Rotes Muscle Car

Fahrzeugfotografie – Autos und andere Fahrzeuge dynamisch fotografieren

Sie sind Teil unseres alltäglichen Lebens und bringen uns von A nach B: Ob klein oder gross, schnell oder langsam, Strasse oder Schiene, Autos, LKWs oder Züge. Sie alle haben etwas gemeinsam – sie geben tolle Fotomotive ab. Die Kunst der Fahrzeugfotografie liegt meist darin, die auf uns so dynamisch wirkenden Objekte auch auf dem Foto schwungvoll darzustellen.

Was Sie für eine gute Vorbereitung beachten sollten und wie Ihnen besonders stimmige Fotos gelingen, erfahren Sie in diesem Artikel.

So sind Sie optimal vorbereitet

Zunächst sollten Sie überlegen, welche Art von Fahrzeug Sie abbilden möchten. Für maximale Flexibilität bietet sich der Einsatz eines Objektivs mit einem grossen Brennweitenbereich an. Fällt Ihre Wahl auf die Fotografie von PKWs, dann reicht ein Objektiv mit mittlerer bis hoher Brennweite. Fotografieren Sie hingegen lieber LKWs, Züge und ähnlich grosse Fahrzeuge oder wollen Sie zusätzlich die Umgebung einfangen, so sollte die Wahl auf ein Objektiv mit niedrigeren Brennweiten oder ein Weitwinkelobjektiv fallen.

Für gelungene Fotos im Freien empfiehlt sich ausserdem der Einsatz eines Polfilters. Grundsätzlich verhindert dieser ungewollte Reflexionen auf nicht-metallischen Oberflächen. Obwohl sich die volle Wirkung des Polfilters vor allem auf nicht-metallische Oberflächen entfaltet, so verringert dieser in gewissen Masse dennoch Spiegelungen des Lacks. Darüber hinaus sollten Aufnahmen im direkten Sonnenlicht vermieden werden, da oftmals unschöne und harte Schatten entstehen. Lichten Sie Ihr Motiv daher lieber in einer sonnengeschützten Umgebung ab.

Um ungewünschten Wettereinflüssen zu entgehen, können insbesondere Lagerhallen oder Parkgaragen einen guten Ort für ein Foto-Shooting darstellen. Experimentieren Sie hierbei mit dem Standort des Fahrzeugs und der Beleuchtung vor Ort. Die Leuchten des Fahrzeugs können dabei auch gut in das Shooting miteingebracht werden. Für den Fall, dass die Location nicht genügend Licht bereithält, lohnt der Einsatz eines Stativs und/oder eines lichtstarken Festbrennweiten Objektivs.

Stehende Fahrzeuge eindrucksvoll fotografieren

Bei stillstehenden Fahrzeugen haben Sie grundsätzlich viele Möglichkeiten, um ein Bild nach Ihren Vorstellungen zu entwickeln. Wird das Fahrzeug etwa aus einem niedrigen Winkel fotografiert, so wirkt es besonders mächtig. Die entgegengesetzte Wirkung kann erzielt werden, wenn das Fahrzeug von einem höheren Standpunkt aus fotografiert wird. Probieren Sie verschiedene Perspektiven aus und erleben Sie, wie sich die Zusammensetzung Ihres Bildes verändert.

Vielversprechend sind bei der Fotografie von Fahrzeugen vor allem Nahaufnahmen bestimmter Fahrzeugteile. Bei Autos können beispielsweise die Felgen und Bremsscheiben, das Interieur mit Lenkrad, Schaltknüppel und Armaturenbrett oder auch der Motorblock ein gutes Motiv abgeben. Gehen Sie ins Detail und Sie werden mit besonderen Aufnahmen belohnt.

Detailansicht eines grünen Oldtimers

Bewegte Fahrzeuge gekonnt in Szene setzen

Anders als bei stehenden Fahrzeugen und wie auch bei der Sportfotografie ist bei bewegten Motiven auf eine niedrige Verschlusszeit zu achten, damit dynamische Objekte scharf abgebildet werden können. Optimalerweise sollte zu Beginn die Fokusoption für bewegende Motive in den Kameraeinstellungen ausgewählt werden. Der Autofokus geht in dieser Einstellung mit dem Motiv mit und ermöglicht eine präzise Fokussierung. Bei Kameras vom Typ Canon heisst diese Art des Fokus AI Servo, wohingegen Nikon die Bezeichnung AF-C führt. Die Bezeichnung kann daher je nach Kameratyp variieren.

Grundsätzlich bieten sich Ihnen bei der Fotografie von bewegten Fahrzeugen zwei Vorgehensweisen:

Bei der Technik des „Mitziehens“ fokussieren Sie auf das gewünschte Fahrzeug und folgen seiner Bewegung. Einem Sportwagen, der auf horizontaler Achse am Fotografen vorbeifährt, sollte in entsprechender Richtung mit der Kamera gefolgt werden. Für ein optimales Ergebnis sollten Sie das Fahrzeug bereits aus der Ferne durch den Sucher betrachten, den Auslöser halb durchgedrückt halten und in gleichmässiger Geschwindigkeit zur Fahrtrichtung mitziehen. Grösster Vorteil dieser Vorgehensweise ist die Tatsache, dass ein realistisches Abbild der Situation entsteht. Durch das Mitziehen kommt es abseits des fokussierten Motivs zu Unschärfeeffekten, die auf die hohe Geschwindigkeit des Fahrzeuges hindeuten und es in einer stimmigen Dynamik darstellen.

Roter Zug in der Bewegung fotografiert

Bei der Technik des Mitziehens erscheinen die Fahrzeuge scharf. Ein Blick auf die verschwommene Umgebung des Zuges verrät, dass er sich bewegt. Durch diesen Effekt kann die Dynamik der Fahrzeuge glaubhaft abgebildet werden.

 

Die zweite Vorgehensweise wäre, das Fahrzeug mit einer sehr kurzen Verschlusszeit zu Fotografieren. Wählen Sie hierbei etwa eine 1/1000 Sekunde, so wird das Fahrzeug quasi eingefroren. Einerseits werden so die wesentlichen Bestandteile des Fahrzeugs und der Umgebung scharf abgebildet, andererseits verliert das Bild dadurch an Dynamik und Ausdruckskraft. Um das Bild dennoch spannend wirken zu lassen, kann die Kamera auf eine niedrige Blendenzahl wie etwa f/2,8 gestellt werden. Dies hat zur Folge, dass der Bereich fernab des fokussierten Motivs weniger scharf erscheint und ein schöner Bokeh-Effekt entsteht.

Blaues Rallye-Auto fährt auf kurviger Bergstrecke

Das in der Mitte fokussierte Rallye-Auto erscheint scharf, während Vorder- und Hintergrund leicht unscharf abgebildet sind. Anders als bei dem vorangegangenen Foto ist die Umgebung hier nicht verschwommen, sondern immer noch gut erkennbar. Auch die Felgen des Fahrzeugs scheinen stillzustehen.

 

Exkurs: Langzeitbelichtung bei der Fahrzeugfotografie in der Nacht

Bei Nacht bietet sich die Gelegenheit einer ganz besonderen Art der Fahrzeugfotografie. Mit Hilfe einer Langzeitbelichtung lassen sich die Scheinwerfer von Autos oder Zügen über mehrere Sekunden lang mit der Kamera festhalten. Die Bewegung der Fahrzeuge führt dazu, dass ein und dieselbe Lichtquelle an mehreren Stellen abgebildet wird und sich ganze Lichtspuren bilden. Dieser Effekt verleiht den Bildern einen ganz besonderen Touch, auch wenn es sich nicht um klassische Fahrzeugfotografie handelt, da das Auto oder der Zug nicht im Mittelpunkt stehen.
Tipp: Um scharfe Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie unbedingt zu einem Stativ und gegebenenfalls zu einem Fernauslöser greifen.

Durch Langzeitbelichtung entstandene Lichtspuren von Autobeleuchtung

Sicherheit beim Fotografieren von fahrenden Autos und Zügen

Trotz aller Euphorie für Ihr Motiv sollten Sie immer Ihre Umgebung im Auge behalten. Sie sollten es insbesondere vermeiden, bewegenden Fahrzeugen zu nahe zu kommen. Ein gewisser Sicherheitsabstand sollte auch beim Fotografieren von Fahrzeugen gegeben sein. Bringen Sie sich oder andere niemals in Gefahr, nur um eine vielversprechende Aufnahme zu machen.

Fazit

Die Fahrzeugfotografie glänzt mit schier endlosen Möglichkeiten, um ein Fahrzeug stimmig in Szene zu setzen. Eine grosse Rolle spielt dabei unter anderem die richtige Vorbereitung und die Wahl einer geeigneten Location. Trotz aller Vorbereitungen sollte niemals die Wichtigkeit der Kreativität und der Experimentierfreudigkeit außer Acht gelassen werden. Der Einsatz einer geeigneten Technik rundet das Ergebnis Ihrer Arbeit dann letztlich ab und führt dazu, dass Sie das Fahrzeug Ihrer Wahl, den eigenen Vorstellungen entsprechend, abbilden können.

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