selbst gebauter Reflektor aus einer Aluminiumfolie

Foto-Hacks: DIY Kameraequipment selbst gebaut

Sie möchten bereits im Moment des Auslösens das Beste aus Ihrem Foto herausholen und das, ohne im Nachhinein das Bildbearbeitungsprogramm zu benutzen oder sich kostenintensives Profiequipment anzuschaffen? Manchmal können ganz normale Alltagsgegenstände aus Ihrem Haushalt mit nur wenigen Handgriffen Abhilfe schaffen.

DIY Kameraequipment ist preisgünstig und oft einfach umzusetzen. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, wie sie sich selbst einen Diffusor und einen Reflektor bauen.

DIY Diffusor für die Kamera

Ein Diffusor hilft sowohl bei Innen- als auch bei Aussenaufnahmen hartes, direktes Licht weicher zu machen und starke Licht-Schatten-Kontraste einzudämmen. Auch im Falle des Einsatzes eines Blitzes sorgt der Diffusor für die Streuung des Lichts und erzeugt somit nur sehr weiche Schatten. Diffusoren werden zwischen dem Objekt und der Lichtquelle platziert und sollten aus halbdurchsichtigen Material bestehen, damit das Licht durch das Material gelangen kann, um dieses zu streuen. Zum anderen ist es wichtig, dass das Material farbneutral ist, damit kein Farbstich auf Ihrer Aufnahme entsteht. Sie sollten ausserdem beachten, dass der Diffusor grösser sein muss als das Objekt, das Sie fotografieren möchten, da der Diffusor nur die Fläche gut ausleuchten kann, welche er auch abdeckt.

Fotografie einer Figur ohne und mit einem Diffusor

Auf dieser Darstellung sehen Sie zuerst eine Aufnahme ohne Diffusor und daneben mit Hilfe des Diffusors. Es lässt sich deutlich erkennen, dass die Aufnahme mit Diffusor einheitlich weicher ist.

Einen solchen Diffusor oder sogar mehrere Diffusoren in unterschiedlichen Grössen nachzubauen, ist ziemlich simpel. Sie benötigen nichts weiter als ein lichtdurchlässiges Material und einen Rahmen, auf welchen Sie das Material anbringen können. Für das Material können sie sowohl Papier als auch Stoffe verwenden. An dieser Stelle müssen Sie jedoch beachten, dass verschiedene Stärken an Papier oder unterschiedlich dicke Stoffe auch unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Sie sollten deshalb darauf achten, dass das Material weder zu dünn noch zu dick ist.

Tipp: Wie lichtdurchlässig ein Material ist, finden Sie schnell heraus, indem Sie das Material gegen eine Lichtquelle oder ein Fenster bei Tageslicht halten.

Der zweite Schritt ist der Rahmen. Sollten Sie nur einen kleinen Diffusor benötigen, können Sie sich einfach einen alten Bilderrahmen zu Nutze machen. Für größere Diffusoren wird ein Bilderrahmen jedoch zu schwer, um ihn noch problemlos über dem zu fotografierenden Objekt positionieren und halten zu können. Deshalb empfiehlt es sich, selbst einen Rahmen aus einem relativ leichten Material zu bauen. Dafür eigenen sich beispielsweise dünne Stäbe aus Holz oder Aluminium, welche Sie in jedem Baumarkt oder Bastelbedarf kostengünstig erwerben können, falls Sie nichts dieser Art zu Hause haben. Die Stäbe lassen sich in verschiedener Art und Weise verbinden. Je nach Material können Sie den Rahmen zusammennageln, -löten oder -kleben.

Tipp: Bei grösseren Rahmen hilft zur Stabilität eine Querverbindung gegenüber der Ecke, so dass zwischen dem Quer-Stab und den beiden Seiten, ein 45-Grad-Winkel entsteht.

Wenn Sie einen passenden Rahmen haben, müssen Sie das Material nur noch in der richtigen Grösse zuschneiden. Dabei müssen Sie berücksichtigen, dass Sie bei Stoff pro Seite etwa zwei bis fünf Zentimeter zugeben müssen, um ihn auf den Rahmen zu spannen und auf der Rückseite zu befestigen. Bei Papier reicht die Grösse des Rahmens, wenn Sie dieses direkt auf den Rahmen kleben.

selbst gebauter Diffusor aus Holz und Papier

Reflektor

Ein Reflektor dient dazu, das Licht auf die schattige Seite eines Motives zu lenken. Dies gelingt indem Sie den Reflektor hinter der unbelichteten Seite Ihres Objektes platzieren, sodass der Reflektor das darauf fallende Licht zurück auf die unbeleuchtete Seite des Motives werfen kann. Für diese Funktion kann auch schon ein Diffusor Abhilfe schaffen, dieser verschluckt jedoch einen gewissen Anteil des Lichts und erzeugt somit kein optimales Ergebnis. Deshalb sind in diesem Fall lichtundurchlässige Flächen vorteilhafter.

Fotografie einer Teekanne mit und ohne Diffusor oder Reflektor

Sie sehen zuerst eine Aufnahme ohne Hilfsmittel. Danach folgt die Aufnahme mit einem Reflektor.

Ein Material, welches sich hervorragend für den Eigenbau eines Reflektors eignet, ist Aluminiumfolie. Sie ist lichtundurchlässig und reflektiert durch ihre spiegelnde Oberfläche das Licht besonders gut. Um einen wärmeren Effekt mittels eines Reflektors zu erzielen, bieten sich Flächen mit einer goldenen Farbe an. Für diesen Zweck ist die Rettungsdecke aus einem Sanitätskoffer ein echter Allrounder, da die Decke sowohl eine goldene als auch eine silberne Seite besitzt, um warme und kalte Reflektionen zu erzeugen. Des Weiteren bietet die Decke eine grosse Fläche, wodurch Sie einen umfangreichen Spielraum in Bezug auf die Grösse Ihres Reflektors haben.

 

selbst gebauter Reflektor aus einer Aluminiumfolie

Wie beim Diffusor wird auch hier ein Gerüst benötigt, um eine gerade und stabile Fläche aus der Aluminiumfolie oder der Rettungsdecke zu erzeugen. Das Material können Sie auf einer Platte oder einem Rahmen anbringen. Da der Reflektor jedoch lichtundurchlässig sein sollte, verstärkt eine Platte seinen Effekt. Sie sollten beachten, dass Sie auch hier ein leichtes Material wie eine stabile Pappe, eine Platte aus Styropor oder Stäbe aus Holz bzw. Aliminium auswählen.

Auch hier befestigen Sie Ihr Material auf der Fläche oder dem Rahmen und schon sind Sie für ein Shooting mit Ihrem selbst gebautem Profiequipment ausgestattet.

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.