Tipps für das Fotografieren von kleinen Produkten für den eigenen Online Shop

Produktfotografie: Gute Bilder für den eigenen Onlineshop, eBay und Co.

Wer einen eigenen Onlineshop betreibt, selbst gemachtes über DIY-Plattformen verkauft oder seine nicht mehr gebrauchten Dinge über eBay und Co. verkaufen möchte, weiss, wie wichtig gute Produktfotos sind. Kann der potenzielle Käufer das Produkt nicht erkennen oder wirkt das Bild zu dunkel, klickt er weg.
Daher verraten wir Ihnen nachfolgend, wie Sie kleine Produkte und Waren für den Online-Verkauf optimal in Szene setzen und worauf sie dabei besonders achten sollten.

Die passende Ausrüstung für die Produktfotografie

Wer gute und vor allem detailreiche Produktbilder für einen Onlineshop erstellen möchte, sollte auf eine gute Ausrüstung setzen. Das fängt bei einer Kamera an und hört bei der Wahl des Zubehörs auf.
Gute Aufnahmen können natürlich mit einer digitalen Kompaktkamera erstellt werden. Allerdings haben auch diese kleinen Alleskönner ihre Grenzen, wenn es um das Arbeiten im Studio oder einer studio-ähnlichen Umgebung geht. In der Produktfotografie ist daher eine gute Systemkamera oder DSLR empfehlenswert, an der sich bestimmte Parameter, wie die Blende, einstellen lassen.
Ebenso wichtig wie die Wahl der richtigen Kamera ist auch die Wahl des passenden Objektives. Da in diesem Artikel der Focus auf kleinen Produkten liegt, ist ein Makroobjektiv empfehlenswert. Diese Objektive sind für sehr nahe Aufnahmen konzipiert und können Details besser herausarbeiten als Weitwinkel oder Teleobjektive.
Auch wenn die Auswahl an Kamera- und Objektivzubehör riesig ist, sind vor allem ein gutes Stativ mit einem festen Stand und ein Polfilter für das Objektiv empfehlenswert. Der feste Stand des Statives ist gerade dann wichtig, wenn Sie beispielsweise ein Produkt fotografieren wollen, dass es in mehreren Farben gibt und auf jedem Bild der gleiche Blickwinkel eingehalten werden soll. Würde das Stativ beim Berühren ständig verrutschen, müsste vor jeder Aufnahme erst einmal das Stativ wieder neu platziert werden. Haben die Produkte reflektierende oder spiegelnde Flächen, empfiehlt sich der Einsatz eines Polfilters für das Objektiv. Mit Hilfe eines solchen Polfilters können schon beim Fotografieren Spiegelungen entfernt werden, die selbst in der Nachbearbeitung nicht mehr korrigiert werden können.

Das passende Setting finden

Steht die Kameraausrüstung, geht es auch schon an das eigentliche Fotografieren der Produkte für den Onlineshop oder die Verkaufs-Plattform. Um das beste Ergebnis zu erzielen, ist es ratsam sich zu den Punkten Hintergrund, Licht und Perspektive Gedanken zu machen.

Produktfotografie: Vergleich verschiedenfarbiger Untergründe

Wirkung verschiedener Untergründe: Vergleich schwarzer vs. weisser Untergrund


Damit später das Produkt im Mittelpunkt steht, empfiehlt es sich, dieses vor einem neutralen Hintergrund zu fotografieren. Dies kann ein weisser, einfarbiger oder schwarzer Hintergrund sein. Wichtig bei der Wahl des passenden Hinter- und Untergrundes ist es darauf zu achten, dass sich dieser deutlich vom Produkt abhebt. So ist es beispielsweise nicht sinnvoll, ein helles Produkt auf einem weissen Hintergrund zu fotografieren, da hier das Produkt mit dem Hintergrund verschwimmen würde. Soll ein farbiges Produkt fotografiert werden, ist es ratsam verschiedenfarbige Hintergründe auszuprobieren, bis man den passenden gefunden hat. Achten Sie dabei aber auf Einheitlichkeit. So wirkt es weniger ansprechend, wenn später jedes Produkt in ihrem Shop vor einem anderen Hintergrund fotografiert wurde.
Im Beispiel haben wir uns für einen weissen Hintergrund entschieden. Um kleine Produkte optimal zu fotografieren, bietet sich der Einsatz eines Fotozeltes bzw. eines Lichtwürfels an. Wer dies nicht zur Hand hat, kann auch wie in unserem Beispiel auf ein weisses Blatt Papier zurückgreifen. Um auf dem späteren Produktbild keine unschönen Kanten zu haben, wird das Blatt Papier so an der Wand befestigt, dass es sich nach unten hin leicht wölbt.
Das Setting in der Produktfotografie muss nicht immer aufwendig sein

Um auf dem späteren Produktbild keine unschönen Kanten zu haben, wird ein Blatt Papier so an der Wand befestigt, dass es sich nach unten hin leicht wölbt.


Damit auf dem späteren Bild auch alle Details gut erkennbar sind, ist eine gute Belichtung das A und O. Hierfür gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten: Entweder man verwendet ein Blitzlicht oder, wie in unserem Fall, ein Dauerlicht. Welche Vorteile die jeweilige Belichtungsmöglichkeit bietet, können Sie hier nachlesen.
Vergleich Produkt ohne zusätzliche Beleuchtung und mit guter Ausleuchtung

links: Produkt ohne zusätzliche Beleuchtung, nur mit Tageslicht – rechts: Ausleuchtung des Produktes mit einer Ringleuchte


Haben sie einen passenden Hintergrund und die optimale Belichtungsmöglichkeit gefunden, geht es nun darum, den richtigen Winkel für Ihr Produkt zu finden. Manchmal ist es passend, das Produkt einfach nur aus der Vogelperspektive zu fotografieren. Um dem Produkt aber mehr Dynamik zu verleihen, lohnt es sich verschiedene Winkel auszuprobieren. So reicht es manchmal schon aus, wenn Sie das Produkt leicht drehen und mit der Kamera ein paar Grad nach unten gehen. Achten Sie auch bei der Foto-Produktion darauf, das Produkt, wenn nötig aus verschiedenen Blickwinkeln zu fotografieren, damit sich der Kunde später ein umfassendes Bild machen kann. Ebenso sollten Sie auch Detailaufnahmen nicht vergessen.
Vergleich der Wirkung verschiedener Winkel in der Fotografie

Wirkung verschiedener Winkel. Rechts wirkt das Produkt viel dynamischer und echter als auf dem linken Bild.


Um alle Details des Produktes einzufangen, sollten sie zudem mit einer hohen Blendenzahl arbeiten. Dadurch stellen Sie sicher, dass kein Detail verwischt. Auch der ISO Wert sollte möglichst klein gehalten werden, damit auf dem späteren Bild kein unschönes Rauschen zu sehen ist. Wer mit einem Stativ arbeitet, kann je nach Power der Belichtung mit einer langen Belichtungszeit arbeiten.
 Negativ-Beispiel – Produktfoto mit zu kleiner Blendenzahl

Negativ-Beispiel: Aufnahme des Produktes mit einer zu kleinen Blende von f1.8. Hier ist deutlich zu sehen, dass nur die Mitte des Produktes scharf ist und die Kanten verwischen.

Nachträgliche Bildbearbeitung für optimale Ergebnisse

Selbst die beste Kamera kann manchmal nicht alle Details eines Produktes einfangen. Diese müssen dann in der Nachbearbeitung mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogrammes herausgearbeitet werden. Dabei muss es nicht immer Photoshop sein. Es gibt auch kostengünstige Alternativen mit denen Sie noch mehr aus den Aufnahmen herausholen können.
Neben dem Zuschneiden der Bilder, z.B. für Detail-Aufnahmen, können Sie nachträglich noch die Helligkeit erhöhen, sollten doch ein paar Details des Produktes im Schatten liegen. Aber auch die Kontrastfunktion kann helfen, dass gewisse Merkmale noch besser zur Geltung kommen. Ebenso können Sie auch nachträglich noch Farbanpassungen vornehmen, indem Sie die Sättigung erhöhen oder verringern. Eine solche Farbanpassung lässt sich aber auch über den Weissabgleich regeln. Möchten Sie diesen im Nachgang bearbeiten, ist es wichtig, dass Sie die Bilder im RAW-Format aufnehmen.

Tipp: Studioausstattung für die eigenen vier Wände