Konzertfotografie – Stimmung auf Konzerten richtig einfangen

Fotografie auf Konzerten gehört zur Paradedisziplin des Könnens. In kaum einem anderen Bereich sind die Voraussetzungen, um ein gutes Foto schiessen zu können, so herausfordernd wie hier. Unmengen an Menschen, wenig Platz, viel Bewegung auf der Bühne und schlechte Lichtverhältnisse sorgen dafür, dass schon so manch einer bei dem Versuch, ein gutes Foto zu schiessen, verzweifelt ist. Mit unseren Tipps kommen Sie dem Ziel eines tollen Konzertfotos näher, doch auch hier gilt: Übung macht den Meister.

Wer darf auf Konzerten fotografieren?

Unsere Tipps sollen vorwiegend Hobbyfotografen ansprechen, welche die Gelegenheit bekommen, bei einer solchen Veranstaltung Fotos zu machen. Bei grösseren Konzerten müssen Sie einen speziellen Akkreditierungsausweis vorzeigen können, um überhaupt Fotos schiessen zu dürfen. Grosse Kameras müssen ansonsten vor Beginn der Veranstaltung abgegeben werden, da professionelle Fotoaufnahmen meist nicht gewünscht sind. Auf kleineren Konzerten oder privaten Veranstaltungen ist es manchmal möglich, Spiegelreflexkameras mitzubringen. In jedem Falle sollte man vorher beim Veranstalter anfragen oder in der Veranstaltungs- oder Hausordnung nachlesen.

Silhouette eines Gitarristen vor rotausgeleuchtetem Kunstnebel

Technische Einstellung an der Kamera

Um überhaupt eine Chance auf gute Fotos während eines Konzerts zu haben, ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Kamera unabdingbar. Eine digitale Spiegelreflexkamera ist für eine solche Aktion am besten geeignet, da diese auch unter schlechten Bedingungen die brauchbarsten Ergebnisse liefert. Damit Sie sich während eines Auftritts voll und ganz auf das Fotografieren konzentrieren können und nicht ständig mit den technischen Einstellungen hadern müssen, sollten Sie diese gut kennen.

Eine hell ausgeleuchtete Bühne mit Konzertbesuchern im Vordergrund

Ein wichtiger Faktor bei der Konzertfotografie ist die Einstellung der Blende. Hier wäre es für weniger erfahrene Fotografen ratsam, auf die Blendenautomatik umzusteigen, da so trotz schlechter Beleuchtung am ehesten gute Bilder mit scharfen Rändern gelingen und Sie nicht zusätzlich manuell die Blende einstellen müssen. Für Fotografen mit mehr Erfahrung lohnt sich auch die manuelle Einstellung der Blende.

Grit Hiersemann ist Profifotografin und gibt ein paar Tipps für gute Bilder bei schlechtem Licht:

„Das Thema schlechtes Licht und tolle Bilder ist immer ein Thema. Tipp: Je mehr ich die Blende aufmache, welche den Lichteinfall reguliert (also viel Lichteinfall in geringerer Zeit), desto dunkler darf die Umgebung sein. Mit offenen Blenden hat man die Chance, hellere Bilder zu machen, aber die Tiefenschärfe leidet stark darunter. Sonst kann man auch den ISO-Wert erhöhen, aber dafür wird das „Rauschen“ eben stärker. Die ideale Einstellung ist situativ einzuschätzen.“

„Es gibt kaum Spielraum: Wenn man nicht nah an die Bühne rankommt oder keine Profikamera hat, wird es richtig schwierig. Kameras mit riesigem Zoom sind dabei am besten. Ein Bildstabilisator ist hilfreich, wenn Menschen fotografiert werden. Ein Blitz sollte unbedingt benutzt werden, aber indirekt, damit der Künstler nicht gestört wird und um die Lichtstimmung nicht kaputt zu blitzen. Ist der Blitz nicht in der Kamera integriert (also ein externer Blitz), ist er viel vielfältiger einstellbar. Mit einer teuren Vollformatkamera ist all das kein Problem. Je besser die Kamera, desto grösser ist der Sensor und umso besser ist also auch die Bildqualität. Eine Lichtempfindlichkeit des Bildsensors von ISO 200 ist üblich bei Konzerten. Mit Bridge-Kameras, spiegellosen Kompaktkameras oder Smartphones kommt man da leider nicht heran, deshalb wird es richtig schwierig, als Hobbyfotograf tolle Konzertfotos zu machen.“

In der Konzertfotografie bringt das Heranzoomen an die Künstler neue Perspektiven

Kompromiss Kompaktkamera auf Konzerten

Bei schlechten Lichtbedingungen Fotos mit dem Smartphone oder der Kompaktkamera aufzunehmen, ist nicht einfach und die Qualität meist nicht berauschend, aber mit guten Geräten können Sie auch damit einige tolle Schnappschüsse machen. Auch wer auf einem Konzert oder Festival ein paar Erinnerungs-Schnappschüsse ohne Profitechnik schiessen will, kann also ein paar Kniffe anwenden, um interessante Fotoerinnerungen mit heim zu nehmen.

Serienbildfunktion: Serienaufnahmen helfen, auch bei schnell wechselnden Situationen nichts zu verpassen. Warten Sie eine gute Gelegenheit ab und schiessen mit der Serienbildfunktion eine Reihe von Aufnahmen, aus denen Sie sich später die besten aussuchen können.

Perspektive: Anstatt frontal vor der Bühne Fotos zu machen und so von der Lichtshow maximal geblendet zu werden, kann man sich seitlich zur Bühne stellen, dort blenden die Lichter nicht so stark.

Motivwahl: Anstatt zu versuchen, auf die Bühne scharf zu stellen, kann man auch auf die Hände oder Köpfe vor sich fokussieren und somit einen unscharfen Bühnenhintergrund erzeugen.

Fisheye-Effekte: Testen Sie den fotografischen Effekt, den ein Weitwinkelobjektiv bei einem gut besuchten Konzert verursacht. Durch den stark verbreiterten Bildausschnitt und die typischen Verzerrungen können Sie tolle Bilder mit der tobenden Menge im Vordergrund der Bühne machen. Auch Actioncams wie z.B. eine GoPro verfügen über Weitwinkelobjektive und sind zudem klein und robust.

Der Schwarzweiss-Effekt bringt interessante Aspekte in ein Konzertfoto

Schwarzweiss-Aufnahmen: Bilder mit rotem Bühnenlicht wirken oft unscharf. Wenn Sie die Fotos im Nachhinein zu Schwarzweiss konvertieren, kann das tolle Effekte erzeugen.

Wir wünschen Ihnen viel Spass auf dem nächsten Konzert oder Festival!