Selbstgemachtes Pistazieneis am Stiel – Food Fotos mit Stil

Anfängerfehler vermeiden: Foodfotos mit Aussagekraft

«Das Auge isst mit» – Professionelle Food-Stylisten greifen zu mitunter unappetitlichen Tricks, um die fotografierten Speisen appetitlich anzurichten: Rasierschaum, Kleber, Trockeneis. Nachteil: Man kann sie nachher definitiv nicht mehr essen.

Foodfotos für den eigenen Blog, Instagram oder Familie und Freunde sollen hingegen auf natürliche Weise appetitlich wirken. Wir verraten Ihnen einige Tipps und Kniffe, mit denen Sie bessere Foodfotos machen – ganz ohne die liebevoll gekochte Mahlzeit ungeniessbar zu machen oder mit «faulen Tricks» zu arbeiten. So können Sie Anfängerfehler vermeiden und appetitliche Foodfotos aufnehmen.

Fehler 1: Mangelnde Vorbereitung – Deko, Equipment und Zutaten

Um einen reibungslosen Ablauf beim Fotoshooting zu haben, sollte man sich bereits vor dem eigentlichen Kochen und Anrichten überlegen, welches Setting man fotografieren möchte. Dazu gehören auch der Einkauf und die Planung der Dekoration.

  • Frische Zutaten ohne Druckstellen und Kräuter kaufen
  • Qualitativ hochwertige Lebensmittel sehen besser aus – auch nach dem Kochen noch
  • Stilvolles Geschirr und Dekoration besorgen
  • Stativ, Kamera, Beleuchtung – je nachdem, wie professionell das Ergebnis werden soll, wird eine grundlegende Ausstattung benötigt
  • DSLR oder Smartphone – der Qualitätsunterschied ist sichtbar, grundlegend ist jedoch beides (auch parallel) möglich

Knackiger roher Spargel in einer Holzkiste

Fehler 2: Bei der Zubereitung nicht an das geplante Motiv gedacht

Zutaten und Zubereitung wirken langweilig und auf dem Foto wenig ansprechend, wenn sie verkocht oder farblich fade sind. Bei manchen Gerichten wie Bowls werden die Zutaten nicht nur nach Geschmack, sondern vor allem nach ihrer Farbe ausgewählt.

  • Rohe Lebensmittel als Garnitur aufbewahren – im Ganzen oder schon zerschnitten
  • Zutaten nur leicht garen: Knackiges Gemüse, Nudeln al dente, saftiges Fleisch, Kräuter zum Schluss dazu, Kartoffeln kurz unter kaltem Wasser abschrecken – so wirkt alles frisch und appetitlich
  • Fleisch mit etwas Pflanzenöl bestreichen, damit es noch saftiger aussieht
  • Schon während des Kochens fotografieren à So sieht man den Prozess von roh zu fertig angerichtet

Fehler 3: Tisch decken und mit der Kamera draufhalten

Gerichte natürlich anzurichten, damit die Foodfotos authentisch wirken, ist eine kleine Kunst. Es muss nicht alles perfekt arrangiert und wie geleckt sein. So werden absichtlich Krümel verstreut oder ein paar Flecken auf den Tellerrand getropft, um das perfekte imperfekte Foto zu machen.

  • Gericht in einer gemütlichen Atmosphäre zeigen, z.B. an einem gedeckten Tisch oder in der Küche
  • Hintergründe, Untergründe und Accessoires verwenden
  • Geschirr vorher glänzend putzen
  • Handschuhe tragen um Fingerabdrücke zu vermeiden
  • Komplementärfarben und Formen kombinieren: Auberginen und Mais, Tomaten und Basilikum
  • Anordnung des Geschirrs und der Deko als Kreis oder Linie
  • Zutaten in Rohform, Gewürze und Kräutertöpfe als Dekoration nutzen
  • Bei einem Thema bleiben: Asiatisch, Orientalisch, Modern – Geschirr, Deko und Gericht sollten zusammenpassen

Fertiges Gericht: Spargel und Schinken mit Kartoffeln

Fehler 4: Details vernachlässigen

Ist alles vor einem schönen Hintergrund angerichtet, geht es ans Fotografieren. Die Gesamtkomposition zählt hier genauso wie die Details. Am Ende kommt es darauf an, mit der Zeit einen eigenen Stil zu entwickeln.

  • Damit der Teller auf dem fertigen Foto nicht überladen wirkt, sollte er nicht zu voll gehäuft werden mit Essen
  • Querschnitte ausnutzen: Lasagne, Torten & Co. von ihrer aufregenden Seite zeigen
  • Eisgekühlte Getränke: Das Problem, dass Eiswürfel in Getränken weiss anlaufen, lässt sich mit künstlichem Eis umgehen
  • Nahaufnahmen: Besonders relativ «homogene» Gerichte wie Risotto oder Suppe sowie portionierte Speisen bieten sich für Nahaufnahmen an, um nicht langweilig zu wirken
  • Komplettaufnahmen kommen besser bei beispielsweise Fingerfood und kleinen Gerichten
  • Umso weiter die Blende an der Kamera geöffnet ist, desto schärfer wird der Hintergrund des Fotos und vice versa

Lasagne – Schichten werden sichtbar bei seitlichem Foto

Fehler 5: Bildkomposition – eintönige Perspektiven

Welches Format und in welchem Winkel fotografiert wird, hängt auch vom Verwendungszweck ab. Klassische Blogs nutzen häufig eher Querformat, auf Sozialen Plattformen wie Pinterest und Instagram kommt Hochformat besser an.

  • Fotos im Hochformat haben oft eine dramatischere Wirkung
  • Fotos aus einem natürlichen Winkel, als sässe man am gedeckten Tisch, wirken besonders einladend und beziehen den Betrachter ins Bild ein
  • Fotografieren Sie aus verschiedenen Perspektiven, mit unterschiedlichen Accessoires und Kameraeinstellungen. Machen Sie Probefotos, um die Wirkung zu testen und variieren Sie!
  • Flüssigkeiten wie ein Glas Saft am besten gerade ablichten
  • Auf dem Bild sollten so wenige Schatten wie möglich zu sehen sein. Dies hängt vom Winkel zwischen Kamera, Lichtquelle und fotografiertem Objekt ab
  • Hier gibt`s noch einige allgemeine Tipps zur Objektfotografie
Food-Fotos im Hochformat. Erdbeerkuchen, Frühstücksei und Tomaten

© Robin Reich

 

Fehler 6: Das Licht ist schlecht zum Fotografieren

Die Belichtung ist entscheidend für die Qualität des Bildes. Im Idealfall ist natürliches Licht vorhanden. Wenn nicht, wird ein wenig mehr technisches Equipment benötigt.

  • Tageslicht, am besten diffuses Nachmittagslicht, sorgt für schöne Farben
  • Bei Kunstlicht vor dem Fotografieren auf jeden Fall einen Weissabgleich durchführen
Fleisch auf Salatbett – angerichtet auf einem rechteckigen weissen Teller

Der fehlende Weissabgleich lässt Teller und Zeitung vergilbt wirken und sorgt für mangelnde Kontraste.

 

  • Softboxen und Ringleuchten sorgen für angenehmes kühles Licht – kein Blitzlicht verwenden
  • Hack: Eine Schreibtischlampe, locker mit Backpapier davor bespannt, sorgt ebenfalls für diffuses Licht
  • Fotos aus beiden Lichtrichtungen zu machen: Bisweilen wirken Fotos im Gegenlicht intensiver
  • Nachbearbeitung: Kleine Korrekturen können auch später – wo nötig – noch gemacht werden, beispielsweise können die Kontraste verbessert werden

Viel Spass beim Kochen und Fotografieren!

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