Foodblogger Robin Reich kocht vielseitig – Tomaten, Erdbeertorte, Nudelauflauf, Mandarinen, Brokkoli

Interview: Robin von ROBIN REICH TV über Foodblogging

Robin präsentiert und teilt auf seinen Foodblog, seinem YouTube Channel und bei Facebook und Instagram jede Woche leckere kreative Rezepte. Seine interaktive Kochshow lebt von Robins Leidenschaft für ausgefallene Speisen und seinem ästhetischen Anspruch. Dabei dürfen auch die Zuschauer Rezeptwünsche einreichen. Wir haben ihm ein paar Fragen zu seinem Hobby gestellt und ihn gebeten, uns ein paar Tipps und Tricks zu verraten.

Über das Bloggen und Robins Motivation

Fotos fürs Leben: Was hat dich motiviert, einen Blog zu starten? Warum einen Food-Blog?

Robin: Eigentlich hatte ich ursprünglich gar nicht die Intention, einen Food-Blog zu eröffnen. Ich war zwar schon immer Fan von US-amerikanischen Köchen und ihren Shows, wie Anthony Bourdain oder David Chang, die echt richtig coole Sendungen abliefern, aber eigentlich habe ich mich online immer mehr mit allerlei anderen Formaten herumgeschlagen, die nichts mit Food zu tun hatten.

Später, im Jahr 2013, kam dann im Rahmen eines Videoadventkalenders für meinen Youtube-Channel RobinReichTv – um meine 24 täglichen Videos auszufüllen – mein erstes Essens-Video online mit dem Gericht eines einfachen „Flammkuchen Tomate Mozza“ heraus.

Die Resonanz zu diesem Video war prompt so gut, dass ich unbedingt mehr solcher Videos machen wollte und später einen zweiten Videokanal dafür erstellt habe.

Robins Foodblog ist kein klassischer Blog, er kocht vor der Kamera und stellt die Videos bei YouTube zur Verfügung

Robins Foodblog ist kein klassischer Blog, er kocht vor der Kamera und stellt die Videos bei YouTube zur Verfügung – © Robin Reich

Fotos fürs Leben: Was unterscheidet deinen Blog von anderen Blogs?

Robin: Grundlegend würde ich das ganze Projekt gar nicht als einen Food-Blog bezeichnen. Ich sehe mich da mehr als einen Foodtuber, der so etwas wie einen Foodblog nutzt, um die Videos so anzuordnen und zu präsentieren, wie er es möchte. Einen eigentlichen Foodblog verstehe ich als textlastiger und auch mit mehr Bildern unterlegt.

Was mich unterscheidet? Ich kann mit Sicherheit nicht so gut kochen wie viele der Macher der beeindruckenden Foodblogs da draussen. Aber für mich hat Essen/Food an sich schon so eine Ästhetik, eine eigene Geschichte und einen verbindenden Faktor, der mich einfach voll und ganz anspricht und den ich darstellen möchte.

Fotos fürs Leben: Wo holst du dir deine Inspirationen?

Robin: Ich schaue generell sehr gern und viele Foodshows. Da kommt mir natürlich der Umstand entgegen, dass immer mehr solcher produziert werden. Mein absoluter Tipp ist hierfür die Netflix-Serie Chef’s Table oder die auch die Mini-Serie Cooked sowie Tastemades Local Flight. Mir gefällt, wenn über das Rezept hinaus interessante Orte, Geschichten oder Menschen präsentiert werden.

Für Rezeptinspirationen nutze ich am häufigsten Pinterest, blättere Kochzeitschriften durch oder schaue mir an, was so unter #foodporn gepostet wird.

Robin bei der Arbeit – Zwiebeln schneiden für den Foodblog

Robin bei der Arbeit – Zwiebeln schneiden für den Foodblog – © Robin Reich

Fotos fürs Leben: Du schreibst auf deinem Blog in Englisch, warum?

Robin: Momentan sind die Rezepte auf meinem Foodblog auf Englisch, da der Youtube-Channel dazu ebenfalls auf Englisch ist. Ich arbeite derzeit an Formaten, die ich sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch produzieren kann. Warum Englisch? Ich habe irgendwie das Faible, auch internationalen Content zu produzieren. Was für mich auch gleich noch den positiven Nebeneffekt hat, dass ich mich noch mehr mit der Sprache auseinandersetzen kann.

Fotos fürs Leben: Welchen Rat würdest du neuen Bloggern mit auf den Weg geben?

Robin: Fang einfach an! Kauf dir anfänglich keine teure Technik oder theoretisiere ewig, was du später genau machen willst. Schritt für Schritt und eins nach dem anderen. Zweifle nicht, ob es noch den einen weiteren Blog geben muss und dass sich niemand für dich interessieren wird. Ich stelle viel zu oft selbst fest, dass man sich auf dem Weg verzettelt und viel zu viel über alles nachdenkt und abwägt. Aber man wird nur besser, wenn man daran arbeitet. Schreibe einen Artikel fertig, lade dein erstes Video hoch, dann arbeite an dem nächsten. Nach und nach wird sich dir zeigen, wo du hinkommst. Lass dich immer weiter inspirieren!

Fotos fürs Leben: Was bedeutet für dich „Kreativität“?

Robin: Bei der Suche nach einer Definition, beschreibt Kreativität etwas vorher noch nicht Dagewesenes und Neues zu kreieren. Doch fängt für mich Kreativität bereits dabei an, etwas Bestehendes neu zu (über)denken, anderes zu Erfinden und verändert darzustellen. Es bedeutet, den Blickwinkel auf Dinge zu verändern und scheinbar feststehende Tatsachen in Frage zu stellen.

Fotos fürs Leben: Dein absolutes Lieblingsrezept?

Robin: Wenn ich ehrlich bin, gibt es für mich nicht das eine absolute Lieblingsrezept. Die Umgebung, das Ambiente und die Menschen drum herum sind das Wichtige. Wenn das alles stimmt, ist das einfachste Bauernbrot mit Tomaten, Zwiebeln, Salz und Pfeffer das beste Rezept der Welt.

Foodblogger Robin reich kocht vielseitig – Radieschen, Schokotorte, Kekse, Weintrauben, Spargelsalat

Foodblogger Robin reich kocht vielseitig – Radieschen, Schokotorte, Kekse, Weintrauben, Spargelsalat – © Robin Reich

Fotos fürs Leben: Welche Auswirkungen hat dein Food-Blog auf dein eigenes Essverhalten?

Robin: Ein guter Nebeneffekt beim Food-Blogging ist ja, dass man immer mit Essen zu tun hat. Es fällt nach jedem Dreh, jedem Shooting etwas ab! Viele denken, nur, weil man einen Foodblog hat, gibt es dann privat auch nur richtig geniale Köstlichkeiten. Aber ausserhalb der Kamera sind es dann doch die normalen Dinge, die auf den Teller kommen.

Kameraeinstellungen – Tipps für tolle Food Fotos

Fotos fürs Leben: Mit welcher Kamera fotografierst du dein Essen?

Robin: Wenn ich, gestrandet auf einer einsamen Insel, eine Kamera mitnehmen dürfte, wäre es eine Canon 60D mit einem 50mm Festbrennweite-Objektiv. Für mich sind das Schwenkdisplay und die einfache Handhabbarkeit die absolut notwendigen Features. Dazu kommt ein Manfrotto Tripot mit Kugel- oder Videokopf und vor allem eine Schnellwechselplatte! Beim Wechsel vom Filmen zum Fotografieren finde ich Flexibilität sehr wichtig.

Wenn es um Overhead Bilder/Videos geht, habe ich mir ein geniales Rig gebaut, mit dem man die Kamera wunderbar von oben in jeder Höhe, Position und Winkel montieren kann.

Für grössere Werbeprojekte greife ich auf eine Black Magic Cinema Camera zurück. Die filmt Raw und kann auch 2k und man kann sich in der Postproduktion so richtig in der Color Correction austoben.

Robins Ausrüstung – Kameras, MacBook, IPhone, Objektive und Kamerazubehör

Robins Ausrüstung – Kameras, MacBook, IPhone, Objektive und Kamerazubehör – © Robin Reich

Fotos fürs Leben: Gibt es da ein paar Grundeinstellungen an der Kamera, die du unseren Lesern beim Fotografieren von Essen empfehlen kannst?

Robin: Achtet immer auf den Weissabgleich. Eine Lektion, die ich ungewollt lernen musste, ist, dass noch so gutes frisches Essen bei einem falschen Weissabgleich aussieht, als wäre es schon 3 Wochen überfällig.

Wenn es um die Einstellungen an der Kamera wie Blende, ISO usw. geht, gibt es auch Leute, die sich deutlich besser auskennen als ich, aber von mir als Tipp: ISO nicht über 600, sonst rauscht es. Rein ästhetisch versuchen, eine geringe Schärfentiefe zu erreichen. Ja, das hängt natürlich immer von dem Motiv ab. Aber für meine favorisierte Motivwahl versuche ich, das Ganze etwas filmisch umzusetzen. Also hier die Eselsbrücke: grosse Blende = kleine Zahl = geringe Zahl. So, wie wenn wir etwas in der Ferne nicht erkennen. Augen zusammenkneifen – „Augen kleiner“ (Blende kleiner) = mehr vom Motiv scharf.

Fotos fürs Leben: Wie stellst du dir deine Bild-Hintergründe zusammen?

Robin: Für mich ist es wichtig, dass der Hintergrund nicht vom eigentlichen Motiv ablenkt. Deshalb versuche ich, diesen meist unscharf zu behalten, was wiederum die Möglichkeit bietet, dort mit unscharfen Formen zu spielen. Für mich macht ein schönes Food-Bild aus, dass es insgesamt stimmig ist und wenn es eine kleine Geschichte erzählt, umso besser!

Fotos fürs Leben: Bearbeitest du deine Fotos nach? Wenn ja, welches Programm benutzt du dafür?

Robin: Für die schnelle Bearbeitung grosser Mengen Fotos nutze ich meist Adobe Lightroom und um ins Detail der Nachbearbeitung zu gehen Adobe Photoshop. Da ich meine Videos mit Premiere schneide, ist für mich die übergreifende Kompatibilität von Bedeutung.

Vielen Dank an Robin für das Interview. Mehr gibt’s bei http://www.robinreich.tv/. Viel Spass beim Entdecken!