Positiv- und Negativbeispiel für ein Bewerbungsbild

Anfängerfehler vermeiden: Bewerbungsbilder selbst aufgenommen

Ein Bild auf einer Bewerbung ist heute keine Pflicht mehr und dennoch kann ein gutes Bewerbungsfoto einen grossen Teil der Überzeugungsarbeit leisten, denn schliesslich sagt ein Bild nach wie vor mehr als 1000 Worte. Auf der anderen Seite kann ein unpassendes Bewerbungsbild einige Türen verschliessen.

Der Gang zum Fotografen kann manchmal keine Alternative sein. Günstige Bewerbungsbilder sind oft nur wenig individuell und teilweise hat man nur wenige Sekunden Zeit, sich eines der Profi-Schnappschüsse auszuwählen. Natürlich können Sie sich auch einen Fotografen suchen, der sich für Sie viel Zeit nimmt, um von Ihnen ein zwar aussergewöhnliches und dennoch seriöses Bewerbungsbild zu machen. Oft ist der Preis dafür leider relativ hoch.

Bei selbst aufgenommenen Bewerbungsbildern lauern einige Fallstricke. Denn professionell und seriös sollen sie dennoch aussehen. Hier einige häufige Fehler und zugehörige Tipps, wenn Sie von sich selbst oder Freunden Bewerbungsbilder machen möchten:

Fehler 1: Fremde Person auf dem Bewerbungsfoto

Egal ob Sie zu einem professionellen Fotografen gehen oder Sie Ihr Foto selbst machen wollen: Die Vorbereitungen sind immer die gleichen. Sie sollten natürlich darauf achten, dass Ihre Optik zu der Stelle passt, für die Sie sich bewerben. Hierbei steht grundsätzlich ein gepflegtes und freundliches Erscheinungsbild ausser Frage.

Und dennoch ist es nahezu das Wichtigste, das Sie sich auf dem Bewerbungsfoto auch wiedererkennen. Bleiben Sie sie selbst. Wählen Sie ein Outfit, das nicht nur zu der angestrebten Stelle passt, sondern in dem Sie sich auch wohlfühlen und wiederfinden. Das Gleiche gilt für Ihre Frisur, gegebenenfalls Ihr Make-Up und auch Ihre Pose. Ihr Bewerbungsfoto sollte vor allem authentisch sein.

Fehler 2: Schlechte Bedingungen

Irgendwo in Ihrer Wohnung einen Stuhl aufzustellen und die Kamera dort zu platzieren, um mal eben ein Bewerbungsbild zu schiessen, wird nicht funktionieren. Es gibt einiges zu beachten, um auch ohne Profiequipment den gewünschten guten ersten Eindruck auf der Aufnahme zu hinterlassen.

Wie so oft in der Fotografie ist das Licht ein bedeutender Faktor – hier vor allem gleichmässiges weiches Licht. Dabei sollte das Licht omnidirektional sein, das heisst, von allen Seiten gleich stark auf die fotografierte Person wirken. Eine gleichmässige Beleuchtung mit weichem Licht sorgt dafür, dass keine harten Schatten in Ihrem Gesicht aufkommen, wodurch zugleich Ihr Hautbild feiner erscheint und kleine Narben oder Unreinheiten getilgt werden.

Solche Lichtbedingungen lassen sich am einfachsten draussen bei Tageslicht finden. Auch in der Wohnung ist es möglich, eine Stelle zu finden, an der ausreichend weiches Licht vorhanden ist. Zu meist ist das bei Tageslicht in der Nähe eines Fensters.

Wenn es nicht möglich ist, die Aufnahme draussen oder in der Wohnung bei ausreichendem Licht zu machen, sollten Tageslicht und künstliches Licht dennoch nicht vermischt werden. Durch die Mischung können unerwünschte Farbeffekte entstehen, welche oft auch nur schwer mit Hilfe der Bildbearbeitung zu beheben sind. Die Lösung dafür wäre, einen Raum ausschliesslich mit mehreren künstlichen Lichtquellen auszuleuchten. Die Lichtquellen sollten dabei so ausgerichtet werden, dass das Modell nicht direkt angeleuchtet wird.

Fehler 3: Unpassende Umgebung

Nicht nur das Licht, sondern auch die richtige Umgebung, beziehungsweise der Hintergrund, spielen eine sehr grosse Rolle. Den besten neutralen Hintergrund stellt eine glatte und helle oder auch weisse Wand dar. Dies gilt sowohl für Innen- als auch für Aussenaufnahmen. Eine helle Wand ist deshalb günstig, da Sie einen Teil des Lichts reflektiert und somit hilft, das Modell sowohl von den Seiten und als auch von hinten gut auszuleuchten. Ausserdem sollte der Hintergrund nicht dominieren, indem er zu kräftig wirkt und dadurch von der Person ablenkt. Ein zu dunkel wirkender Hintergrund kann auch schnell aufdringlich wirken.

Tipp: Halten Sie bei der Aufnahme eine weisse Fläche, beispielsweise ein Blatt Papier, unter das Gesicht. So wird auch dort das Licht reflektiert und es entstehen keine kräftigen Schatten unter dem Kinn. dabei sollte das Blatt natürlich nicht auf dem Bildausschnitt erscheinen.

Eine einfarbige, ebene Wand im Hintergrund hat auch den Vorteil, dass dadurch die Möglichkeit geboten wird, den Hintergrund im Nachhinein durch Bildbearbeitungsprogramme zu verändern. Sollten Sie keine weisse Wand haben, können Sie auch ein weisses Tuch oder Bettlacken hinter sich aufhängen.

Alternativ kann man natürlich mit Hintergründen arbeiten, um bestimmte Statements zu setzen. Der Landschaftsarchitekt in der freien Natur, die Köchin in der Küche oder der Zimmermann vor dem Dachstuhl bieten sicherlich passende Motive. Zeigt sich dagegen die Bankkauffrau im Park, wird dies vom potenziellen Arbeitgeber mit Sicherheit als unpassend empfunden.

Negativbeispiele für Bewerbungsbilder

Hier können Sie unterschiedliche Negativbeispiele für ein Bewerbungsfoto sehen. Die Hintergründe sind zu unruhig oder zu grell. Eine Bewerbung mit einem Selfie ist im Allgemeinen keine gute Idee. Auf den letzten beiden Bildern sind die Gesichter viel zu schattig und auch zu dunkel.

Fehler 4: Zu kleiner Bildausschnitt

Oft kommt der Fehler auf, dass der Fotografierende sehr bemüht ist, nur den Ausschnitt zu fotografieren, welcher letztendlich auch auf die Bewerbung soll. Leider ist genau dies ein grosser Irrtum. Umso näher sie mit der Kamera an das Gesicht Ihres Modells gehen, desto mehr wird das Gesicht verzerrt. Das erkennt man daran, dass beispielsweise die Sichtbarkeit der Ohren immer mehr abnimmt oder die Brille eines Brillenträgers immer grösser erscheint. Folglich wirken die Proportionen des Gesichtes sehr unnatürlich.

Deshalb empfiehlt sich für die Aufnahme, einen etwas grösseren Bildausschnitt zu wählen, um im Nachhinein den passenden Ausschnitt digital auszuwählen und freizustellen. Bei der Auswahl des Bildausschnitts empfiehlt es sich, den goldenen Schnitt zu beachten. Für den goldenen Schnitt wird die Bildlänge in zwei ungleich grosse Flächen geteilt, wobei die eine Fläche circa 62 Prozent und die andere circa 38 Prozent einnimmt. Im gleichen Verhältnis wird auch die Bildbreite unterteilt.

Die Bildqualität wird nicht darunter leiden, da ein Bewerbungsbild in der Regel nicht im DIN A4 oder im A5 Format benötigt wird. Dies gilt auch für die Wahl des Aufnahmegeräts: Sowohl ein Smartphone, als auch eine Digitalkamera haben in der Regel das Potenzial, ein Bewerbungsfoto aufzunehmen. Der einzige Vorteil einer digitalen Spiegelreflexkamera begründet sich in dieser Situation in den zahlreichen Möglichkeiten der Einstellungen.

Fehler 5: Viel hilft viel

Wenn Sie der Meinung sind, das richtige Bewerbungsfoto im Kasten zu haben, können Sie natürlich der Aufnahme durch Nachbearbeitung den letzten Schliff verleihen. Dabei gibt es gerade für Bewerbungsbilder eines zu beachten: Halten Sie die Bearbeitung dezent und sorgen Sie dafür, dass Ihr Erscheinungsbild natürlich bleibt. Sollte der Betrachter sofort erkennen, dass bei Ihrem Foto nachgeholfen wurde, kann dies schnell so wirken als hätten Sie etwas zu verbergen.

Des Weiteren können Sie auch ein Foto in Schwarzweiss beziehungsweise Graustufen verwenden. Dadurch können Farbfehler in der Darstellung oder auf der Haut vermieden werden. Oft wirkt eine Aufnahme in Schwarzweiss/Graustufen auch seriöser als ein farbiges Bild.

Positivbeispiel Bewerbungsbild im Querformat

Fazit

Generell sollten Sie sich die Frage stellen, wie viel Seriosität oder Kreativität die Stelle, auf die Sie sich bewerben, von Ihnen abverlangt. Entsprechend dürfen Bewerbungsfotos mehr oder weniger traditionell gestaltet werden. Welche Pose und welche Kleidung Sie bevorzugen sollten, hängt auch von Ihrem Beruf ab. Einige universelle Tipps für die Bildqualität und den Motivausschnitt gelten jedoch für alle Bewerbungsfotos.