzielen. Dennoch gibt es hierfür einen Trick: Umso weiter Sie sich von Ihrem Motiv entfernen, desto grösser ist die Schärfentiefe. Das heisst, dass Ihr Motiv und auch alles was sich dahinter befindet, scharf aufgenommen wird. Folglich wird die Schärfentiefe immer geringer, umso näher Sie mit der Linse an Ihr Objekt gehen. Somit wird der Effekt erzielt, dass das Hauptmotiv scharf und der Hintergrund verschwommen dargestellt werden. Der gleiche Effekt kann auch bei der Nachbearbeitung in der Instagram-App mit der Tilt Shift-Funktion erzeugt werden.

Auf dieser Nahaufnahme einer Uhr kann man sehr gut die geringe Schärfentiefe erkennen.

Tipp 4: Neue Perspektiven finden

Anders ist spannend. Sie können Ihrem Schnappschuss ganz leicht die gewisse Spannung verleihen, indem Sie sich an ungewohnte Perspektiven trauen. Gewohnte Blickwinkel werden allzu oft als langweilig empfunden. Deshalb begeben Sie sich doch mal in eine andere Körperhaltung: Gehen Sie in die Knie oder legen Sie sich auf den Bauch. Nutzen Sie beispielsweise auch Spiegelungen in einer Pfütze, um das Hauptmotiv in Szene zu setzen.

Mit Sicherheit gibt es hier vielerlei andere Wege um neue, unbekannte Perspektiven zu finden. Um diese zu finden gibt es dagegen nur einen Tipp. Seien Sie experimentierfreudig!


Tipp 5: Die Bildbearbeitung

Für die Bearbeitung liefert bereits Instagram verschiedene Möglichkeiten in Form von Filtern, Rahmen und Feineinstellungen zur Helligkeit, zum Kontrast und vielem mehr. Alternativ gibt es zahlreiche Apps, die Ihnen noch mehr Möglichkeiten bieten. Unter anderem stehen Ihnen Apps wie „Snapseed“ und „VSCO“ gratis sowohl im App Store als auch im Google Playstore zur Verfügung. Auch die kostenpflichtige App „Afterlight“ bietet jede Menge Filter und weitere Bearbeitungsmöglichkeiten.

Mit all diesen Apps können Sie Filter über Ihre Aufnahmen legen, die Helligkeit, den Kontrast, die Sättigung und viele andere Feineinstellungen ändern und zahlreiche Effekte einfügen. Aber auch hier heisst es wieder probieren, probieren, probieren. Finden Sie heraus welche Filter und Bearbeitungsmöglichkeiten Ihnen am besten gefallen und zu Ihnen passen.

Jedoch ist gerade bei der Bearbeitung weniger oft mehr. Der momentane Trend bei den erfolgreichsten Instagram-Profilen tendiert sehr zum natürlichen Bild. Dies sieht man sehr gut auf dem Food-Account von „anaundnina“. Die beide Foodlover mixen professionelle Aufnahmen mit spontanen Schnappschüssen. Auch die Rahmen, die in Instagram und anderen sozialen Netzwerken bei der Bearbeitung angeboten werden, werden so gut wie nie genutzt.

Screenshot der Bildbearbeitungsapps „Snapseed“, „VSCO“ und „Afterlight“

Quelle: Screenshots vom eigenen Handy

Tipp 6: Richtig posten will gelernt sein

Je nachdem wie intensiv Sie Instagram nutzen, gibt es auch beim Posten der Beiträge ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Posten Sie kontinuierlich, das heisst, wenn Sie an einem Tag mehr als einen Beitrag posten wollen, verteilen Sie diese über den Tag. Beobachten Sie, wie Ihre Follower auf Ihre Bilder reagieren. Gibt es beispielsweise Zeiten, die sich zum Posten besser eignen? Durch den neuen Algorithmus auf Instagram empfiehlt es sich zudem, nicht gleich mehrere Bilder hintereinander zu veröffentlichen, da sich diese sonst gegenseitig in der Reichweite abschneiden.

Zwei weitere Punkte, die für den Postingerfolg entscheidend sind, sind zum einen die Bildbeschreibung und zum anderen die Verwendung von Hashtags. Erzählen Sie daher kurz und knapp die Geschichte hinter Ihrem Schnappschuss und verankern Sie unter jedem Ihrer Bilder passende Stichworte als Hashtags. Sie möchten ein noch größeres Publikum erreichen? Denken Sie international, indem Sie Ihre Bildbeschreibung und Ihre Hashtags auch in Englisch unter Ihr Bild setzten.

Fazit

Auch wenn man durch die vielen Bearbeitungsmöglichkeiten aus fast jedem Schnappschuss etwas halbwegs Ansehnliches machen kann, ist es ratsam, den Fokus dennoch auf die Fotografie und nicht auf die Nachbearbeitung zu setzen. Veröffentlichen Sie mit Bedacht nur die wirklich gelungenen Aufnahmen und arbeiten Sie mit diversen Bearbeitungen und Effekten die Vorzüge Ihres Schnappschusses heraus. Finden Sie Ihren Stil und widmen Sie sich diesem voll und ganz. So bekommt Ihr Profil eine einheitliche Linie und wirkt dadurch gleich viel professioneller. Diese Veränderungen Ihres Profils werden mit Sicherheit nicht unbemerkt bleiben und Ihre Like-Quote steigern.